Warrior 7 WAC


Datum: 02.02.2003
Tester: Peter



Vorbemerkungen

Mit dem WAC (Wind Attack Control) hat Flysurfer ein neues Depowersystem entwickelt, das beide zur Zeit erwerbbaren Wirkungsweisen von Depower kombiniert: Es verändert den Anstellwinkel und entwölbt gleichzeitig das Profil (so depowerten bisher alle FS- Matten). Auf diese Weise ist ein sehr großer Depower- und demzufolge auch Windbereich möglich. Der erste Kite, der dieses Kite Serienmäßig hat, ist der Psycho.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, dieses System in Kites mit autostabilem Profil einzubauen. Am ehesten ist der Warrior geeignet. Flysurfer bietet ein Nachrüstset nur für den 16,5er an. Aber das Kitesyndikat bietet Nachrüstungen an. Und was bringts? Wir werden es sehen.
Ich fasse mich insgesamt kurz was die ganzen Vorausführungen angeht, vorwiegend aus Zeitgründen und der Tatsache, dass sich vieles mit dem Psycho deckt.

1. Ausführung/Verarbeitung

Zu Lieferumfang, Anleitung, Tasche, Leinen und Flickzeug möchte ich hier nichts weiter schreiben. Ich verweise in Sachen Anleitung, Tasche, und Flickzeug auf den Psychotest. Die Standart Warrior-Leinen sind nicht wie beim Psycho unterteilt, weiß nicht, wie es ist, wenn man den Kite mit Psychobar kauft.
Bar


Für diejenigen, die den Kite mit Psychobar kaufen wollen, siehe ebenfalls Psychotest. Für den Fall, dass man den Warrior mit der Standartbar fliegt, möchte ich noch ein paar Worte dazu verlieren.
Es ist eine ganz normale Standartbar. Wer die Wipi Bar 01 kennt, so ein ähnliches Gerät ist das auch. Alurohr mit Ummantelung in rot und grün mit zwei Endkappen drauf. Ihr meint, das sei nichts besonderes? Ihr habt recht. Aber was solls. Erfüllt wirklich seinen Zweck und reicht meiner Meinung nach voll aus. Nur eine Art Rotor-Kite-Leach sollte man sich nachbasteln, das ist nämlich ein feines System. Und auch an die Leach wieder ein Klett dran. Das Flysurfer Klett-Quick-Release, das diese Bar hat, ist Praxiserprobt und hatte stehts gute Testwerte. Das ist auf jeden Fall gut.

Der Kite selbst

Da der Kite ja schon recht bekannt ist, fass ich mich kurz. Die Verarbeitung ist mal wieder richtig gut und der Kite dementsprechend robust. Es hat schon seine Gründe, dass es Leute gibt, die nur mit Matte kiten wollen. Ist auf jeden Fall, was das angeht, ein sorgenfreies Paket. Und ich hab auch noch nie davon gehört, dass jemand in Sachen Verabeitung/ Haltbarkeit Probleme hatte.


2. Der Auf-und Abbau


Mattenmäßig super. Mit WAC startet der Kite sogar noch besser, als ohne, da sich der Anstellwinkel beim depowern verstellt. So wird ein depowerter Kite noch schneller.
Aus der Tasche werfen, Sand drauf, Leinen abwickeln und ab gehts. Vorfüllen sollte man ihn nur noch, um einen sichereren Start zu haben. Aber ich erspare mir das und lege ihn nur kurz in den Wind.

Das Verstauen des Kites ist fast der selbe Traum. Durch den Entlüftungsschlauch ist der Kite relativ schnell entlüftet und mit Routine auch recht schnell verstaut.



3.Die Flugeigenschaften


Der Landtest

Wow. Ich bin begeistert. Der 7er Warrior war im Landtest so ziemlich das geilste, was ich geflogen bin. Es waren so um die oberen 3 Windstärken. Der Druckaufbau war sanft und angenehm, der Zug an der Bar relativ leicht (leichter als beim 12.5er Psycho). Ich muss vielleicht erwähnen, dass das drucklose Depower des Warriors beim Umbau auf WAC verloren geht. Ist aber wenn man nicht nur cruisen will, sondern auch an Tricks übt auf jeden Fall die bessere Wahl.
Als nächstes viel auf, wie stabil der Kite im Zenit steht. Man kann schon einmal den Kite im Zenit fast in Ruhe lassen. Nicht so wie die ARC, die von alleine in den Zenit steigt, aber stressfrei ist das allemal, was der Kite da macht.
Das Depower ist echt der Hammer, nachdem das Gerät umgebaut wurde. Der Kite wird schön schnell, wenn man depowert. Er dreht schnell, man kann auch kürzere Bars nehmen.


