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Grundsatzaussprache
zum Haushalt 2007 – SPD Fraktion, Hans Klemm
Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren.
Die Zahlen der vergangenen
Haushaltsjahre haben uns bescheiden und genügsam gemacht.
Deshalb fällt es uns auch leichter den aktuellen Haushaltsentwurf
2007 mit seinen Eckdaten schon als zufriedenstellend und leicht
beruhigend zu bezeichnen.
Es gibt sicher einige Kommunen, die von dem zarten Konjunkturaufschwung
mehr partizipiert haben als wir.
Wir können aber bildlich gesprochen sagen, dass wir uns vom
tiefsten Tal auf eine hochwassergeschützte Anhöhe retten
konnten. Die wirklichen Berggipfel bleiben aber für uns, zumindest
mittelfristig unerreichbar.
Ein deutliches Zeichen dafür ist, dass wir zum 1.mal seit 2004
wieder eine positive Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt,
von ordentlichen 11 Millionen € erwirtschaften können.
Die Freude darüber bekommt natürlich gleich einen Dämpfer,
wenn wir in der Prognose sehen, dass diese Zuführungsrate in
den Jahren 2008 – 2010 wieder kontinuierlich abnimmt.
Die leichte Entspannung
des Haushalts hat verschiedene Ursachen.
Der Löwenanteil ist sicher die Mehreinnahme von rd. 20 Millionen
€ in denen hauptsächlich die Gewerbesteuer mit rd. 8 Millionen
€, trotz Berechnung nach 370% Punkten, zu Buche schlägt.
Die Nachzahlungen in 2006 sind ein weiterer wichtiger Faktor, weil
sich dadurch die Kreditaufnahme von rd. 7,5 Millionen € erübrigt
hat und die daraus entstehenden Folgekosten vermieden wurden.
Die Einsparung aus der
Haushaltskonsolidierung 2006 von rd. 1 Million € ist ein wichtiger
Beitrag, aber sicher nicht die letztendlich entscheidende Ursache
für die Verbesserung.
Die SPD Fraktion ist auch der festen Ansicht, dass eine weitere
lineare, prozentuale Kürzung der einzelnen Haushaltsstellen
das Ende der Fahnenstange erreicht hat.
Wir werden zukünftig eventuell notwendige Konsolidierungen
nur noch über echte strukturelle Maßnahmen akzeptieren.
Die Schlüsselzuweisungen
wegen mangelnder Steuerkraft von 7,3 Millionen € helfen natürlich
auch zur momentanen Ergebnisverbesserung. Sie werden in den Folgejahren
auch weniger oder fallen ganz weg, aber es ist sicher besser von
eigenen Einnahmen zu leben, als auf die Stütze angewiesen zu
sein.
Beruhigend im Gesamtbild
ist auch, dass der Haushalt 2007 ohne neue Kreditaufnahmen auskommt.
Wobei wir grundsätzlich der Meinung sind, dass Kreditaufnahmen
für zukunftsorientierte und vernünftige Investitionen
in Sachwerte eher normal und auch vertretbar sind. Für den
laufenden Betrieb sind sie allerdings tödlich. Deshalb haben
Angaben zur pro Kopfverschuldung nur eine sehr eingeschränkte
Aussagekraft, man muss immer dazusagen wo die Kredite drinstecken.
Bei der Freude über
die allgemeine Verbesserung muss man aber auch feststellen, dass
kein müder € in die ohnehin fast nicht vorhandenen Rücklagen
fließt.
Egal ob man dies kritisiert oder für richtig hält, wir
müssen zur Kenntnis nehmen, dass kein Notgroschen für
Unvorhergesehenes auf die Seite gelegt wird.
Vielleicht aber haben
Sie, Herr Riegger noch irgend ein Türchen im Auge, das sich,
wie schon manches mal plötzlich öffnet und dass dessen
Inhalt unverhofft zur finanziellen Entspannung beiträgt.
Als Dämpfer für
den vorsichtig einsetzenden Optimismus wirkt sich natürlich
die immer und stets beklagte Umlagefinanzierung aus.
