In Deutschland wurde das erste Leuchtfeuer, mit Rüböl brennende Laternen im alten Kirchturm im Jahre 1624 auf der Insel Wangerooge angezündet. Fast wäre Helgoland noch ein Jahr früher mit einem Steinkohlenleuchtfeuer ("Blüse") versehen gewesen. Dort allerdings dauerte es von der Antragstellung bis zur Genehmigung einer Feuerbake sechs Jahre, so dass im Jahre 1629 dort zum ersten Mal ein Leuchtfeuer angezündet wurde. Diese Blüse wurde mit englischer Steinkohle glthelgo1efeuert. Wie lange die Blüse unterhalten wurde - es gab ständig mit den Hafenstädten und Schiffseignern Probleme über die Bezahlung (“Feuergeld”) der Kosten - steht nicht fest. Spätestens 1637 war das Feuer erloschen.

1673 wurde nach einigen Schiffsunglücken ein neuer Versuch unternommen, die Insel mit einem Leuchtfeuer zu versehen. Zunächst war dies eine Laterne auf einem Pfahl, doch war ihr Licht sehr schwach. So wurde ab 1777 eine neue Blüse eingerichtet. Die Kosten dafür hatten die Hamburger zu tragen, auch durften nur Helgoländer Einwohner für die Bedienung der Blüse angestellt werden.

Im Jahre 1811 wurde auf Helgoland ein neuer Leuchtturm, ausgestattet mit Argand-Lampen und Reflektoren, in Betrieb genommen. Der Turm war in der Spitze 67 Meter hoch. Sein Licht war etwa doppelt so weit sichtbar wie das einige Jahre vorher eingerichtete Leuchtfeuer von Cuxhaven.
1911 hatte das Blinkfeuer einen Scheinwerferumkreis von 23,3 Seemeilen.

Als alle Bauwerke auf Helgoland im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danachHelgoland, in denen die Insel Übungsziel der Air Force war, zerstört wurden, blieb einzig der 1941 aus meterdicken Betonmauern errichtete Flak-Leitstand einigermaßen erhalten. 1952 wurde darauf ein provisorisches Leuchtfeuer entzündet. 1965 wurde der Turm schließlich mit rotem Klinkerwerk ummantelt: “Helgoland Oberfeuer” mit einer Höhe von 68,5 Metern über dem Meeresspiegel, Reichweite ca. 30 Seemeilen. Das auf dem Turm montierte Radargerät dient der Überwachung der Schiffahrt in der Deutschen Bucht.

Helgoland Lighthouse

Leuchturm auf der Düne:

(leider bin ich diesmal nicht näher rangekommen.)

Auch der kleine unscheinbare Leuchtturm auf der Nachbarinsel Düne, hat seine Geschichte. Bereits 1663 unterhielten Hamburger Kaufleute eine Kohleblüse auf dem, damals noch mit Helgoland zusammenhängendem flachen Sand. 1656 wurde ein zweites Feuer im Süden errichtet und als Kapen-Feuer bezeichnet. 
Als 1720 die beiden Inselteile auseinanderbrachen wurden die beiden kleinen Leuchtfeuer auf der Düne vernichtet und später nicht wieder aufgebaut. Gegen 1762 errichteten deutsche Reeder auf dem Hog-Stan Sand sowie auf dem Steingrund Tagessichtbaken. Obwohl 1926 bei der ersten Europäischen Seezeichenkonverenz beschlossen wurde auf der Insel Düne ein Feuer zu erbauen, dauerte es bis 1936 bis dieser Leuchtturm, mit einer Feuerhöhe von 17 Metern, errichtet wurde. 1953 wurde dieses Feuer modernisiert. Seit 1982 ist das Dünen-Licht vom Hauptfeuer auf Helgoland aus, fernsteuerbar.
(Text: W. Schippke)