Honore de Balzac
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Sparmaßnahmen fallen uns nicht immer leicht, weil wir nicht verzichten möchten und weil uns eine Welt von Reichtum und Glück vor gegaukelt wird, dabei springen mehr von diesen Reichen und Glücklichen aus dem Fenster als von den Armen. Wie sich Balzac sein „Leben mit begrenzten Mitteln“ einrichten musste, davon lässt er Raphael in „Das Chagrinleder“ berichten:

„Ich habe fast drei Jahre so gelebt“, antwortete Raphael nicht ohne Stolz. „Wollen wir nachrechnen? Für drei Sous Brot, für zwei Sous Milch, drei Sous Fleisch bewahrten mich vor dem Verhungern und erhielten meinen Geist in einem Zustand ungewöhnlicher Klarheit. Du weißt, ich habe festgestellt, dass die Diät an Wunder grenzende Wirkungen auf die Einbildungskraft hat. Für meine Behausung zahle ich drei Sous am Tag, jede Nacht verbrannte ich für drei Sous Öl, meine Kammer hielt ich selbst in Ordnung, ich trug Flanellhemden, um für das Waschen nicht mehr als zwei Sous täglich auszugeben. Ich heizte mit Steinkohle, die mich, wenn man den Preis auf den Jahresdurchschnitt umrechnet, an Tag nur zwei Sous kostete. Kleider, Wäsche, Schuhe reichten noch für drei Jahre, ich gedachte mich nur umzuziehen, wenn ich zu bestimmten öffentlichen Vorlesungen und in die Bibliotheken ginge. Diese Ausgaben machten zusammen achtzehn Sous aus, zwei Sous blieben mir für Unvorhergesehenes…. 

Ein Mann, der eine schöne Zukunft vor sich sieht, geht durch sein Elend wie ein Unschuldiger zur Richtstätte. Er schämt sich nicht.

 

Sparen macht natürlich nur Sinn, wenn es irgendwann beendet ist, und man die Früchte seiner Enthaltsamkeit  genießen kann. Wenn man aber immer am Limit leben muss, dann muss man so leben, um weiter zu existieren. Aber ich glaube, dass fast jeder diese Einschränkungen auf sich nehmen würde und einen Hoffnungsschimmer behält, auch wenn er noch so schwach ist.

Hoffen wir auf eine Besserung.

 

 

 

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