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Diese
Menschen haben sich nun einmal in eine Idee verrannt. Sie haben Durst
nur nach dem Wasser einer bestimmten Quelle, auch wenn es trübe ist. Um
daraus trinken zu können, würden sie ihre Frauen und ihre Kinder
verkaufen und schließlich auch dem Teufel ihre eigene Seele!
(Balzac
in "Vater Goriot") |
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Spielsucht |
| Balzac
in "Das Mädchen mit den Goldaugen" |
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...Sie
haben Sich überanstrengt, um jenes Gold zu
gewinnen, das sie lockt und
bannt. Dann verschleudern sie, unbekümmert um die Zukunft, gierig nach
Genüssen und auf ihre Arme vertrauend, wie ein Maler auf seine Palette, als große Herren von Eines Tages Gnaden
am Montag ihr Geld in den Schenken.
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| Sie (Anm.: die Spielsucht) dauert nur zwei Tage und
frisst dennoch
das Brot der Zukunft, die Suppe der Woche, die Kleider der Frau und die
zerschlissenen Windeln des Kindes. |
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Das
Vergnügen gleicht gewissen
Medikamenten:
um dauernd
dieselben Wirkungen
zu erzielen,
muss
man die Dosis verdoppeln
und die letzte enthält Tod
oder Verblödung.
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| Balzac in
"Tante Bette" |
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...
"es gibt Augenblicke,
in
denen man den Teufel anpumpen würde."
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Mit
einem Wort, das Spiel, das den Einsatz des reichen und kaltblütigen
Spielers abweisen konnte, verschlang das Vermögen dessen, der dumm und
eigensinnig genug war, sich durch die rasche Bewegung der Maschine
berauschen zu lassen. (Balzac in
"Ein Junggesellenheim")
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Anm. F.W.:
Kennen Sie den Pendelverkehr "Geldautomat -
Spielautomat"? Wenn nicht, dann können Sie die Verzweiflung
vielleicht erahnen, wenn man Opfer der Spielsucht geworden ist?
Aber viele sind davon betroffen. "Wenn >Die verflixte 7< noch
gekommen wäre" oder "beinahe hätte ich den Jackpott
geknackt". Vergessen Sie es. Sie können diesen ungleichen Kampf
gegen einen Computer nicht gewinnen. An sich ist gegen das Spiel nichts
einzuwenden, sofern man es zum Zeitvertreib betreibt ("Die Masse
macht's!"). Süchtige aber, können sich nicht bremsen. Sie
brauchen Hilfe. Wie viel menschliches Leid ist schon durch die Sucht
entstanden? Betroffene werden es verstehen. Die Romane "Ein
Junggesellenheim", "Das Mädchen mit den Goldaugen"
und "Das Chagrinleder" von Balzac sind beste Beispiele für die ungeschönten Auswirkungen der
Spielsucht. Wollen wir ergründen,
ob Balzac gespielt hat, da fällt uns ein Zitat aus einem Brief an
Evelina Hanska vom Juni 1836 auf: "Beim
letzten Mal habe ich Bernard gebeten, mich mit einer Summe von... an
seinem Spiel zu beteiligen, was doch hinlänglich beweist, wie fern mir
jede Spielleidenschaft liegt. Alles in allem habe ich in meinem ganzen
Leben vielleicht dreißig Dukaten verloren. Soviel zum Spielen. Diesem
Laster werde ich niemals verfallen; ich spiele eine viel kostbarere und
schönere Partie." "Mesdames,
messieurs, rien ne va plus!",
oder besser gesagt: "...,dem braucht man nichts mehr
hinzuzufügen " .
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Alkoholsucht |
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Balzac in "Verlorene
Illusionen" |
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Hippokrates
verspricht: Wer trinkt,
Dem
hundertj ähr'ges Alter winkt.
