Biografie

Franz Kellermeier

geb. am 29.08.1927 in Zachenberg, Bayerischer Wald

Ich erlebte als Wäldlerbub eine arme, aber erlebnisreiche und glückliche Kindheit, wobei ich mich schon fleißig in die Finger schnitt, denn Vater war ein tüchtiger Holzwurm und Universalhandwerker. Da ich unter mehreren Geschwistern der zartgliedrigste war, taugte ich also höchstens zum Studieren.

Also: Humanistisches Gymnasium in Straubing, nach Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft mit 20 Jahren über Sonderkurs und Selbststudium endlich Abitur. Hochschule in Passau und Werkstudent in einer Glockengießerei, gelegentlich Souffleur am Stadttheater, wo ich auch zu meiner ersten Liebe fand, der ich noch heute treu bin.

Da ich nun endgültig kein Pfarrer mehr werden wollte und der Geldsegen der vielen frommen Tanten ausblieb, eröffnete ich eine Bildhauerwerkstatt in Passau. Meine 2 Gesellen waren zugleich auch meine Lehrherren.

Zwischendurch Lehrerseminar in Straubing und mit 26 Jahren endlich das erste Gehalt als Lehrer an der einklassigen Schule in Auerkiel.

Notgedrungen 1954 nach Rheinhessen ausgewandert; zunächst Lehrer in Sponsheim und Bingen, am Studienseminar als Fortbildungsleiter und in Büdesheim als Konrektor tätig; seit 1962 in Weiler beheimatet.

Neben meinem Volksschullehrerberuf habe ich mich in allen möglichen Schnitztechniken und Holzarten versucht. So bin ich zwar kein Künstler geworden, aber doch fähig, meine Freude an der "Holzbizzlerei" Anderen weiter zu geben. Die vielen Ausstellungen des Schnitzkreises Weiler in den letzten Jahren zeigen, dass es auch hier am Rhein viele Talente gibt und die Holzbildhauerei nicht nur ein bayrisches Vorrecht ist.

Dem menschlichen Gesichtsausdruck im sakralen und profanen Bereich, im Porträt oder in der Karikatur, gilt meine besondere Vorliebe. Neben dem ausgefeilten Schnitt (z.B. bei Madonnen) bevorzuge ich derbe, markante Konturen.

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