Kameras:
Lochkameras:
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Wie
alles begann
In
jungen Jahren las ich einige Bücher über das
Fotografieren.
Da gab es spannende Dinge zu erfahren. Der Zusammenhang zwischen
Belichtungszeit, Blende und Filmempfindlichkeit. Weiterhin der Einfluss
dieser Größen auf die Tiefenschärfe, bzw.
auch auf die
Bewegungsunschärfe. Ich las, wie man einen Belichtungsmesser
handhabt und das ich die gleiche Belichtung mit ganz unterschiedlichen
Zeit- Blendenkombinationen erzielen konnte. Die Effekte, die damit
möglich wären und viele weitere aufregende und
spannende
Tatsachen. Meine Eltern hatten zwar einen Fotoapparat, aber das war
„nur“ eine Agfa Box und daran gab es nichts
einzustellen.
So wünschte ich mir zu Weihnachten eine
„richtige“
Kamera um ebenfalls „richtig“ zu fotografieren.
Meine
Eltern erfüllten mir meinen Wunsch. Da sie meine
Bücher aber
nicht gelesen hatten, ließen sie sich von unserem Optiker
beraten. Ich vermute das Verkaufsgespräch handelte von mir,
wie
alt ich war und von meinem Wunsch richtig zu fotografieren. Der Optiker
verkaufte
meinen Eltern etwas ganz Tolles nach dem neuesten Stand der Technik.
Die Agfa Optima. Vollautomatische Belichtung, Entfernungseinstellung
über drei Symbole: Portrait, Gruppe und Landschaft und sogar
noch
einen Nahbereich mit 1 Meter. Da konnte das Kind nichts falsch machen
und
bekam tolle Fotos. Nur - Zeit und Blendenkombinationen konnte ich damit
nicht einstellen. Ich ließ mir meine Enttäuschung
nicht
anmerken und machte das Beste daraus. Besser als die Box war die Optima
auf jeden Fall. Später dann kaufte ich mir eine
Spiegelreflexkamera, nutze da aber schon die Zeit /
Blendenautomatik. So richtig mit Belichtungsmesser und ohne jede
Automatik habe ich eigentlich nie fotografiert.
Vor
einiger Zeit sah ich bei ebay Balgenkameras, die dort angeboten wurden.
Noch etwas anderes fand ich dort. Eine alte Agfa-Box oder genauer
gesagt jede Menge davon. Und die wurden zu wahren Spottpreisen
versteigert. Mir wurde bewusst, dass es alte Techniken gab, die ich
beherrschte oder zumindest einmal beherrscht hatte. Techniken, die es
bald nicht mehr geben wird. Allmählich reifte der Gedanke in
mir
diese alten Techniken noch einmal aufleben zu lassen. Mit alten Kameras
fotografieren und dann, natürlich, die Schwarz-weiß
Bilder
selbst entwickeln. Daher benötigte ich ein kleines
Schwarzweiß- Labor. Zumindest eine Entwicklerdose, die auch
120er
Filme fassen konnte, ein paar Filmklammern, Schalen und
natürlich
auch die entsprechenden Chemikalien, sowie etwas Fotopapier. Also
begann ich damit mir eine Entwicklerdose zu ersteigern und eine Agfa
Box, denn die Box meiner Eltern war längst den Weg allen
Irdischen
gegangen. Die erste Box, die ich ersteigerte war in einem
beklagenswerten Zustand. Der Transport war total ausgeleiert, daher
ersteigerte ich eine Zweite, die auch einen recht ordentlichen Eindruck
machte. Dann eine weitere Enttäuschung. Hier in Dortmund gab
es
keinen Händler mehr der Schwarzweiß-Chemikalien
hatte. Also
beschaffte ich mir diese über das Internet bei einem
Händler
in Mannheim. Ebenso das Fotopapier und 120er- Filme. Je mehr ich mich
mit der Thematik beschäftigte, umso mehr Dinge aus alten
Tagen
fielen mir wieder ein. Die Agfa-Optima besitze ich noch immer. Dann
erinnerte ich mich an eine Zeiss- Ikon Box Tengor, die ich mir
irgendwann einmal, als Antiquität gekauft hatte und die ich
immer
noch habe. Noch etwas fiel mir ein. Meine ersten fotografischen
Gehversuche hatte ich mit einem Experimentierkasten von Kosmos gemacht:
Der „Optikus und Fotomann“. Den hatte ich nicht
mehr und er
ließ sich auch nicht ganz so einfach und
kostengünstig
ersteigern. Dennoch bekam ich letztendlich doch einen. Von all diesen
alten Techniken, Gerätschaften und Prozessen handelt dieser
Artikel.
Viel Spaß beim Lesen und schauen!
Friedrich Lischeck
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