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Hallo liebe Freitagsphilosophierende,

nach dreiwöchiger Abwesenheit möchte ich Euch heute wieder mit einer Geschichte zum Freitag erfreuen.

Es ging ein Mann im Syrerland mit einem Kamel durch die Steppe. Plötzlich wurde das Tier scheu riß sich los und verfolgte nun seinen Führer. Der wußte nicht wie ihm geschah und floh bis er endlich einen Brunnen gewahr wurde. Der Mann in seiner Verzweiflung sprang in den Brunnen. Noch im Fallen sah er einen Brombeerstrauch, der aus den Fugen desselben gewachsen war und ergriff ihn. Als er nach oben sah wurde er dem schnaubenden Kamel gewahr, blickte er aber nach unter sah er zu seinem Erschrecken in den Schlund eines Riesigen Feuer speienden Drachen. Zu seinem Unglück mußte er noch feststellen, daß an des Strauches Wurzel zwei Mäuse nagten. Zuerst eine weiße danach eine schwarze immer im Wechsel. Der Mann in Angst und Furcht und Not im Stand dies jammerhaften Schwebens, sah sich nach Rettung um - doch es gab keine.

Er blickte um sich und ward der reifen Beeren gewahr, welche an dem Strauch hingen. Ihn überkam die Lust und er aß die Beeren mit Vergnügen. Er sah nicht des Kameles Wut und nicht den Drachen in der Flut und nicht der Mäuse Tückespiel, als ihm die Beer´ ins Auge fiel.

Du fragst mich nun wer ist der törichte Mann der in dieser Gefahr Beeren ißt. So wisse ich würde dir gönnen du wärst es der so handelt.

Der Drache ist der drohende Tod, das Kamel verdeutlicht des Lebens Angst und Not. Die beiden die an Wurzeln nagen sind Tag und Nacht. Die weiße nagt von früh bis spät die schwarze wenn die Sonne sich längst verabschiedet hat. Und zwischen all diesem Unbehagen lockt dich die Sinneslust der Beeren - die du genießen mußt.

Vergiß nicht manche gute Beere zu genießen!

Schönes Wochenende wünscht Euch,

Micha