Sprung bei ca. 10 Knoten an Land!!!! Lift: Erstaunlich verbessert sich auch der Lift. Auf einmal hat der 7er Warrior bei oberen 3 bis unteren 4 Windstärken schon deutlich mehr Lift als der 12er. Und der Druck baute sich angenehm soft auf. Mit dem 12er kamen wir so gut wie gar nicht vom Boden weg, während mit dem 7er schon richtig Spaß zu haben war. (nur zur Info: am gleichen Tag waren wir auch mit dem 12,5er Psycho am Testen. Klar, das ist eine andere Kategorie, ich will nur erwähnen, dass wir uns bei dem schon nicht mehr richtig getraut haben, die Kiste komplett auszuspringen).





Auf dem Wasser

Mit einer verkürzten Bar ging es dann auch auf das Wasser. Bedingungen waren nicht die besten, aber reichten, um Aussagen zu treffen.
Der Warrior ist weiterhin superschnell, mit kurzer Bar aber noch ordentlich kontrollierbar. Das Tempo war recht angenehm für die Größe des Kites.
Ein Anfängerkite ist der 7er aber nach dem WACen wirklich nicht mehr. Man kann ihn jetzt etwas leichter zum Kollabieren bringen (keine Sorge, das Teil steht immer noch gut in der Luft und ist auch für den Nichtprofi dort zu halten) und das Tempo würde den Einsteiger überfordern (man schickt einen Anfänger auch nicht bei Hack aufs Wasser. Wer aber etwas Vorerfahrung hat, wird mit dem Warrior absolut keine Probleme haben.
Zum Fahren im unteren Windbereich braucht man etwas Feingefühl beim Depowern. Wenn man etwas zu weit depowert, ist der Zug schnell weg. Der Kite reagiert ziemlich sensibel auf die Stellung der Bar. Schon kleine Bewegungen werden sofort umgesetzt. Voll depowert schaut es fast aus, als würde er auswehen.
Das ist auch der Grund, warum man den Kite ziemlich hoch treiben kann. Ein Windlimit nach oben? Ich würde sagen die Vernunft sollte hier das Windlimit sein. Ich hatte schon die Situation, dass ich die Kiste oben hatte und nur wenig Zug spürte und von diesem Schein getrügt einen kleinen Sprung an Strand probierte... und plötzlich befand ich mich weiter über dem Boden, als mir lieb war.
Springen kann man auch ordentlich, für richtige Killersätze fehlte aber der Wind, es waren aber schon ein paar nette Hüpfer möglich. Der Lift setzt plötzlich ein, fast mit einem leichten "Plopp" wird man in die Luft befördern. Ein gänzlich anderes Gefühl, verglichen mit Tube oder Psycho. Während man in der Luft ist, ist der kleine Krieger schön zu kontrollieren.

4.Fazit


Der 7er WAC Warrior ist eine wunderbare Maschine. Endlich ein schön schneller Starkwindkite, der angenehm zu handeln ist, gut springt und einem wenig Ärger macht. Ein toller Intermediate mit großem Einsatzbereich. Die Größe ist auch noch super für andere Aktivitäten wie Mountainboarden oder Snowkiten (bei ordentlich Wind).
Was nicht so gut gefiel war bisher die große Sensibelkeit auf leichtes an-/depowern (der Kite wirkt so manchmal etwas giftig) und das ungewohnte Gefühl beim Liften (wobei ich hier nicht sagen kann, ob das nur Gewöhnungssache ist, ich bin ihn nicht so oft geflogen).
Doch durch seinen großen Einsatzbereich, die immer noch hohe Stabilität in der Luft und die sonstigen Vorzüge einer Matte, ist für diesen Windbereich der gewacte Warrior zur Zeit auf jeden Fall mein Favorit (mal sehen, was sein Nachfolger bringen wird) und ich rate auf jeden Fall zum Update, man bekommt einen ganz anderen Kite für wenig Geld.
Für diese Aussage kriege ich kein Geld oder sonstwas. Fairerweise muss man noch erwähnen dass ich kein Fan von druckloser Depower bin. Wer das alte System sehr liebt und nicht so viel springen will, darf getrost seinen Warrior ungewact lassen.

Müsste ich ihn auf einer Skala von 0-10 einteilen, gäb es satte 7 Punkte. (Das hilft noch nicht viel weiter, denn es gibt ja noch keine Vergleiche...). Der wirklich 100% perfekte Kite gäbe 10 Punkte (d.h. die 10 wird es wohl nie geben...).






Gesamtbewertung: Auch noch keine.


wjump.MPG: Ralph und der Sprung des Tages
(Von einer Nachahmung wird ausdrücklich abgeraten!!!!)
Bilder: Ralph, Peter
Tester: Peter
Text: Peter


***zurück***

Startseite