Honore de Balzac
Impressum
Kontakt
Übersicht
Links
Zitate
vorhergehende Seitenächste Seite

Das Vaterland geht unter,

wenn die Väter mit Füßen getreten werden.

(aus "Vater Goriot")

 

Balzac in "Das Mädchen mit den Goldaugen"

Vielleicht bemerken wir zu spät die Folgen, die durch das Sinken der väterlichen Autorität entstehen. Diese Autorität, die früher erst mit dem Tod des Vaters endete, bildete das einzige menschliche Tribunal, vor das die familiären Vergehen gehörten, und nur bei schwerwiegenden Fällen griff die königliche Gewalt ein. Wie zärtlich und gut auch eine Mutter sein mag, sie kann die patriarchalische Autorität ebenso wenig ersetzen wie eine Frau einen König auf dem Thron; und sollte dieser Ausnahmefall eintreten, wird ein monströses Wesen das Ergebnis sein.

 

Balzac in "Vater Goriot"

Wenn sie erst Vater sind und sich beim Anblick Ihrer lallenden Kinder sagen: >Das ist aus mir hervorgegangen!<, wenn Sie fühlen, dass jeder Tropfen Blut dieser kleinen Geschöpfe aus Ihrem Blut stammt, dass sie dessen zarte Blüte sind, denn das sind sie: dann meinen Sie, Sie seien unlösbar mit ihrer Haut verbunden, dann meinen Sie, mit ihren Schritten zu schreiten.

 

Balzac in "Eugenie Grandet"

Mein Vater ist Herr in seinem Haus. Solange ich in seinem Haus wohne, muss ich ihm gehorchen. Sein Benehmen braucht sich nicht um die Billigung oder Missbilligung der Welt zu kümmern, er schuldet Gott allein Rechenschaft darüber.

 

Balzac in "Modeste Mignon"

Nur die Freude eines nach einer so langen Abwesenheit heimkehrenden Vaters konnte sich derartig laut kundtun. Es gibt so viele Väter, so viele Kinder, und vielleicht mehr Väter als Kinder, welche die Wonnetrunkenheit eines solchen Festtags verstehen, dass die Literatur ihn hat glücklicherweise nie beschreiben brauchen, denn die schönsten Worte, die Dichtkunst bleiben hinter jenen Gemütsbewegungen zurück.  

 

                  

                   Balzac in "Wie leichte Mädchen lieben"

 

"Es ist doch das wenigste, 

dass die Kinder den Papa 

zum Frühstück einladen."

 

 

              Balzac in "Die Frau von dreißig Jahren"

"Ach!" rief der Vater und stieß einen Seufzer aus, "du verwöhntes Kind! Manchmal sind die besten Herzen recht grausam. Euch unser Leben zu weihen, nur an euch zu denken, für euer Wohlsein zu sorgen, das, was uns behagt, euren Launen zu opfern, euch anzubeten, sogar unser Blut für euch hinzugeben: ist das etwa nichts? Ach, ja, ihr nehmt all das unbekümmert hin. Um allezeit uns euer Lächeln und eure herablassende Liebe zu erhalten, müsste man die Macht Gottes besitzen. Denn schließlich naht ein anderer! Ein Liebhaber, ein Gatte entreißt uns eure Herzen."

 

 

 

Balzac in "Vater Goriot"

Für einen Vater bedeutet es die Hölle: ohne Kinder zu sein.

 

 

 
Honoré de Balzac - "Vater Goriot" - Ein Sittenroman. Ins Deutsche übertragen von Mario Spiro.Verlag Wilhelm Borngräber, Berlin und Leipzig, ca. 1930

 

 

Anm. F.W.: Die Rolle der Männer und Väter in der "Menschlichen Komödie" wird im Kommentar auf der Seite 8 - "Männer" von Bettina Licht dargestellt.


[«] [Honore de Balzac] [Impressum] [Kontakt] [Übersicht] [Links] [Zitate] [»]

Copyright © 2001 - 2005 Frank Weidemann All rights reserved.