|
|
|
In der Rubrik
"Leseprobe" werden kurze Passagen aus verschiedenen Werken zu lesen sein, welche
mir ganz besonders gefielen. Diesmal zum Thema: "Schlafmützen".
|
|
|
|
|
|
|
|
Balzac in "Eugenie Grandet"
...bei
ihm mussten alle schlafen gehen,
wenn
er sich niederlegte, so
wie,
wenn
August der Starke trank,
Polen
berauscht war.
|
|
|
|
|
|
|
|
Balzac in "Eine
Evastochter"
Die Leuchten des
Zeitalters
schliefen wie das
liebe Vieh.
|
|
|
|

Balzac
in „Katharina von Medici“
Schlafmützigkeit
ist doch
ebenfalls ein
Finanzplan.
|
Balzac
in "Die Sühnemesse – Eine Episode aus der Schreckenszeit"
Es liegt in der Natur der
menschlichen Seele, selbst der schwächsten, dass einer heftigen
Aufregung immer ein Gefühl der Ruhe folgt; denn wenn Empfindungen
auch unendlich sind, unsere Fähigkeiten, sie zu ertragen, sind
begrenzt.
|
|
|
|
|
|
Balzac
in "Die Lilie im Tal"
Seelische Vereinsamung bringt
dieselben Wirkungen hervor wie wirkliche Einsamkeit: die Stille
schärft das Ohr für die leisesten Geräusche, und die Gewohnheit,
immer wieder sich in sich selbst zurückzuziehen, bildet eine
Empfindsamkeit heran, die in ihrer Feinheit die geringfügigsten
Abarten unserer Eindrücke offenbart.
|
|
Balzac in "Vetter Pons"
Es gibt keinen
Schmerz, den der Schlaf nicht zu besiegen vermöchte.
|
|
|
|
|

Balzac
in "Vetter Pons"
Man kann die Glocken läuten hören
und weiß doch nicht wo sie hängen.
|
|
|
|
|
Balzac in "Physiologie der
Ehe"
Wenn
du wüsstest, einer deiner Nebenbuhler hätte ein Mittel ausfindig
gemacht, dich den Blicken des
dir teuren Weibes in einer Stellung preiszugeben, in der du im
höchsten Grade lächerlich wärest: zum Beispiel mit schiefem Munde wie
eine Theatermaske, oder während deine beredten Lippen wie das kupferne
Mundstück eines mit seinem Nass geizenden Brunnens Tropfen um Tropfen
eines reinen Wassers absonderten – wenn du das wüsstest, dann würdest
du ihn erdolchen. Dieser Nebenbuhler ist der Schlaf. Gibt es auf der
Welt einen Menschen, der wirklich weiß, wie er aussieht und was er
tut, während er schläft? |
|
|
|
|
|

Balzac in "Die kleinen Nöte des Ehelebens
Ich bin ein Feigling... aber wie
soll ich der Watteweichheit meines Bettes Widerstand leisten? Meine
Füße sind schlaff, ich muss krank sein, ich bin allzu glücklich...
Ich will die unmöglichen Weiten meines Traumes nochmals erleben, und
meine leichtfüßigen Frauen und die beflügelten Gestalten und die
entgegenkommenden Wesen. |
|
|
|
|
|
Anm. F.W.:
Schlaf bedeutet in der "Menschlichen Komödie" nicht einfach
"Augen zu und weg", er hat eine besondere Bedeutung. Balzac
tritt hier als Beobachter der "Schläfer" auf,
versteht aber auch die Kausalität zum "wachen Leben"
darzustellen. Er beschreibt sehr schön eine Tätigkeit, wofür er sich
selbst sehr wenig Zeit gekönnt hat. Sein Schlaf währte in seiner
produktiven Phase oft nicht länger als 4 - 6 Stunden. Balzac hielt sich
mit Unmengen Kaffee wach, um seine sich selbst gestellte Aufgabe, das
Schreiben seiner unzähligen Werke, zu erfüllen.
In seinem Roman
"Louis Lambert" befasst sich Balzac mit der
Traumdeutung. Er fragt sich, was passiert mit dem Körper und dem
Geist im Schlaf?: "Ich bin
gewandert, ich habe gesehen, ich habe gehört. Bewegung ist
unvorstellbar ohne den Raum; der Ton wirkt sich nur in Winkeln und auf
Oberflächen aus, und die Farbe entsteht nur durch das Licht. Wenn ich
bei Nacht mit geschlossenen Augen in mir selbst farbige Dinge gesehen,
wenn ich in der absolutesten Stille Geräusche gehört habe, und zwar
ohne die erforderlichen Vorbedingungen, damit der Ton sich bildet,
wenn ich in der vollkommensten Reglosigkeit Raumesweiten
durchschritten habe, dann müssten wir innere Fähigkeiten haben, die
unabhängig von den äußeren physikalischen Gesetzen sind. Dann wäre
die materielle Natur durchdringbar durch den Geist."[63]
Glauben Sie immer noch, dass wir nur
schwarzweiß träumen können? :-)
|
|
 |
|
|
Schlafmützen II |
Besuchen Sie auch die Seite von Rowena
Grell zum Thema
"Schlafstörungen" |
|
weitere Leseproben:
|
Alte Hüte
|
|
Essen und Trinken
|
|
Briefe
|
|
Mathematik |
|
|
|
|
|
|
|
|
[«] [Honore
de Balzac] [Impressum] [Kontakt]
[Übersicht] [Links] [Zitate]
[»]
©2001 - 2005 Frank Weidemann All rights reserved.
|
|
|
|
|