Haushaltverabschiedung am 28.03.06 im Sindelfinger Gemeinderat
Stellungnahme
der SPD Fraktion - von Wilma Römer
Auf die
hinter uns liegenden Haushaltsplan-Beratungen blicke ich mit ausgesprochen
gemischten Gefühlen zurück:
Insbesondere in den Fachausschüssen haben wir intensiv diskutiert
und miteinander gerungen, so kann man das schon sagen. Besonders
gerungen haben wir mit Ihnen, Herr Oberbürgermeister und mit
Ihnen Herr Rieger.
Und dies aus guten Gründen! Bereits in seiner Rede zur Grundsatzaussprache
hatte Hans Klemm darauf hingewiesen, über viele Einzelheiten
aus unserer Klausurtagung werde in den Ausschussberatungen zu sprechen
sein. Und genau dies haben wir dann auch getan und mussten wir auch
tun. Und dabei war es wenig hilfreich und ausgesprochen kontraproduktiv,
meine Herren von der Verwaltungsspitze, ständig auf dem sogenannten
"Meinungsbild aus der Klausur" herumzureiten! Bereits
während der Klausur hatten wir uns die jeweiligen Beschlüsse
für die Gremien vorbehalten und das mussten wir auch. Schließlich
ist es Aufgabe des Gemeinderats, auch und gerade bei dieser äusserst
schwierigen Kassenlage Politik zu gestalten und Prioritäten
zu setzen. Und dafür mussten wir uns auch die Zeit zwischen
Klausur und Haushaltsberatung nehmen und deshalb konnten Meinungsbild
aus der Klausur und Beschlussfassung in den Gremien nicht immer
völlig übereinstimmen.
Ihre Vorgehensweise,
in allen Bereichen und ohne jede Ausnahme 15 % des seitherigen Aufwandes
zu reduzieren, konnten und wollten wir so nicht mittragen. Die teilweise
heftigen Diskussionen in den Fachausschüssen waren notwendig
und haben zu akzeptablen Ergebnissen geführt. Das Rasenmäherprinzip
darf auch nicht fortgesetzt werden; es wäre ein Armutszeugnis
für uns alle!
Wir sind
der Ansicht, dass der nun zu verabschiedende Haushaltsplan zwar
keine großen Perspektiven eröffnet, aber man kann ihn
auch nicht als Notplan bezeichnen. Die erfreuliche Tatsache, dass
die Stadt zum Jahresende 2005 nahezu schuldenfrei war, erleichtert
die Notwendigkeit einer Kreditaufnahme von rund 7,5 Millionen EURO
erheblich. Dass Kreditaufnahmen in dieser Höhe nicht zur Regel
werden können und dürfen, dürfte unstrittig sein.
Und dies bedeutet, dass wir mit allen Organisationen und Institutionen,
die wichtige Aufgaben in der Stadt und für die Stadt wahrnehmen
sorgsam und kollegial umgehen. Dass wir mit den Verantwortlichen
gemeinsam neue Konzepte entwickeln, wie mit den zur Verfügung
stehenden Mitteln die Aufgaben bewältigt werden können
bzw.welche Aufgaben abzubauen sind. Und dass wir die Bürgerschaft,
insbesondere die Eltern unserer Kinder und Jugendlichen einbinden.
Die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit durch eigene Vorschläge
ist ja vorhanden. Wir sind sehr froh über die Grundübereinstimmung
im Gemeinderat, in die Zukunft unserer Nachkommen zu investieren
und hier mit dem Rotstift besonders behutsam umzugehen.
Deshalb
hätten wir uns auch gewünscht, unser Antrag auf Erhöhung
der Mittel für Ganztagsschulen bereits in diesem Jahr hätte
ein Mehrheit gefunden.
Wir sind
der Ansicht, dass wir in der Situation, in der die Stadt nunmal
derzeit steckt, nicht nur die Ausgabenseite im Fokus haben sollten,
sondern auch die Einnahmenseite unter die Lupe nehmen sollten. Darauf
zielt unser Antrag auf einkommensabhängige Kita-Gebühren
auch im Hinblick auf steuerliche Absetzungsmöglichkeiten der
Eltern. Wir sind sicher, dass die Qualität und der Erhalt der
städtischen Angebote, nicht nur im Kita-Bereich, sondern auch
anderer Einrichtungen, den Menschen soviel bedeutet, dass sie bereit
wären, einen etwas höheren Beitrag dafür zu erbringen.
Abschließend
bedanke ich mich im Namen der SPD-Fraktion bei Ihnen allen, liebe
Kollegen und Kolleginnen des Gemeinderats für die gute und
konstruktive Zusammenarbeit und das angenehme Diskussionsklima während
der Beratungen. Die SPD-Fraktion wird dem Haushaltsplan 2006 zustimmen.
Wilma Römer,
SPD-Fraktion
Anmerkung:
Der
Haushalt der Stadt Sindelfingen 2006 wurde ohne Gegenstimmen am
28. März verabschiedet.
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