Die Gesetzeslage ist aber leider so und solange diese nicht geändert
wird, muss man damit leben.
Wenn die Konjunkturprognosen
und die Meldungen von den Haushaltsabschlüssen vieler Gemeinden
im Kreis Böblingen stimmen, wird und darf es für den Kreis
nicht notwendig werden an der Hebesatzschraube nach oben zu drehen.
Denn bei gleichbleibendem Hebesatz wird die Kreisumlage in den absoluten
Zahlen in den nächsten Jahren deutlich höher.
Ärgerlicher sind
andere Umlagen, wie z.B. insgesamt 1,3 Millionen € für
den Neubau der Landesmesse, oder die Mitfinanzierung, über
den Umweg Kreisumlage, von Stuttgart 21.
In diesen Umlagen einen Vorteil für Sindelfingen zu finden,
fällt mir äußerst schwer.
Über das andere
Dauerthema, den Rückzug des Landes aus vielen altbewährten
Fördermaßnahmen für kommunale Aufgaben und den direkten
Griff in die Kasse der Städte und Gemeinden, brauche ich allgemein
nicht viele Worte verlieren.
Mein Eindruck ist, dass dies bei uns im Gemeinderat fraktionsübergreifend
vom Grundsatz her zwischenzeitlich weitestgehend gleich gesehen
wird.
Herr Riegger, Sie haben
in ihrer Haushaltsrede dankenswerterweise sehr deutlich darauf hingewiesen
und festgestellt, dass sich diese Praxis für Sindelfingen mit
3 Millionen € pro Jahr im Minus auswirkt.
Ein Ende ist leider nicht abzusehen, denn aus der gleichen Ecke
kommt zusätzlich auch das Ansinnen der Landesregierung, von
uns für die Landesstrasse Darmsheimer Nordumfahrung 5 Millionen
€ oder mehr abzukassieren.
Die Verantwortlichen unserer Städte und Gemeinden müssen
dieser, immer mehr um sich greifenden Praxis, mit allen politischen
Mitteln und persönlichem Einsatz entgegenwirken.
Dies gilt insbesondere
auch für Sie Herr Oberbürgermeister und die Verwaltungsspitze,
auch in dem ganz speziellen Fall Nordumfahrung.
Mein Eindruck ist, Sie können dem widersprechen, wenn Sie wollen,
dass die Verhandlungen mit dem Land, ohne parlamentarische Rückendeckung,
bisher nicht hart und konsequent genug geführt wurden.
Das schließe ich daraus, dass das Land in seinem Haushalt
lediglich einen Merkposten, ohne Finanzmittel hingeschrieben hat
und Sie in vorauseilendem Gehorsam bereits 5 Millionen € für
die Jahre 2008/2009 eingestellt haben.
Nach wie vor ist der erpresserische Versuch des Landes, uns an deren
ureigensten Pflichten finanziell mit hohen Millionenbeiträgen
zu beteiligen, so nicht zu akzeptieren.
Das Land muss seinen Haushalt, wie wir auch, aus eigener Kraft sanieren
und nicht auf die Kosten von noch wesentlich schlechter gestellten
Kommunen.
Für die SPD Fraktion
möchte ich nochmals klarstellen, dass die Nordumfahrung Darmsheim
im Bereich Straßenbau und Umweltschutz für uns allerhöchste
Priorität hat. Sie muss so schnell wie möglich realisiert
werden. Die zwingenden Gründe brauche sind hinlänglich
bekannt.
Wir fordern die Verwaltung
auf Verbündete zu suchen und in den Verhandlungen einen härteren
Kurs zu fahren, ohne die Realisierung der Nordumfahrung in Frage
zu stellen.
Obwohl es auch gegen
das Grundsätzliche verstößt, könnten wir uns
als Verhandlungsmasse und Entgegenkommen vorstellen, dass die Stadt
Sindelfingen mit dem Steinbruch Schäfer die Verlegung des Brechers
und die Neuordnung des Steinbruchs finanziell und organisatorisch
regelt und damit für den reinrassigen Straßenbau durch
das Land den Weg frei macht.