Was
hilft's o Jammer, wenn das Bein
Nicht
sicher schlägt den Schritt mehr ein
Und
keinen Backfisch mehr umschweift,
Wenn
nur die Hand noch sicher greift
Mit
flinken Griff die Flasche Wein,
Wenn
wir als echte Zecher dann
Bis
sechzig Jahre stoßen an.
Herbei
und trinkt, herbei und lacht,
Und
an den Rest wird nicht gedacht!
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Balzac in "Die Bauern"
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Als untröstlicher Witwer versuchte er,
seinen Kummer nach englischem Vorbild im Wein zu ertränken; aber als er
schon längst nicht mehr an die arme, teure Verstorbene dachte, war er,
wie man im Dorf scherzhaft sagte, auf einmal mit der Flasche verheiratet.
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Balzac in "Abhandlung über moderne Reizmittel"
Die Trunkenheit ist ein Zustand
momentaner Vergiftung. |
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Anm. F.W.: Mit
der Alkohol-Sucht ist es wie mit der Spiel-Sucht, die Masse macht's.
Balzac war ein "Wassertrinker", wie George Sand in ihrer
Autobiographie ("Histoire de ma Vie") schreibt. Er
verabscheute das Rauchen. Dennoch putschte er sich mit 50 Tassen Kaffee
pro Tag auf, um seinen 12-16 Stunden Arbeitstag zu bewältigen.
Vielleicht war das eine der Ursachen, dass er so früh sterben
musste? In Stefan
Zweigs Balzac-Biographie lesen wir: "Und
wenn die fünfzigtausend Tassen überstarken Kaffee (auf soviel hat es
ein Statistiker geschätzt) das gigantische Werk der Comédie humaine
beschleunigten, so haben sie damit doch gleichzeitig sein urgesundes
Herz vorzeitig zum Bersten gebracht." (Quelle:
Zweig, Stefan, Balzac, Frankfurt am Main, 1999, S. 187) |
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Balzac in "Cesar
Birotteau" |
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Wenn ein Mann in dem
Schlamm der Ausschweifung eintaucht, kann es nicht anders sein, als dass
sein Gesicht irgendwo Spuren ebenjenes Schlammes zeigt.
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Nun noch ein spezieller Tipp von mir: sollten Sie die
Absicht haben, eine Sucht bekämpfen zu wollen, helfen ein paar
Grundsätze aus eigener Erfahrung:
1. Versuchen Sie
nicht ihre Sucht herunterzuspielen oder zu verharmlosen, nur die ernsthafte Selbsterkennung
hilft ihnen, das Problem zu lösen. Hier ist der Wille der einzige Weg
zur
Lösung, nicht die Selbsttäuschung. 2. Die Lösung des
Problems fordert eine vollständige Trennung vom Suchtgegenstand.
Süchtige können das Problem nicht lösen, indem sie der irrtümlichen
Meinung sind, man könnte mit weniger leben. Spieler müssen
Spielcasinos meiden wie der Teufel das Weihwasser. Kettenraucher
oder Alkoholkranke haben nur eine Chance, wenn sie absolut die Finger
von dem Zeug lassen. 3. Schließen sie sich Gruppen
an, bekennen Sie sich zu ihrer Sucht und versuchen sie gemeinsam das
Problem zu lösen. 4. Suchen Sie sich ihren
"persönlichen Strohhalm", etwas woran sie sich festhalten und
wieder aufrichten können, wenn dass Fleisch wieder mal schwach wird.
Manchmal hilft eine Philosophie oder Gedanken an etwas, dass man lieb
hat. Es wird keine Heilung geben, man
kann eine Sucht auch nicht überwinden, aber die völlige Absagung vom
Suchtgegenstand hilft. Gehen sie einfach nicht hin, zu ihrem
"Feind". Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung sind ihre
einzigen "Waffen". Irgendwann denken
sie schon nicht mehr daran. Über die Auswirkungen der Sucht brauche ich ja
nicht viel zu erzählen, dass wissen sie selbst am besten. Viel
Erfolg! |
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Rauchen |
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