Honore de Balzac
Impressum
Kontakt
Übersicht
Links
Zitate
vorhergehende Seitenächste Seite

Diese Seite soll von dem Phänomen Balzac berichten. Es gibt Äußerungen von Fachleuten, Medizinern und Philosophen, die sich über die unwahrscheinliche Genauigkeit und Präzision bestimmter wissenschaftliche Ereignisse  in der Balzacschen Darstellung äußern. Weiterhin wird der Weitblick Balzacs gewürdigt, der schon im 19. Jahrhundert Entwicklungen voraus sah, die sich erst 100 Jahre später bestätigten.

     
 

Balzac als Psychiater:

„Balzac war, besonders was die Nerven-Pathologie anbelangt, ein Erneuerer, ich schrecke sogar nicht vor dem Ausdruck: ein Prophet zurück. Durch ihre Richtigkeit und Genauigkeit erfüllen uns  gewisse seiner Beschreibungen mit Bewunderung. Allem voraus muss man die Psychose des Louis Lambert setzen. Ein Psychiater aus Lyon, der Professor Devic, zögert nicht zu schreiben, dass Balzac achtzig Jahre vor Bleuler die Zeichen einer neuen Krankheit festgestellt hat: der Dementia praecox." (Dr. Lotte, zitiert von G. Sigaux: Balzac, Vater seines Jahrhunderts).

Diese Beobachtung kann einer Kritik gegenübergestellt werden, die ein uns bekannter Psychiater an  Dostojewskij („Der Idiot“) wegen der Gestalt des Idioten übte: Der Arzt behauptete, dass die Person des Fürsten Myschkin einen für einen Epileptiker unmöglichen Charakter habe, seine Persönlichkeit sei eher die eines geistig zurückgebliebenen. Wer hätte dies geglaubt? Statt des von der psychologischen Literatur so stark gerühmten Dostojewskij wäre Balzac, der lustige Kumpan, der „bon vivant“, der „Realist“, derjenige, welcher einen pathologischen Fall psychologisch genauer erkannt und dargestellt hätte!“

(Auszug aus "Porträt eines Genius, Honoré de Balzac [93])

 
     
 

Balzac als Ökonom

 

»Balzac, den ich für einen weit größeren Meister des Realismus halte als alle Zolas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gibt uns in der Menschlichen Komödie eine vortreffliche realistische Geschichte der französischen Gesellschaft, aus der ich, sogar in den ökonomischen Einzelheiten, mehr gelernt habe als von allen berufsmäßigen Historikern, Ökonomen und Statistikern zusammen genommen.«  Friedrich Engels

 
 
     
 

Balzac als Papiermacher

Papierfabrik Zerkall, Renker & SöhneWir müssen es als einen überaus großen Ausnahme- und Glücksfall betrachten, dass ein Dichter vom Format eines Balzac sich, so erstaunlich es erscheinen mag, von den plastischen Gestaltungen menschlicher Schicksale in großer Klarheit und Folgerichtigkeit einem Problem der Papiermacherei zuwendet, das für die damalige Zeit vor etwas über hundert Jahren überaus akut war, für uns aber den Beginn einer großen Wende bedeutete, da neue Rohstoffe die Herstellung des Papiers, wenige Jahrzehnte nach der Erfindung der Papiermaschine, in einem ungeahnten Maße förderten und Erkenntnisse zuführten, die auch für uns Heutige noch keineswegs abgeschlossen sind und Möglichkeiten in sich bergen, die erst kommende Geschlechter voll und ganz erschöpfen werden.

Wenn also der große Cointet David Séchard gegenüber das, was Balzac in einer dramatisch unerhört spannenden Darstellung als zweite Handlung in  dichterisch freier Form seinem großen Menschheitsroman „Les illusions perdues“ einfügt, als den Anfang eines großen Sieges bezeichnet, so müssen wir Heutigen bewundernd feststellen, dass der große Dichter mit diesem Sieg der Idee ahnend das größte Problem der Papiermacherei erkannt hat. 

(Quelle: Armin Renker,  Der Anfang eines großen Sieges ¬ Balzac über das Papier, 1951)

 
     

[«] [Honore de Balzac] [Impressum] [Kontakt] [Übersicht] [Links] [Zitate] ]

©2001 - 2006 Frank Weidemann   All rights reserved.