Honore de Balzac
Impressum
Kontakt
Übersicht
Links
Zitate
vorhergehende Seitenächste Seite

 

 

In der folgenden Darstellung können Sie einige Zitate lesen, in denen sich Balzac über die Deutschen äußert:

Balzac in "Vetter Pons"

Man ahnt gar nicht, was so ein Deutscher an Flüssigkeit verarbeiten kann, während er so ruhig und unbeweglich dasitzt. Man muss in Deutschland gegessen und die einander wie die Wellen an einer schönen Strandbucht des Mittelmeeres sich folgenden Flaschen gesehen haben, die verschwinden, als besäßen die Deutschen die aufsaugende Kraft eines Schwammes oder des Sandes; aber in guter Stimmung, ohne den französischen Lärm.

 

Balzac in "Der Ball zu Sceaux"

 

Haben Sie Nachsicht mit meiner Geschwätzigkeit, Mademoiselle:  ich komme aus Deutschland.

 

Balzac in "Verlorene Illusionen"

In Deutschland fragt man einen Ausländer bei jedem Anlass: Haben Sie einen Vertrag? - Soviel Schikane wird dort getrieben. 

  Balzac in "Wie leichte Mädchen lieben"

 

Der Diener der hinten saß, schnarchte wie ein deutscher Brummkreisel; denn Deutschland ist das Land der kleinen geschnitzten Holzfiguren, der großen Reinganum (Anm.: Jüdische Bankiersfamilie) und der Kreisel.

 

Foto copyright -

http://home.fhtw-berlin.de/~s0359341/ROCKY.html

Balzac in "Vetter Pons"

Die Deutschen können, wenn sie die großen Tonwerkzeuge der Freiheit auch nicht zu spielen verstehen, doch von Haus aus alle Instrumente handhaben.

Balzac in "Das Lebenselixier"

Wenn seine Geliebten ein Bett gebrauchten, um in den Himmel zu gelangen, um sich in einer sinnentrunkenen Ekstase zu verlieren, folgte ihnen Don Juan dorthin, so ernst, treuherzig und aufrichtig, wie es nur ein deutscher Student zu sein vermag.

Balzac in "Verlorene Illusionen"

"Ein Deutscher, der trinkt ordentlich, der hört zu,..."

Balzac in "Vater Goriot"

"Er ist Schauspieler! Ich kenne die Deutschen in Geschäften: Sie sind fast alle ehrlich und aufrichtig. Aber wenn sie einmal unter der Maske der Offenheit und Gutmütigkeit den Schlaukopf und Betrüger zu spielen beginnen, so sind sie schlimmer als alle anderen..."

 Balzac in "Die rote Herberge"                                           Der Entertainer Hans-Joachim (Blacky) Fuchsberger

Jener Freund, der Chef eines recht bedeutenden Bankhauses in Nürnberg, ein gutmütiger, beleibter Deutscher, ein Mann von Geschmack und Bildung und vor allem ein wackerer Pfeifenraucher, hatte ein ansprechendes, breites Nürnberger Gesicht mit viereckiger, kahl gewordener Stirn, die mit ein paar spärlichen blonden Haaren geziert war. Er stellte den Typus des reinen, noblen Deutschlands dar, das so fruchtbar an ehrenhaften Charakteren ist, und dessen friedfertige Sitten sich nicht einmal nach sieben Invasionen je verleugnet haben. Er hieß Hermann wie fast alle Deutschen, die die Schriftsteller auftreten lassen. (Herr Fuchsberger möge mir verzeihen, mir fiel kein anderer reiner nobler deutscher Pfeifenraucher ein, der besser zu diesem Zitat passen könnte.)

Die "Gute deutsche Küche" erwähnt er in den "Derbdrolligen Geschichten":

 

Er nahm sich vor, zu schmausen und sich den Leib mit deutschen Braten samt Saucen vollzuschlagen, solange es ihn nichts kostete....  (aus "Die schöne Imperia")

