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Grossübung der Samtgemeinde in Barwedel im August 2006:

Dicke Rauschschwaden drangen aus dem Werkstattgebäude des Kraftfahrzeug-Meisterbetriebs von Ralph Helmke in der Tiddischer Straße 6 in Barwedel. Sie habe das Feuer, das in der Werkstatthalle ausgebrochen ist, bemerkt und umgehend den Notruf 112 abgesetzt, sagte die Lebensgefährtin des Werkstattbesitzers nach ihrem ersten großen Schreck. Um 17.03 Uhr ertönte die Sirene. Die Ortsfeuerwehr Barwedel war um 17.10 als erste Wehr am Brandherd. Schnell erkannte Gruppenführer Heinrich Michel die Lage. Da noch ein Interessent eines Motorrades fehlte, der als in der ehemaligen Lackiererei befindlich gemeldet worden war, habe er sofort Verstärkung angefordert. „Wir brauchten unbedingt Feuerwehrleute mit Atemschutz“. Spätestens als die ersten Atemschutzgeräteträger in das Gebäude vorgestoßen waren, „haben wir bemerkt, dass es sich um eine Alarmübung handelt“, sagte wenig später Einsatzleiter Georg-Uwe Vernunft. Dennoch hatten die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren aus den sechs Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Boldecker Land Schwerstarbeit am Einsatzort zu leisten. Über 70 Einsatzkräfte bemühten sich nach Kräften um die Menschenrettung mit anschließender Brandbekämpfung. Gemeindeausbildungsleiter Tilmann Wolff von der Sahl hatte das Drehbuch geschrieben. Er beschrieb das Szenario so: „Urlaubszeit. Gegen Abend arbeitet der Firmeninhaber in einer der Gruben an einem Fahrzeuganhänger. Bei den Schweißarbeiten am Anhängerunterteil kommt es zu einem Fahrzeugbrand. Bei dem Rettungsversuch aus der Grube verletzt sich der Firmeninhaber und bleibt in der Grube liegen. Durch die brennbaren Stoffe in der Werkstatt breitet sich der Brand aus“. Zur Zielsetzung sagte er: „Wir wollten bei dieser groß angelegten Übung sehen, ob unsere Einsatzkonzeption, die wir im Boldecker Land aufgestellt haben, auch so funktioniert wie wir es uns vom Gemeindekommando aus vorgestellt haben“. Konkret meinte er damit das Zusammenwirken der Einsatzkräfte aus dem neu zusammengestellten Zug Ost (Jembke, Barwedel, Tappenbeck) und dem Zug West (Weyhausen, Bokensdorf, Osloß). „Wobei Zug 1 unter Zugführer Jens Gülle vornehmlich mit der Menschenrettung und der ersten Maßnahme zur Brandbekämpfung zu tun hatte“. Zug 2 unter Zugführer Hans-Heinrich Deierling sei später vorsorglich nach alarmiert worden. „Für diesen Zug hatten wir auf dem Barwedeler Sportplatzgelände einen Sammelplatz eingerichtet“. Als Einsatzleiter Vernunft Zug 2 zur Wasserförderung anforderte, „hat sich die Verkehrssicherung an der Kreuzung der Bundesstraße 248 zu einem neuralgischen Punkt entwickelt. Schlauchbrücken mussten zum Schutz der B-Schläuche auf die Fahrbahn gelegt und die Fahrzeuge herüber geleitet werden“. Und während der stellvertretende Ausbildungsleiter Olaf Thurow (Brechtorf, Samtgemeinde Brome) und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Frank Ortmann (Grußendorf, Einheitsgemeinde Sassenburg) als externe Beobachter vor Ort eingeladen worden waren, „haben Samtgemeindebürgermeister Lothar Leusmann als Verwaltungschef und ich als interne Beobachter den Ablauf begleitet“, sagte Gemeindebrandmeister Dieter Luda. Gut zwei Stunden dauerte die Großübung. Fazit der Beobachter: „Erste gute Ansätze des neuen Einsatzkonzeptes sind erkennbar. Wir werden den Übungablauf noch genauer auswerten. Insgesamt jedoch befinden wir uns mit der Neuausrichtung auf dem richtigen Weg“.

 Nach der Manöverkritik gab es für alle Einsatzkräfte Würstchen mit Brot von der guten Fee der Feuerwehr. Die Ehefrau des Gemeindebrandmeisters, Ruth Luda, hatte auf dem Grillplatz den Tisch für die Feuerwehrleute gedeckt. „Denn den kleinen Imbiss habt ihr euch heute redlich verdient“, so der Gemeindebrandmeister.

(Joachim Dürheide)

 

 

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