|
Abgesehen von einigen Gebräuchen,
sind alle Kleinstädte einander ähnlich.
(aus "Die
Verlassene") |
 |
Balzac in "Wohin schlechte Wege
führen" Der Justizpalast ist ein
wirrer Haufen übereinander getürmter Bauwerke, von denen die einen voll
Größe sind, die anderen aber kümmerlich; durch den Mangel an
Einheitlichkeit schaden sie sich gegenseitig. |
| |
|
|
Balzac
in "Verlorene Illusionen"
Der
Mangel an Gesellschaft ist eine der größten Unannehmlichkeiten des
Landlebens. |
 |
|
|
|
|

Balzac
in "Die
Lilie im Tal"
Ein Aufenthalt auf dem
Lande,
dies ewige Heilmittel gegen alle Leiden,
denen die Medizin nicht
beikommt,
galt für geeignet, mich aus der
Gleichgültigkeit zu befreien. |
|
|
Balzac in "Vater Goriot"
Die jungen Menschen aus der Provinz
wissen nicht, wie angenehm das Leben zu dritt ist. |
 |
|
|
|
Balzac in "Der Landarzt"
Sobald
der Bauer aus seinem rein
arbeitsamen
Leben zu einer gewissen Wohlhabenheit
oder zu Landbesitz gelangt, wird er unerträglich. |
|
|
|
|
Balzac in "Verlorene
Illusionen" Die berühmten Männer
der Epoche sind genötigt, in der Abgeschiedenheit zu leben. |
 |
|
|
|
Balzac
in "Eine dunkle Geschichte"Er glaubte,
sein Wohlstand hänge vom Ruin anderer ab; und was über ihm stand war ein
Feind, gegen den jedes Mittel tauglich sein musste. Ein solcher
Charakter findet sich bei den Bauern ziemlich häufig. |
|
|
|
Balzac
in "Die Kleinbürger"
Die Verwaltung
eines Grundstücks ist ja
beinahe so etwas
wie eine amtliche Tätigkeit.
|
|
|
|
Anm. F.W.:
Balzac liebte Paris und die Zirkel der großen Welt des Faubourg
Saint-Germain, nachzulesen in seinen Szenen aus dem Pariser Leben. Aber
sehr oft reiste er zur Erholung auf das Land. Er liebte die Touraine.
In seiner Biographie lesen wir: 1830 Aufenthalt mit Laure de Berny auf dem
Landsitz La Grenadiere in der Touraine. In einem Brief vom Juni 1836 an
Mme Hanska drückt er seine Sehnsucht nach einem "Stück Natur" aus: "Die
Touraine ist in diesen Tagen sehr schön. Es herrscht außergewöhnliche
Wärme, die die Rebstöcke erblühen lässt. Ach, mein Gott,
wann werde ich ein kleines Stück Land, ein kleines Schloss, einen kleinen
Park, eine schöne Bibliothek haben und dort sorglos leben und die Liebe
meines Lebens beherbergen können; ..."*Sehr häufig fuhr er zu Monsieur
de Margonne zum Chateau de Saché sowie zu den Carrauds (Zulma und
Ehemann Francois-Michel) nach Angouleme und später auf Schloss Frapesle
bei Issoudun im Berry, das für Balzac ein häufiger Zufluchtsort und eine
Oase der Ruhe ist*.
Das Land inspirierte ihn zu wahrhaft großen Werken (Szenen aus dem
Provinzleben). Mit großer Freude erwarb Balzac 1837 seinen Landsitz
"Les Jardies" in Sevrés, den er aber später infolge großer
Verschuldung (ca. 100000 Francs) wieder aufgeben musste. In einem Brief
vom 1. Juni 1841 schrieb er Evelina Hanska: "Les
Jardies wird verkauft und von einem Strohmann mit meinem Geld erstanden,
und wenn ich niemandem mehr was schulde, werde ich dorthin
heimkehren." Leider ging sein Wunsch
nicht in Erfüllung. Am 15. Juli 1841 schreibt er: "Les
Jardies ist für 17500 Francs verkauft wurden, die mich 100000 gekostet
haben! Nun bin ich ohne Haus, ohne Herd und ohne Heimstatt."* Seine
Reisen ins europäische Ausland sowie seine langen Reisen in die Ukraine
zu Evelina waren für ihn sehr strapaziös und taten seiner Gesundheit in
starkem Maße Abbruch.[66]
|