Rauchmann Hier findet Ihr eine kleine Exkursion zum Thema Messdiener und Liturgie!

Die katholischen Messdiener nennt man mit Fremdwort auch Ministrant. Dieses Wort leitet sich ab von "Minister" dem lateinischen Wort für Diener des Volkes.Es sind vorwiegend Kinder, die den Dienst am Altar verrichten. Dies hat einen besonderen Grund. So wie die Messdiener heute dem Priester Brot und Wein reichen, so brachte ein Kind Jesus damals fünf Brote und zwei Fische. Diese Stelle des Evangeliums (Johannes 6, 1-13) gilt den Minis als Vorbild.
Daher ist eine Darstellung dieser Textstelle auch auf der Vorderseite der Messdienerplakette abgebildet.

Viele Gemeinden haben für die Messdiener Kutten, die Alben (Wort für langes, weißes Gewand) ähneln und mit einem Zingulum (Wort für Kordel oder Gürtel) zusammengehalten werden. In unserer Pfarrgemeinde tragen die Minis zum Altardienst jedoch Talar und Rochett. Leider gibt es den Talar bei uns nur noch in Rot (für alle Messen) oder in Schwarz (für Beerdigungen und die Fastenzeit).




Ursprünglich gab es diese jedoch in 6 liturgischen Farben:

  • WEISS ist die Farbe der Freude, des Festes und des Lichts. Getragen wird sie in der Oster- und Weihnachtszeit, an den Festtagen des Herrn und seiner Mutter und zu Festen der Engel und Heiligen, die keine Martyrer waren.
  • ROT steht für den Geist Gottes und den Geist der Liebe, aber auch für das Blut Christis. Verwendet wird sie für Palmsonntag, Karfreitag und Feiern des Leidens Christi, für Pfingsten und für Feste der Apostel und Martyrer.
  • GRÜN ist die Hoffnung. Sie wird in der allgemeinen kirchlichen Jahreszeit getragen.
  • VIOLETT steht für Umkehr und Buße. Wird verwendet für den Advent und die Fastenzeit.
  • SCHWARZ ist die Farbe der Trauer. Sie wird bei Begräbnissen und für die Totenliturgie verwendet.
  • ROSA ist die am wenigsten bekannte Fareb. Man verwendet sie für den dritten Advent und den vierten Fastensonntag.
Was machen die Ministranten eigentlich während des Gottesdienstes? Ihre Aufgabe ist es, durch ihr Tun Messvorgänge der Gemeinde zu verdeutlichen, Zeichen zu unterstreichen und auf das Wesentliche hinzuweisen.
Hierfür gibt es einige Hilfsmittel:
Glocken läuten (zum Einzug als Zeichen "es geht los"; zur Wandlung als Zeichen "Achtung es geschieht etwas ganz Besonderes"); Kerzen tragen (zum Einzug als Zeichen "hier geht es lang; ich leuchte Dir den rechten Weg; zum Evangelium als Zeichen "dies ist die heilige Schrift, etwas Besonderes); Weihrauch schwenken (heute nur noch bei besonderen Hochfesten).
Aber auch schon einfache Gesten, wie Gehen (Wir Menschen sind unterwegs zu Gott), Stehen (Haltung der Aufmerksamkeit und der Bereitschaft zuzuhören), Knien (Sich-klein-machen vor Gott; Annerkennung der Größe Gottes); und Sitzen (aufrechtes Sitzen als Zeichen der entspannten Besinnung (Meditation) und des Hinhörens und Nachdenkens) sind Zeichen der Messdiener, die der Gemeinde helfen, die Messfeier intensiv mitzuerleben.

Die Messfeier besteht im Wesentlichen aus vier Akten:

  1. Eröffnung: Einzug, Begrüßung, Schuldbekenntnis, Kyrie, Gloria, Tagesgebet
  2. Wortgottesdienst: Lesung(en), Zwischengesang, Evangelium, Predigt, Glaubensbekenntnis, Fürbitten
  3. Eucharistiefeier: Gabenbereitung, eucharistisches Hochgebet, Präfation, Sanctus, Wandlung, Vater unser, Friedensgruß, Lamm Gottes, Kommunion, Dank, Schlussgebet
  4. Entlassung: Vermeldungen, Schlussgebet & Segen
Unser Pfarrpatron ist der heilige Sankt Laurentius!