Auf mehrfachen Wunsch werde ich hier nun ein paar Zeilen zur Restauration meines KR50 niederschreiben. 

Der KR50 Bj. 1964 befindet sich schon seit langer Zeit in meinem Besitz. Genauer gesagt bekam ich ihn 1991 von einem Freund geschenkt. Dessen Vater hatte dafür keine Verwendung mehr und wollte dieses Ungetüm schnellstmöglich vom Hof haben. Hätte ich ihn damals kein neues Zuhause gegeben, würde er wahrscheinlich heute nicht mehr existieren. Der Zustand war damals schon erschreckend, doch lief er noch. Die erste Runde drehte ich damit 1991 über einen Feldweg, wobei sich der vordere Lampeneinsatz sowie das Rücklichtglas vom Acker machten und niemals wieder gesehen wurden. Seit dieser Ausfahrt stand der KR50 in der Garage rum und wurde 1994 aus Platzgründen zerlegt. 1998 stand ich vor der Entscheidung, ob ich den Roller nun doch entgültig entsorge oder wieder herrichte. Da mir zu diesem Zeitpunkt jedoch die Zeit fehlte, entschloss ich mich den Roller erst einmal notdürftig wieder zusammen zu bauen. 2004 machte ich mich dann langsam auf die Ersatzteilsuche. Diese stellte sich schwieriger heraus als gedacht. Einige Teile fand ich jedoch bei eBay. Als ich nun 2005 alle Teile soweit zusammen hatte, ging es erneut ans zerlegen. Die Teile wurden ordentlich gereinigt und auf Schäden untersucht. Sofern es nötig war, wurden sie neu aufgearbeitet. Auf den Blechteilen befanden sich ca. 5 - 6 Schichten Farbe die komplett entfernt wurden. Diese doch sehr undankbare Arbeit nahm die meiste Zeit in Anspruch. Anschließend wurden der Rahmen und Tank grundiert und in Lichtgrau lackiert. Die anderen Blechteile wurden teilweise ausgebeult, grundiert und mit einer Schicht Spritzspachtel versehen. Dieses Prozedere wiederholte sich mehrfach bis es eine glatte Oberfläche ergeben hatte. Diese Arbeiten nahmen ungefähr 3 Tage in Anspruch. Hier ein paar Bilder dazu.

Wie man auf den Bildern erkennen kann, wurde teilweise der KR50 wieder montiert. Beim Motor wurde davor ein Ölwechsel durchgeführt. Der Vergaser wurde komplett zerlegt und ebenso gereinigt. Die Räder und Chromteile wurden aufpoliert, wobei die Auspuffanlage komplett gewechselt werden musste. Der Vorgänger war der Meinung, durch ein paar zusätzliche Löcher in der Auspuffanlage den sportlichen Charakter des KR50 zu betonen. Für die Wahl der Außenlackierung entschied ich mich nicht für einen Originalfarbton. Original wurde er in zwei Farben ausgeliefert - kupferbraun und hellblau - beides mit einer Art Hammerschlag- oder Metalliclackierung. Da der Roller aber für meine Frau vorgesehen war, und sie sich für keine der beiden Farben begeistern konnte, entschied sie sich für die rot-lichtgraue Lackierung. Persönlich finde auch ich diese Farbgebung zeitgemäß und habe auch bisher nur positives Feedback erhalten. Ich bin mir natürlich auch im klaren, dass es verschiedene Meinungen über eine Restauration von Oldtimern gibt, was die Farbgebung betrifft. Für mich stehen in erster Linie die Erhaltung und Nutzbarkeit im Vordergrund und nicht die Restauration von reinen Ausstellungsstücken.

Die restliche Komplettierung erfolgte bei wunderbarem Sonnenschein im Freien. Die Bowdenzüge wurden komplett durch neue Züge ersetzt. Der Motor lief sofort und es gab zum damaligen Zeitpunkt keine besonderen Komplikationen. Bei der ersten Probefahrt stellte ich jedoch fest, dass die Leistung des Motors nicht mehr besonders war, was einen Austausch des Zylinders bzw. einen Neuschliff erforderlich gemacht hätte. Da die Kupplung aber auch ziemlich nah an der Verschleißgrenze war, wurde dann der Motor komplett gewechselt. Seit dem Wechsel läuft der Roller ohne Probleme und erhielt für 2006 sein Versicherungskennzeichen. Nach der 16jährigen Zwangspause nimmt er nun wieder aktiv bei schönem Wetter am Strassenverkehr teil.

Wer weitere Bilder vom KR50 sehen will, kann dieses in der Galerie tun. 


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