Das wäre sicher auch ein hohes finanzielles Entgegenkommen.
Dieser ständige
Griff in unsere Tasche ist nicht mehr hinnehmbar. Unsere eigenen
Aufgaben sind so groß, dass wir die nicht gerade üppigen
Ressourcen, die uns zustehen, auch selbst brauchen.
Z.B. im Bereich der Schulen, wo sich ein riesiger Bedarf angesammelt
hat.
Das sind Investitionen und laufende Mittel für den Ganztagsschulbetrieb
und Investitionen zur Sicherheit und Gebäudeunterhaltung.
Für die Entwicklung
des Ganztagsbetriebs haben wir über rund 12 Millionen €
einen Gemeinderatsbeschluss gefasst, der sich auch im Haushalt niederschlägt.
Das ist gut so und ein deutliches Signal, dass einem verbalen Bekenntnis
auch Taten folgen.
Bei den Diskussionen zum Haushalt 2006 haben wir das noch ganz anders
empfunden.
Leider reicht dieses
Geld nur für die Gymnasien, die Hauptschulen Goldberg und Eichholz
und die Martinsschule.
Die Grundschulen und die anderen Haupt- und Realschulen gehen vorerst
leer aus.
Natürlich kann man
nicht alles auf einmal machen, aber wir vermissen auch im mittelfristigen
Investitionsprogramm für diese Schulen jegliche Zukunftsplanung.
Das Gleiche gilt auch für den Investitions- und Reparaturstau
in der Gebäudeunterhaltung aller Schulen. Es gibt zwar sporadische
Beträge zum reparieren von Notsituationen wie undichte Dächer,
herausfallende Fenster o.ä. ein Gesamtkonzept ist aber nicht
zu erkennen.
Wenn diese, sicher nicht kleinen Beträge für die Schulen
und auch an anderen Stellen fehlen, ist zu hinterfragen, wie seriös
die Aussagen zur allgemeinen Finanzentwicklung mit Kreditaufnahmen
für die nächsten Jahre sind.
Der Gemeinderat muss so, wie es sich jetzt darstellt, von der Hand
in den Mund leben und kann keine langfristigen Schwerpunkte setzen,
weil das Wissen über die notwendigen Aufwendungen und deren
Kosten fehlt und nur gefühlsmäßig erahnt werden
kann.
Sie werden jetzt sagen,
um konkrete Aussagen machen zu können müssen wir das Ergebnis
des Schulentwicklungsplans abwarten, der in diesem Jahr aufgestellt
werden soll.
Das ist z.T. richtig, aber Fassaden bröckeln, ob mit oder ohne
Schulentwicklungsplan, ab.
Wir stellen den Antrag
und fordern die Verwaltung auf, einen 8 Jahresplan aufzustellen,
in dem alle Gewerke mit ca. Kosten in technisch sinnvoller Reihenfolge
erfasst und aufgeführt werden, wie sie notwendig wären,
um einen flächendeckenden Ganztagsschulbetrieb, mit Essen und
Nachmittagsbetreuung, zu ermöglichen und die Gebäude wieder
in einen sauberen, bewohnbaren Standart zu bringen.
Das muss sich natürlich
auch spätestens ab dem Haushalt 2008 in der mittelfristigen
Planung niederschlagen.
Nur so sind wir, als ehrenamtlicher Gemeinderat, in der Lage Prioritäten
setzen zu können.
Wir wissen, dass dies
für die Verwaltung eine umfangreiche Fleißaufgabe ist
und die Personalressourcen, trotz großem Einsatz der noch
vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, knapp sind.
Wir könnten uns vorstellen und mittragen, dass dafür fremde
Fachkapazität eingekauft wird.
Dabei drängt sich uns auch der Eindruck auf, dass verschiedene
Schlüsselstellungen in unterschiedlichen Ämtern unterbesetzt
sind.
Wir haben zwar in der Konsolidierung den Stellenabbau mitgetragen,
wenn aber die Situation eintritt, dass mehr „Häuptlinge
als Indianer“ da sind, sollte man gegensteuern.
Auch hier wäre eine Planung in der Personalentwicklung hilfreich.
