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Honoré de Balzac
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  Niemand trägt einen neuen Anzug, ohne dass alle anderen darüber ihre Bemerkungen machen.

(aus "Vater Goriot")

Balzac in "Die Kleinbürger"                       

Eine Frau ist noch nicht gut angezogen, wenn sie reiche, kostbare Sachen trägt, sondern erst dann, wenn sich in ihrer Kleidung, die übrigens sonst ganz einfach sein kann, eine geheime Harmonie der Formen und Farben geltend macht, die ihre reizvolle Hülle gerade für sie als die richtige erscheinen lässt.

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Balzac in "Die Entmündigung"

Ist übrigens nicht die Gleichgültigkeit hinsichtlich der Kleidung das unterscheidende Kennzeichen der hohen Wissenschaft, der bis zum Wahnwitz gesteigerten Hingabe an die Kunst, des unaufhörlich sich bestätigenden Denkens?

Balzac in "Vetter Pons"

 

Die Präsidentin benutzte 5 Tage, um ihre Tochter aufzuzäumen. Am Tage der Zusammenkunft kleidete

sie sie selbst an, mit eigenen Händen rüstete sie sie sorgfältig aus, wie der Admiral der Blauen Flotte

die Jacht der Königin von England, wenn sie zu

ihrer Reise nach Deutschland aufbricht.

 

Balzac in "Albert Savarus"

Die Mode, die wir in Paris als die englische bezeichnen, heißt in London die französische und umgekehrt.

 

Balzac in "Albert Savarus"

Die Reifröcke wurden übernommen.

Ein halbes Jahrhundert lang hat diese

Mode die Frauen Europas tyrannisiert.

 

Balzac in "Die Botschaft"

Beim letzten Busch der großen Allee hatte ich meinen Kragen hochgeschoben, meinen schäbigen Hut und meine Hose mit den Schößen meines Fracks, meinen Frack mit den Ärmeln und die Ärmel einen mit dem anderen abgebürstet; dann hatte ich ihn sorgfältig zugeknöpft, damit der Stoff der Aufschläge zu sehen war, der stets etwas neuer wirkt als der übrige; und schließlich hatte ich meine Hose über die kunstvoll im Gras gereinigten Schuhe gestreift. Dank dieser Gascogner- Toilette hoffte ich, nicht für einen von Dienstwegen umherziehenden Beamten der Unterpräfektur gehalten zu werden.

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Anm. F.W.: Hanns Heiss schreibt in seinem Werk "Balzac" über die Darstellung der Mode in der "Menschlichen Komödie": "Er schildert, wie sich eine Dame der Gesellschaft um 1830 frisierte, was sie fürs Theater anzog, wie sich ein Stutzer kleidete, was er für Schlafröcke hatte, von welchem Schnitt seine Westen und bei welchem Schneider sie gearbeitet waren, wie sich während der Restauration ein wohlhabender Kaufmann und zwanzig Jahre später ein hoher Beamter kleidete, der noch eitel auf sein Aussehen hielt, was ein Priester wie Charles Grandet an Wäsche usw. mitnahm, wenn er in die Provinz reisen musste, was für Bibelots in ein elegantes Zimmer gehörten, was für Spazierstöcke modern waren. Es ist, als ob wir in alten Modejournalen oder in einer Mappe alter Stiche blätterten."[116]

Lesen Sie dazu einen Auszug aus "Eine dunkle Begebenheit" über die

"Mode der Schellfischschwanzröcke":

„Die beiden Pariser, die herankamen, hatten Gesichter, die wahrlich für einen Maler Typen abgegeben hätten. Der eine, der der Untergebene zu sein schien, trug Stulpenstiefel, die etwas herabgerutscht waren und schmächtige Waden in buntseidenen Strümpfen von zweifelhafter Sauberkeit sehen ließen. Die Hose aus aprikosenfarbenem, geripptem Tuch und mit Metallknöpfen war ein bisschen zu weit; der Körper hatte reichlich Platz darin, und die abgescheuerten Falten deuteten durch ihre Anordnung auf einen Mann von sitzender Lebensweise. Die mit stark aufliegenden Stickereien überladene Pikeeweste stand offen und wurde über dem Bauch von einem einzigen Knopf zusammengehalten; sie gab dieser Persönlichkeit ein um so unordentliches Aussehen, als sein schwarzes , zu Korkzieherlocken gedrehtes Haar die Stirn verbarg und über die Wangen fiel. Zwei stählerne Urketten hingen auf die Hose herab. Das Hemd war mit einer weiß und blauen Kameenadel geschmückt. Der zinnfarbene Rock empfahl sich dem Karikaturisten durch einen langen Schoß, der, von hinten gesehen, so vollkommen dem Schwanz eines Schellfischs glich, dass ihm dieser Name gegeben wurde. Die Mode der Schellfischschwanzröcke hat zehn Jahre gedauert, fast so lange wie das Reich Napoleons. Die Binde, die den Hals locker und in zahlreichen großen Falten umschloss, erlaubte dem Mann, den Kopf bis zur Nase darin zu vergraben…. In der Hand hielt er schwarzseidene Handschuhe und ein Spazierstöckchen. Er musste irgendeine Amtsperson sein…“

Die Damen à la mode

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