Friedensschule Wettringen

       Zusatzförderung für Kinder mit "Migrationshintergrund"

 

Die Grundvoraussetzung zur Herstellung von Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ist die Integration, und hier vor allem die Beherrschung der deutschen Sprache. Deshalb ist es unumgänglich notwendig, sie beim Aufbau sprachlicher, fachlicher und sozialer Kompetenzen zu unterstützen, damit gute Schulleistung und entsprechende Abschlüsse erreicht werden.

 

 

Situation an der Friedensschule Wettringen:

 

Die Friedensschule ist eine Ganztagsschule mit ca. 220 Schülern, von denen z.Zt. 31 Schüler einen Migrationshintergrund aufweisen. Dabei handelt es sich um 22 Aussiedler- und um 9 Ausländerkinder, die sich auf alle Jahrgangsstufen verteilen.

(Stand  November 2005)

 

 

Förderunterricht:

 

Die Förderung erfolgt außerhalb des regulären Unterrichts in einzelnen Fördergruppen, gegliedert nach den Jahrgangsstufen 5/6, 7/8 und 9/10. Da die Förderung schon möglichst früh einsetzen soll, liegt der Schwerpunkt der Förderung bei den jüngeren Schülern. Der Förderschwerpunkt ist nicht statisch. Er wird dem Bedarf der Förderung angepasst. So erhält ein neuer Schüler ohne Deutschkenntnisse in der ersten Phase deutlich mehr Förderung als die übrigen Schüler. Insgesamt stehen z.Zt. 10 Stunden für „Integrationshilfe für Schüler/innen mit Migrationshintergrund“ zur Verfügung.

 

Für den integrativen Förderunterricht wird jeweils ein Fachlehrer in Deutsch eingesetzt. (Dieser unterrichtet möglichst auch in der jeweiligen Jahrgangsstufe). Zusätzliche Förderung erhalten Migrantenkinder im Förderunterricht der Klasse durch den Klassenlehrer sowie in Kontaktstunden mir der Schul-Sozialpädagogin.

 

Das Ziel der Förderung ist, dass durch das Erlernen der deutschen Sprache (Wortschatz, Rechtschreibung, Grammatik) eine Teilnahme am regulären Unterricht der Stammklasse ermöglicht wird und somit ein Hauptschulabschluss angestrebt und erreicht werden kann.

 


Dazu sollen die Schüler:

 

·        den Grundwortschatz der deutschen Sprache erlernen

·        sauber, lesbar und korrekt abschreiben

·        sich angemessen äußern

·        in ganzen Sätzen antworten / Stellung nehmen

·        Texte sinnerfassend lesen und verstehen

·        Gelesenes wiedergeben

·        Textstellen heranziehen

·        Texte zusammenfassen

·        Wortschatz (auch fachspezifisch) üben und erweitern

·        Wörter nachschlagen

·        Hefte und Mappen sorgfältig führen

·        formale Kriterien üben und schreiben

·        Gelerntes auf andere Fächer übertragen

·        Arbeitsanweisungen umsetzen

·        einfache Beobachtungen formulieren

 

 

Auf folgende Bereiche wird besonderer Wert gelegt:

 

Wortschatzarbeit:

 

Ein solider Wortschatz ist Grundvoraussetzung für jegliche Verständigung. Daher muss er sofort aufgebaut und permanent erweitert und verfeinert werden. Ergänzt werden muss er von Beginn an durch die entsprechende Fachterminologie.

Die Fähigkeit, neue Wörter nach Regeln zu bilden oder abzuleiten, erweitert den potentiellen Wortschatz.

Gefestigt wird der Wortschatz durch Aufgaben, die innerhalb eines Kontextes stehen.

Die Arbeit mit dem Wörterbuch muss permanent erfolgen.

 

 

Sprechen:

 

Isoliertes Einzelwissen wird durch Gespräche vernetzt.

Da Sprechen zumeist partnerorientiert ist, setzt es andere Akzente als die Schriftsprache.

Schüler müssen zuhören und auf die Argumente eingehen.

Der Lehrer verstärkt die Sprachanlässe und bietet geeignete Formulierungshilfen an.

 


Lesen:

 

Viele Informationen liegen nur in schriftlicher Form vor.

Durch Lesefähigkeiten erschließen sich „neue Welten“ für Schüler.

Lesen hält die Sprache aktiv und erweitert den Sprachschatz.

Sinnerfassendes Lesen ist für autonomes und selbstständiges Lernen unverzichtbar. Lautes Lesen fördert Textverständnis.

Durch Fragen an den Text, die durch Textstellen belegt werden, wird die Lesekompetenz evaluiert.

Zusammenfassungen werden durch Markieren, Strukturieren und Gliedern, geübt.

 

 

Schreiben:

 

Schüler üben sich im sauberen, korrekten und lesbaren Abschreiben

Die Schüler schreiben nach Stichworten eigene kleine Texte oder schreiben markierte Teile mit eigenen Worten um.

Schreiben begleitet die Aneignung mündlicher Kompetenzen.

Gedanken werden geordnet und strukturiert.

Schreiben ist eine effiziente Art sich auszudrücken.

Wer sich scheut zu sprechen, kann über Schreibanlässe produktiv werden.

 

 

Grammatik:

 

Grammatikkenntnisse sind für die mündliche und schriftliche Ausdrucksweise notwendig.

Frühzeitig wird der Genus der Nomen erlernt.

Einfache Sätze nach dem Satzmuster S P O werden geübt.

Konjugieren der Verben wird trainiert.

Satzgefüge machen die Sprache lebendiger.