Wir hoffen, dass dieser
Antrag zu den Schulen schneller bearbeitet wird, als unser letzt-
jähriger Antrag vom 21.1.2006 zu den Kindergartengebühren,
der bis heute auf seine Beratung durch das Gremium wartet.
Nach über 1 Jahr steht er jetzt am Donnerstag im Jugend- und
Sozialausschuss zu Diskussion. Wenn die Chance besteht die Einkommenssituation
und Struktur eventuell zu verbessern, sollten solche Anträge
schneller und zeitnah bearbeitet werden.
Nach dem ersten Studium der Sitzungsvorlage, mit den Begründungen,
entsteht für mich der Eindruck, dass die Verwaltung von Anfang
an keine Veränderung wollte.
Wir werden das im Ausschuss und Gemeinderat dann diskutieren.
Nebenbei bemerkt, Oberkochen hat aktuell als 1.Stadt vorgemacht,
wie man das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei einführen
und gestalten kann.
Mit Beharrlichkeit haben
Sie dagegen die schon letztes Jahr abgelehnten 30.000 € für
externe Untersuchungen der Kita’s wieder in den Haushalt eingestellt.
Herr Oberbürgermeister, Sie haben zwar gestern im Ältestenrat
angekündigt, dass Sie dieses Geld wieder herausnehmen wollen,
falls nicht haben großen Klärungsbedarf, welches eigentliche
Ziel mit dieser Untersuchung erreicht werden soll.
Im mittelfristigen Investitionsprogramm scheinen die Kita’s
einigermaßen mit Mitteln zur Modernisierung und Instandsetzung
ausgestattet zu sein.
Bei Schulen, Kita’s
und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen möchten wir noch
anmerken, dass der Bedarf, die Notwendigkeit und die zeitliche Realisierung
dieser Einrichtungen, vor allem in neuen Quartieren, noch stärker
in die Stadt- und Bebauungsplanung mit einbezogen wird.
Das gilt auch unabhängig
von der bundesweiten Diskussion, insbesondere bei Kindertagesstätten
für unter 3-Jährige, wo es offensichtlich noch deutlich
an Krippenplätzen fehlt.
Der Sozialbereich insgesamt
musste in der Haushaltskonsolidierung 2006 mit Auswirkung auf den
Haushaltsentwurf 2007 auch ordentlich Federn lassen.
Wir stellen allerdings fest, dass die Methode und Art und Weise,
wie dieses Ergebnis erarbeitet wurde, vorbildlich und lobenswert
war.
Die Gespräche, die Diskussionen und das ausloten der Möglichkeiten
mit den Betroffenen, sowie die Einbeziehung der Arbeitsgruppe des
Gemeinderates haben zu einem Ergebnis geführt, das zwar für
Manche hart ist, aber letztendlich von fast allen akzeptiert und
mitgetragen wird.
Diese Vorgehensweise ist sicher auch für Andere zur Nachahmung
empfehlenswert.
Allerdings haben wir
auch in diesem Bereich festgestellt, dass die prozentuale Kürzungen
ausgereizt sind. Weitere Kürzungen können sich nur noch
substanziell und strukturell auswirken.
Das belegt anschaulich und unmissverständlich die gute und
informative Untersuchung des Stadtjugendrings, über offene
Kinder- und Jugendarbeit.
Die SPD Fraktion ist
der Meinung, dass im kompletten Sozialbereich für Kinder und
Jugendliche, wie offene Arbeit, Schulsozialarbeit, Streetworker
und alles was dazugehört, keine Kürzung mehr möglich
ist. Die vorhandenen Strukturen stellen ein Minimum für unsere
Stadt dar.
Wer vom Stadtjugendring verlangt z.B. in den Sachkosten noch besser
zu haushalten, muss ihm dazu auch die Chance geben. Eine Möglichkeit
wäre in den Gebäuden energiefressende Heizungen auszubauen
und durch moderne und effizient arbeitende Anlagen zu ersetzen.
Nebeneffekt CO 2 Einsparung.
Soziale Stadt Viehweide.
