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Wer von uns kann wissen, was ihm morgen zustößt?
(aus "Katharina von Medici") |

Balzac in "Die Lilie im Tal"
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Während
das Elend für viele Menschen
ein Kräftigungsmittel ist,
wirkt es auf andere zersetzend.
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Balzac in
"Vater Goriot"Sobald uns
ein Unglück trifft, findet sich stets ein Freund, der es uns nur zu gern sagt und uns
einen Dolch im Herzen herumdreht, dessen Griff wir bewundern sollen. |

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Balzac
in "Pierette"
Schweigen
ist für alle Bedrängten das einzige Mittel, sich zu behaupten:
es bezwingt die grausamen
Angriffe der Neider, die unmenschlichen Scharmützel der Feinde; es verleiht einen
vernichtenden, vollständigen Sieg. |
Balzac
in "Das Haus zur >Ballspielenden Katze<"
"Vor
allen Dingen rate ich Ihnen, nicht so zu weinen. Tränen entstellen. Man muss sich darauf
verstehen, seinen Kummer in der Gewalt zu haben; denn er macht krank, und die Liebe hält
sich nicht lange an einem Leidenslager auf. Die Schwermut, verleiht wohl zunächst eine
gewisse Anmut, die gefällt, aber sie verlängert die Züge und lässt das
hinreißenste
Gesicht schließlich verblühen. Und ferner sind unsere Tyrannen so egoistisch, ihre
Sklaven immer heiter sehen zu wollen."
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Balzac in "Vetter Pons"
Nichts höhlt den Magen mehr als
Kummer. |
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Balzac in "Die
Messe des Gottesleugners" Das Elend hat
seinen eigenen Schlaf voll schöner Träume. |
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Balzac in "Das
Chagrinleder"
Wo Elend herrscht,
gibt es keine Scham,
keine Verbrechen,
keine Tugenden,
keinen Geist. |
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Anm.F.W.:
Nachdem Balzac sich entschieden hatte Schriftsteller zu werden,
benötigte er für seine Tätigkeit eine eigene Wohnung. Stefan Zweig
schreibt über diese Mansarde in seiner Balzac-Biographie:
"Jenes Haus Nr.9 Rue Lesdignières ist längst niedergerissen, und
das ist bedauerlich. Denn Paris hat trotz Napoleons Grab kein
großartigeres Denkmal leidenschaftlicher Aufopferung als diese
jämmerliche Dachkammer... Eine schwarze stinkende Stiege führte fünf
Treppen hoch zu einer verfallenen Eingangstür aus einigen roh
zusammengezimmerten Planken. Stieß man sie auf, so tappte man in
eine niedere dunkle Dachluke, eisig im Winter, glühendheiss im
Sommer. ... Gerade dieses Loch wählt die Mutter, um dem künftigen
Schriftsteller das Metier zu verleiden.
Balzac beschreibt den jämmerlichen Zustand dieses Domizils in
seinem "Chagrinleder":
"Es konnte nichts Abscheulicheres geben, als dieses Mansardenzimmer
mit seinen gelben, schmutzigen Wänden, das nach Elend roch... Die
Decke senkte sich dauernd, und die losen Ziegel ließen den Himmel
durchscheinen... So
elend das Leben für Balzac auch war, er lebte
"mit unbeschreiblicher Leidenschaft das Leben eines Diogenes."
In "César Birotteau"
schreibt er: "Das
Unglück ist für das Genie ein Sprungbrett....
Und seien wir doch mal ehrlich, wäre aus ihm dieses Genie
geworden, wenn man ihn auf Rosen gebettet hätte? Er war das erste
Mal im Leben unabhängig, sein eigener Herr. Balzac der
Phantasiemensch übersah das Elend. Stefan Zweig schreibt weiter:
"Aber bei Balzac
ist die Phantasie tausendfach stärker als die Realität; sein Blick
kann das Unscheinbarste beleben, das Hässliche erheben."
Dafür finden wir genügend
Beispiele in der "Menschlichen Komödie". |
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