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Faszinierend sind die Beschreibungen Balzacs. Er erfüllt jeden Gegenstand mit
Leben. Aus einer Betrachtung heraus beschreibt er alle Eigenschaften,
Gefühle und Absichten einer Person. Früher habe ich diese, manchmal nicht
enden wollenden, Beschreibungen überblättert. Heute lese ich sie mit
besonderem Genuss. Diese Seite soll einige Beispiele bringen, welche
"Macht" Blicke haben können:
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Nur Diebe, Spitzel,
Liebende, Diplomaten, kurz, alle unter einem Joch
Stehenden kennen die Möglichkeiten und die Freuden des Blicks. Einzig sie
wissen, was alles an Verständnis, an Sanftheit, an Geist, Zorn und
Ruchlosigkeit in den Wandlungen dieses beseelten Lichts liegt.
(aus "Eine Evastochter") |
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Nichts
kommt dem Blick eines Pariser Kaufmanns gleich, wenn es herauszubekommen
gilt,
ob
der Reichtum echt oder nur Augenschein ist...
(in
"Tante Bette")
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 Von
Aufregung zu Aufregung, von zehntausend zu zehntausend Francs war der Bankier
schließlich so weit gekommen, dass er Madame de Saint-Estève sechzigtausend
Franc bot; sie aber erwiderte mit einer verneinenden Grimasse, die einen
Makako-Affen zur Verzweiflung getrieben hätte.
(in "Was
alte Herren sich die Liebe kosten lassen")
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Ein
Tränenstrom
brach aus den
hellen gelben
Augen
des Sträflings hervor, die eben noch wie die eines durch sechs
Schneemonate in der
Ukraine ausgehungerten Wolfes
geflackert hatten.
(in
"Vautrins letztes Abenteuer") |
>>Wenn
man mir nicht gehorcht, dann...<<, sagte sie und drohte dem Baron mit
dem Finger, wie einen kleinen Jungen. Der Baron ruckte mit dem Kopf wie ein
Vogel, der in die Falle geraten ist und den Jäger anfleht.
(in "Was
alte Herren sich die Liebe kosten lassen")
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Der
am Türrahmen lehnende Rodolphe schaute zur Fürstin hin und durchbohrte sie
mit dem starren, unabwendbaren, magnetischen und mit aller menschlichen
Willenskraft geladenen Blick, jener Willenskraft, die sich dem
>Begehren< genannten Gefühl konzentriert, die aber in solch einem
Augenblick den Charakter eines gewalttätigen Befehls annimmt....
(in
"Albert Savarus") |
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Clémentine
musterte den Rittmeister mit jener heimlichen Seitenblicke, die bei Frauen
zugleich von Erstaunen und Beobachtungsgabe künden.
(
in "Die falsche Geliebte") |
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Dieses
magische Auge hatte etwas unbeschreiblich Herrisches, durchdringendes; es
packte die Seele mit einem schweren, gedankenvollen Blick, einem Blick,
glänzend und licht wie der einer Schlange oder eines Vogels, einem Blick
jedoch, der betäubte, der durch die rasche Übermittlung eines gewaltigen
Unglücks oder einer übermenschlichen Macht niederschmetterte.
(in
"Die Verbannten") |
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Mein
Freund,
Sie wissen nicht, wie viel
Nichtachtung
eine Frau
wie meine Mutter in einen Gönnerblick legen kann, wie viel Demütigung in
ein Wort, wie viel Nichtachtung in einen Gruß.
(in
"Die Lilie im Tal")
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Die
Augen der Gräfin drückten eine so noble,
rückhaltlose Zärtlichkeit
aus, das Raoul jene Tränen
in
die Augen traten, die allen Männern von nervösem Temperament stets zur
Verfügung stehen.
(in
"Eine Evastochter") |
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...als er den kleinen Holzvorrat ansah,
konnte er das blöde und beinah schwachsinnige Lächeln nicht unterdrücken,
durch das Menschen, die aus einer dem Anschein nach unentrinnbaren
Todesgefahr gerettet worden sind, ihre Freude auszudrücken pflegen.
Denn auch nach jener Freude dauert der Schrecken noch fort.
(in "Die Kehrseite der Zeitgeschichte") |
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