Mit folgender Aussage aus "Katharina von Medici" äußert sich Balzac über unseren großen Reformator:  ....; aber wenn auch ihr Gegner Calvin weniger berühmt war als Luther, so war er doch stärker als Luther. Calvin sah damals dort, wo Luther lediglich das Dogma gesehen hatte, die Regierungsmacht. Dort wo der fette, Bier trinkende und verliebte Deutsche sich mit dem Teufel zankte und ihm sein Tintenfass ins Gesicht warf, entwarf der Picarde, ein kränklicher Junggeselle*, Feldzugspläne, leitete Kämpfe, bewaffnete Fürsten und wiegelte ganze Völker dadurch auf, dass er republikanische Doktrinen in das Herz der Bürgerkreise säte, um seine ständigen Niederlagen auf den Schlachtfeldern durch neue Fortschritte im Geistesleben der Nationen auszugleichen.<<  (*Anm.: Calvin war Witwer

 

Balzac in "Physiologie der Ehe"

 

... oder sie macht ein ernstes Gesicht wie ein Deutscher,

der in den Kampf zieht.

 

Ursula Mirouet, Insel VerlagAnm. F.W.: Ich habe diese Seite bewusst nicht "typisch deutsch" genannt, da wir ja nicht alle Deutschen "über einen Kamm scheren" wollen. Prüfen Sie selbst!

Die Darstellung der Deutschen in der "Menschlichen Komödie" ist nicht besser oder schlechter, als die der Polen oder Italiener. Etwas schlechter kommen da die Engländer weg. Der Deutsche sieht sich ja gern als arbeitsam, pünktlich oder  sauber und ordentlich. Balzac hält so manchen einen Spiegel vor und oftmals stellt man selbstkritisch fest: »ja so sind wir« oder »hier hat er maßlos übertrieben!«  

In der "Menschlichen Komödie" haben die Deutschen eine gewichtige Rolle mitzureden. Ich denke nur an den deutschen Musiklehrer Schmücke (in "Vetter Pons") oder die deutschen Mütter seiner Romanheldinnen Modeste (in "Modeste Mignon") und Ursule Mirouet (in "Ursule Mirouet").

Vielleicht verdankt Balzac der  Liebe zu seiner Dilecta (Laure Antoinette de Berny), der Tochter eines aus Wetzlar, der Werther-Stadt, stammenden deutschen Harfenvirtuosen Hinner, seine oft bekundete Vorliebe für Deutschland und seine Vertrautheit mit dem deutschen Schrifttum jener Zeit, das er aus Übersetzungen kennenlernte? ( Ernst Sander "Balzac. Sein Leben und Werk)

Von E.T.A. Hoffmann hat er sämtliche Bücher gelesen und gefällt sich in zahlreichen Anspielungen auf den Dichter (z.B. in "Das Antiquitätenkabinet").

Als er bei einem Besuch im Hause des Malers François Gérard einige deutsche Familien kennenlernt, die sich mit verbindlichen Worten zu seinem Werk bekennen, schreibt er entzückt darüber im Juni 1833 seiner Schwester: »Wahrhaftig, es waren brave Deutsche, ich wiege mich im Glauben, dass sie auch dachten, was sie sagten, und, die Wahrheit zu gestehen, ich hätte ihnen die ganze Nacht zuhören können.«[3]

Besonders liebenswürdig zeichnet er den Nürnberger Kaufmann in "Die rote Herberge" und stellt ihn als »Typus jenes reinen und edlen Deutschlands« dar (s.o.), das so fruchtbar an vornehmen Charakteren; nicht minder ansprechend erscheint der deutsche Minister in den  »Splendeurs et misères« (Physiologie der Beamten). [3]

 

Dresden, wo Balzac Frau Hanska im Mai 1845 wiedertraf. Er schilderte es als »eine reizende Stadt..., eine teils schweizerische, teils deutsche Stadt«. [93]

 

Heinrich HeineGoldmanns Gelbe Taschenbücher: Ein Fürst der Bohéme

 

Von Freundschaft und Interesse zeugen auch die Kontakte  Balzacs zu Heinrich Heine. Balzac widmete Heine die Novelle "Ein Fürst der Boheme". Heine wohnte seit 1831 in Paris und unterhielt herzliche Beziehungen zu Balzac.

            http://heinrich-heine.net/balzac.html

 

 

Es folgt die  Darstellung deutscher Städte  in der "Menschlichen Komödie":

Andernach

Konstanz

Die schöne Imperia aus den "Tolldreisten Geschichten" schmückt die Hafeneinfahrt von Konstanz (Bodensee)

 

 

] [Honore de Balzac] [Impressum] [Kontakt] [Übersicht] [Links] [Zitate] [»]

©2003 -2005 Frank Weidemann   All rights reserved.