Der Antrag für das Förderprogramm wurde beschlossen und
gestellt.
Aus grundsätzlichen Erwägungen und aufgrund der sehr positiven
Erfahrungen im Eichholz, unterstützen wir vorbehaltlos das
Vorhaben diese Effekte auch in der Viehweide zu erreichen.
Allerdings können wir auch hier nicht nachvollziehen, dass
außer einer Planungsrate von 60.000 € bis 2011 ff keine
Mittel vorgesehen sind.
Wir wollen den Prozess so früh wie möglich einleiten und
dann müssen Schritt für Schritt auch Erfolgserlebnisse
für alle, die ehrenamtlich mitarbeiten, zu erkennen sein.
Auch hier erwarten wir, dass die dazu benötigten Mittel im
mittelfristigen Investitionsplan eingearbeitet werden.
Ein wesentlich größerer
Unsicherheitsfaktor überhaupt und in der Finanzplanung ist
die Absicht von DaimlerChrysler, aus den Wohnstätten als Gesellschafter
auszusteigen.
Für die SPD Fraktion möchte ich nochmals klarstellen,
dass von uns ein Gesamtverkauf, wie in Dresden u.A. kategorisch
abgelehnt wird und nicht in Frage kommt.
Wir werden uns auch jedem
Ansinnen widersetzen, eine mehr oder weniger anonyme Finanzgruppe
(Heuschrecken) mit welchem prozentualem Anteil auch immer, als neuen
Anteilseigner bzw. Gesellschafter zu etablieren.
Wir können uns nur
vorstellen, einen, mit unserem Raum traditionell verankerten, seriösen
Investor mit ins Boot zu nehmen. Die beste Lösung für
die Sache und die vielen tausend betroffenen Menschen wäre,
wenn wir einen Weg finden könnten, aus den Wohnstätten
eine 100%-ige Tochter der Stadt zu machen.
Das geht sicher nicht zum Nulltarif, im Gegenteil, trotzdem bitten
wir die Verwaltung diese Option sehr ernsthaft in die Verhandlungen
mit einzubeziehen.
Wenn eine derartige Transaktion irgendwie finanziell darstellbar
ist, wäre das unser Favorit.
Eine Anmahnung, aus den
letzten Haushaltsberatungen, hat die Verwaltung umgesetzt.
Für die Erhöhung unserer Anteile bei den Stadtwerken,
von 37,4% auf 50,1%, sind jetzt endlich 2,6 Millionen € in
2008 reserviert. Wir begrüßen dies, denn es ist nach
unserer Meinung für Sindelfingen sehr wichtig die Erfolgsgeschichte
Stadtwerke Sindelfingen nicht nur fortzusetzen, sondern mit einer
Mehrheit durch die Stadt noch auszubauen. Dadurch können zusätzliche
Handlungsmöglichkeiten im eigentlichen Kerngeschäft, aber
auch außerhalb erschlossen werden.
Aus nachvollziehbaren Gründen wurde die Stammkapitaleinlage
nie nach oben verändert. Durch die rasante Entwicklung der
Stadtwerke steht zwischenzeitlich das Eigenkapital in keinem Verhältnis
mehr zum Geschäftsvolumen. Bei einem hoffentlich nicht eintretenden
schlechtem Jahresergebnis könnte dies zum Risiko werden.
Deshalb muss auch hier nach 2008 dringend eine Erhöhung vollzogen
werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass die von Ihnen, Herr
Riegger angesprochenen und einkalkulierten 6,8 Millionen €
eine Zeit lang nicht mehr in voller Höhe fließen können.
Das ist ein weiterer Punkt, der die Zahlen der mittelfristigen Finanzplanung
in Frage stellt.
Ähnlich finanziell
ohne Orientierung, fühlen wir uns auch bei den Themen im Sportbereich,
Badezentrum/Freibad und Floschenstadion bzw. Sportpark Unterrieden.
Wir begrüßen ausdrücklich, dass Sie Herr Riegger
zugesichert haben, diese Themen in den nächsten Monaten auf
die Tagesordnung zu nehmen, denn auch diese großen Brocken
werden unsere mittelfristige Finanzsituation deutlich mitprägen.
