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Honoré de Balzac
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Wer von uns kann wissen, was ihm morgen zustößt?

(aus "Katharina von Medici")

 

                    Balzac in "Die Lilie im Tal" 



Während das Elend für viele Menschen
ein Kräftigungsmittel ist,
wirkt es auf andere zersetzend.

 

Balzac in "Vater Goriot"

Sobald uns ein Unglück trifft, findet sich stets ein Freund, der es uns nur zu gern sagt und uns einen Dolch im Herzen herumdreht, dessen Griff wir bewundern sollen.

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Balzac in "Pierette"

 

Schweigen ist für alle Bedrängten das einzige Mittel, sich zu behaupten:

es bezwingt die grausamen Angriffe der Neider, die unmenschlichen Scharmützel der Feinde; es verleiht einen vernichtenden, vollständigen Sieg.

Balzac in "Das Haus zur >Ballspielenden Katze<"

SWAMPED.jpg (15203 Byte)"Vor allen Dingen rate ich Ihnen, nicht so zu weinen. Tränen entstellen. Man muss sich darauf verstehen, seinen Kummer in der Gewalt zu haben; denn er macht krank, und die Liebe hält sich nicht lange an einem Leidenslager auf. Die Schwermut, verleiht wohl zunächst eine gewisse Anmut, die gefällt, aber sie verlängert die Züge und lässt das hinreißenste Gesicht schließlich verblühen. Und ferner sind unsere Tyrannen so egoistisch, ihre Sklaven immer heiter sehen zu wollen."  

Balzac in "Vetter Pons"

 

Nichts höhlt den Magen mehr als Kummer.

Balzac in "Die Messe des Gottesleugners"

Das Elend hat seinen eigenen Schlaf voll schöner Träume.

Tsunami, 26th December 2004 camp in Auroville

Balzac in "Das Chagrinleder"

Wo Elend herrscht,

gibt es keine Scham,

keine Verbrechen,

keine Tugenden,

keinen Geist.

 

 

Eine Episode aus der Zeit der Schreckensherrschaft

Anm.F.W.: Nachdem Balzac sich entschieden hatte Schriftsteller zu werden, benötigte er für seine Tätigkeit eine eigene Wohnung. Stefan Zweig schreibt über diese Mansarde in seiner Balzac-Biographie: "Jenes Haus Nr.9 Rue Lesdignières ist längst niedergerissen, und das ist bedauerlich. Denn Paris hat trotz Napoleons Grab kein großartigeres Denkmal leidenschaftlicher Aufopferung als diese jämmerliche Dachkammer... Eine schwarze stinkende Stiege führte fünf Treppen hoch zu einer verfallenen Eingangstür aus einigen roh zusammengezimmerten Planken. Stieß man sie auf, so tappte man in eine niedere dunkle Dachluke, eisig im Winter, glühendheiss im Sommer. ... Gerade dieses Loch wählt die Mutter, um dem künftigen Schriftsteller das Metier zu verleiden. Balzac beschreibt den jämmerlichen Zustand dieses Domizils  in seinem "Chagrinleder": "Es konnte nichts Abscheulicheres geben, als dieses Mansardenzimmer mit seinen gelben, schmutzigen Wänden, das nach Elend roch... Die Decke senkte sich dauernd, und die losen Ziegel ließen den Himmel durchscheinen... So elend das Leben für Balzac auch war, er lebte "mit unbeschreiblicher Leidenschaft das Leben eines Diogenes." In "César Birotteau" schreibt er: "Das Unglück ist für das Genie ein Sprungbrett.... Und seien wir doch mal ehrlich, wäre aus ihm dieses Genie geworden, wenn man ihn auf Rosen gebettet hätte? Er war das erste Mal im Leben unabhängig, sein eigener Herr. Balzac der Phantasiemensch übersah das Elend. Stefan Zweig schreibt weiter: "Aber bei Balzac ist die Phantasie tausendfach stärker als die Realität; sein Blick kann das Unscheinbarste beleben, das Hässliche erheben." Dafür finden wir genügend Beispiele in der "Menschlichen Komödie".

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