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von Franz Eberl

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Die Bayern und "Tschüß"...

Endlich erforscht: Warum der Bayer nicht "Tschüß" sagen will!

Viele Leute, die Bayrisch als ihre Muttersprache betrachten und pflegen, haben bekanntermaßen eine Abneigung gegen das "Tschüß". Bisher meinte man, die Aversion liege einfach nur darin begründet, daß es sich bei jenem Wort um einen "preußischen" Import handle, der von vornherein mit Vorsicht zu genießen sei.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund dafür, warum uns jenes "Tschüß" so schwer über die Lippen geht, nämlich, weil es in der Bayrischen Sprache
kein "ü" gibt!

Moment mal, könnte jetzt einer sagen, es gibt doch so viele Wörter, die ein "ü" enthalten! - Richtig, man schreibt sie mit "ü", aber der Bayer spricht sie nicht mit "ü", sondern beispielsweise mit "i" wie etwa Schissl (Schüssel), Biffe (Büffel), Diftla (Tüftler), Gribbe (Krüppel), Strimpf (Strümpfe), Hittn (Hütte), Minga (München), iwa (über) und viele andere mehr.

Oder das "ü" wird zu einem "ia" umgeformt: siaß (süß), miad (müde), gmiatle (gemütlich), Kiah (Kühe), Riassl (Rüssel), Fiaß (Füße), Hosndial (Hosentürchen), Schiazl (Schürze) und so weiter.

In einer Reihe von Wörtern verwandelt sich das "ü" in ein "u" oder in eine Verbindung mit "u", z.B. Muggn (Mücke), Bruckn (Brücke), hupfa (hüpfen), dadrucka (erdrücken), Ruam (Rüben), Bruatn (brüten), Gfuih (Gefühl), Muih (Mühle), abkuihn (abkühlen), auffuin (auffüllen). In manchen Gegenden spricht man anstelle des "ui" auch ein "ej", also Gfejh statt Gfuih ...

In Einzelfällen taucht das "ü" sogar als "ea" auf, so etwa in grea (grün) und Bleamal (Blümchen). Und dann gibt es noch die zahlreichen Fälle, in denen man das deutsche Wort lieber gleich durch ein bairisches ersetzt: küssen heißt bussln, pflücken = brocka, drüben = drent, Pfütze = Lacka, Rücken = Buckl, Lümmel = gscherter Lackl, Gülle = Odl, Kücken = Biwal oder Singal, Hühnchen = Hendl und und und.

Der Bayer spitzt also seinen Mund höchstens zum Trinken und zum Bussln, nicht aber um ein "ü" zu sprechen und deshalb geht ihm auch das "Tschüß" so zögernd über die Lippen! Vielleicht sollte er deshalb in Anlehnung an die aufgeführten Beispiele statt "Tschüß" in Zukunft "Tschiß" sagen, oder "Tschiaß" oder "Tschuaß" oder gar "Tscheaß" (aber bitte nicht "d'Scheuß", denn dies ist wieder was anderes)!

Für uns kommt also wirklich nur ein Ersatzwort in Frage! Wie wär's mit "Pfiat di" oder "Servus"?


Also ein großes Servus miteinander!

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Leider noch nicht erforscht:

Link: Warum wir Älteren immer noch leben?
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