
Wir, 7 Frauen, alles absolute Islandpferde-Fans, machen uns eines Freitagsnachmittags von der Pfalz aus auf den Weg nach Lothringen. Über die Autobahn geht es bis an die französische Grenze , dann noch ein paar Kilometer und schon sind wir da. Wir hätten zwar fast die Einfahrt verpaßt, aber im letzten Moment sieht noch jemand das Schild "Haras de la Nied". Als wir auf den Hof fahren, ist der erste Gedanke: "Typisch französisch!" Es stellt sich jedoch bald heraus, daß unsere Gastgeberinnen Deutsche sind. Naja, dann gibt es wenigstens keine Sprachprobleme.
Zuerst bekommen wir dann unsere Hütten gezeigt. In
jeder stehen drei Betten und ein Tisch. Die Hütten liegen absolut
idyllisch mitten auf einer blühenden Wiese
und eine Badehütte mit Duschen und Toiletten befindet sich direkt
daneben. Die Pferde stehen recht zottelig auf einer Weide, wie man sich
das bei Isländern so vorstellt. Es gibt drei Hengste auf dem Hof,
ihr Auslauf liegt direkt unseren Hütten gegenüber. Zwei Junghengste
und ein etwas älteres Exemplar, das, wie uns gleich mitgeteilt wird,
am nächsten Tag auf den Tagesritt mitgehen soll.
Beim späteren Abendessen, das übrigens ganz ausgezeichnet ist (allerdings wieder nicht französisch!), werden schon mal die Pferde für den nächsten Tag verteilt. Jede von uns berichtet kurz, wie lange sie schon reitet und wieviel Erfahrung sie schon hat. Natürlich will jede ein Pferd, das flott vorangeht und gleichzeitig gaaanz brav ist. Irene, Besitzerin des Hofes und gleichzeitig Rittführerin, erzählt uns dann etwas von ihren Pferden und überlegt sich, welcher Reiter wohl zu welchem Pferd passen könnte. Am späten Abend gehen wir dann, recht gespannt darauf, was uns wohl am nächsten Tag erwarten wird, ins Bett.
Nach einem wieder sehr üppigen Frühstück
holen wir dann am nächsten Morgen "unsere" Pferde
von der Weide. Mein Hoppa heißt Farri und mir wurde gesagt, er wäre
ein echter "Lausbub", so sieht er auch aus. Es ist ein dunkelbrauner und
er schaut ganz furchtbar unschuldig und lieb unter seinem Haarschopf hervor.
Beim folgenden Putzen haben wir dann alle wahnsinnig
viel zu tun. die Pferde verlieren gerade ihr Winterfell und wir putzen
und putzen und putzen und immer noch kommen Berge von Haaren hervor.
Irgendwann beschließen wir dann doch, daß wir endlich fertig
sind, und ab geht´s auf's Pferd.
Zuerst reiten wir über ein riesiges Rapsfeld und
anschließend geht es gleich in den Wald. Nach kurzer Zeit schon merken
wir alle, daß jede genau das "richtige" Pferd erwischt hat und auch
die Tiere scheinen mit uns zufrieden zu sein. Den ganzen Tag gaht es jetzt
durch Wald und Wiesen und Felder, Die Wege sind wirklich herrlich, wir
treffen nur ganz wenige Menschen und sind meistens mit der Natur allein.
Ein paarmal geht es durch ein kleines Dorf und ein kurzes Stück müssen
wir an einer stark befahrenen Landstraße entlang. Dort steigen wir
allerdings ab und führen die Pferde.
Etwa alle 1-2 Stunden machen wir eine kurze Rast und lassen
die Pferde etwas grasen. Sie sind wirklich alle ganz lieb, gehen aber trotzdem
flott vorwärts,
und ihnen scheint die Sache genausoviel Spaß zu machen, wie uns.
Die Galoppstrecken sind zwar etwas kurz, aber ansonsten ist der Ritt einfach
traumhaft. Leider können nicht alle Pferde tölten, aber ein paar
Tölter sind doch darunter, und einige von uns kommen in den Genuß.
Mein Pferd töltet zwar nicht, ist aber wahnsinnig bequem zu sitzen,
im Galopp komme ich mir vor, als würde ich schweben.
Um die Mittagszeit wird dann gepicknickt, es wird alles aufgefahren, was das Herz begehrt, und satt, zufrieden und gestärkt, reiten wir nach einer Stunde wieder weiter. Nach insgesamt circa 6 Stunden auf dem Pferd, kommen wir abends geschafft aber glücklich wieder auf dem Hof an. Wieder gibt es ein tolles Abendessen, und wir freuen uns schon auf den zweiten Tag.
Sonntags machen wir dann nochmal einen 4-Stunden-Ritt und denken schon unterwegs wehmütig daran, daß wir bald wieder nach Hause fahren werden. Das Wochenende ging wirklich viel zu schnell zu Ende. Es war einfach traumhaft und wir waren alle ganz begeistert, von den Pferden, der Landschaft, dem Essen, und sogar das Wetter hatte mitgespielt. Auf dem Weg zurück in die Pfalz wissen wir dann alle ganz sicher: "Wir werden wiederkommen". Und das nächste Mal hoffentlich nicht nur für ein Wochenende.

Das Schnupperwochenende hat pro Person 270,- DM gekostet, man kann auch eine ganze Woche buchen, das kostet dann für 6 Tage 820,- DM und für 8 Tage 980,- DM. Gebucht haben wir über "Das Urlaubspferd", man kann allerdings auch direkt bei Irene buchen, die Adresse ist:
Haras de la Nied
Irene Drumm
Au Moulin
F-57380 Mainvillers
Tel.: 0033/3/87010708
| Letzte Änderung: 17/06/1999 |
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