In beiden Fällen müssen, sowohl die technisch/planerischen,
wie auch finanziellen Fakten und Alternativen auf den Tisch, denn
nur mit dem ganzen Wissen um die Dinge werden wir in die Lage versetzt,
richtungsweisende Grundsatzbeschlüsse zu fassen.
Klarheit in diesem Thema erleichtert sicher auch die Arbeit der
Verwaltung.
Ich könnte mit der
Aufzählung von Investitionen, die in den nächsten Jahren
anfallen so weitermachen.
Leider vermissen wir die Meisten im mittelfristigen Investitionsplan,
zumindest aber mit einer Zuordnung zu einem möglichen Realisierungsjahr.
Deshalb stellt sich für uns die Frage, wie seriös und
aussagekräftig ist die Kalkulation der Kreditaufnahmen für
die nächsten Jahre?
Ein wichtiger Faktor für die Gesamtentwicklung der Stadt.
Bei genauer Betrachtung müssten es um zig Millionen mehr sein,
oder es sind im Umkehrschluss die Einnahmen viel zu niedrig angesetzt.
Für uns ist die
genaue Kenntnis um diese Dinge wichtig, denn nur mit diesem Wissen
können wir auch aktuelle Entscheidungen besser treffen.
Wir wollen auch darüber
mitbestimmen, wo die absolute Schmerzgrenze ist und welche Prioritäten
gesetzt werden müssen um diese nicht zu überschreiten.
Der Unsicherheitsfaktor
der Prognose ist dabei eher zweitrangig. Bei einem unvorhergesehenen
Einbruch oder Geldsegen ist der Gemeinderat sicher in der Lage zeitnah
eine vernünftige Korrektur anzubringen.
Im Haushaltsentwurf 2007
sind diese Ergänzungen zeitlich sicher kaum zu realisieren.
Wir erwarten aber, dass der Haushalt 2008 diese Angaben enthält.
Für uns wird das eine Entscheidungsgrundlage über Zustimmung
oder Ablehnung sein.
Der aktuelle Haushaltsentwurf
2007 hat, außer dem von mir Angesprochenen, keine allzu großen
Auffälligkeiten. Wir werden uns aber im Zuge der Beratungen
erlauben, das Eine oder Andere noch anzusprechen bzw. Fragen zu
stellen.
Zwei Dinge möchte
ich aber noch anmerken:
Wir müssen gemeinsam an den Bemühungen der interkommunalen
Zusammenarbeit mit Böblingen dranbleiben, denn außer
den Themen die schon diskutiert werden, brauchen wir hüben
und drüben auch in der Verkehrsplanung und in der Energieversorgung
einen engen Schulterschluss.
Die Zeichen, die wir sehen, lassen uns hoffen.
Erfolge können aber nur erzielt werden, wenn gegenseitig ein
verlässliches Vertrauen aufgebaut wird.
Die Einführung der Doppik ist mit dem Pilotprojekt Eigenbetrieb
Feuerwehr gestartet. Wir begrüßen diesen Einstieg und
sind überzeugt, dass bei einer flächendeckenden Anwendung
dieser Methode die Transparenz unseres Haushaltes wesentlich deutlicher
wird.
Allerdings habe ich festgestellt, vielleicht geht es Anderen ähnlich,
dass die Leseart des Doppik etwas anders ist, wie ich bei der guten
alten doppelten Buchführung gelernt habe.
Es wäre sicher hilfreich für die Zukunft, wenn wir in
einem kleinen Seminar die Feinheiten dieses Systems erfahren könnten.
Für die Erstellung
des Haushaltsentwurfs bedanken wir uns bei den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der Verwaltung recht herzlich.
Nicht weniger gilt unser Dank vielen ehrenamtlich arbeitenden Mitbürgerinnen
und Mitbürgern in den verschiedensten Bereichen, die durch
ihre Leistung wesentlich zu einem positiven Ergebnis beitragen.
Mit Ihnen liebe Kolleginnen
und Kollegen wünschen wir uns eine sachliche Beratung.
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