Fotografische Experimente



SW-Entwicklung:
Negativentwicklung
Positivlabor

Digitalisierung der 120er Negative

Kameras:
Die Agfa Box
Die Zeiss-Ikon Box
Die Agfa Optima Ia

Lochkameras:
Allgemein
Die DIRKON

Die LIKON


Wie alles begann

In jungen Jahren las ich einige Bücher über das Fotografieren. Da gab es spannende Dinge zu erfahren. Der Zusammenhang zwischen Belichtungszeit, Blende und Filmempfindlichkeit. Weiterhin der Einfluss dieser Größen auf die Tiefenschärfe, bzw. auch auf die Bewegungsunschärfe. Ich las, wie man einen Belichtungsmesser handhabt und das ich die gleiche Belichtung mit ganz unterschiedlichen Zeit- Blendenkombinationen erzielen konnte. Die Effekte, die damit möglich wären und viele weitere aufregende und spannende Tatsachen. Meine Eltern hatten zwar einen Fotoapparat, aber das war „nur“ eine Agfa Box und daran gab es nichts einzustellen. So wünschte ich mir zu Weihnachten eine „richtige“ Kamera um ebenfalls „richtig“ zu fotografieren. Meine Eltern erfüllten mir meinen Wunsch. Da sie meine Bücher aber nicht gelesen hatten, ließen sie sich von unserem Optiker beraten. Ich vermute das Verkaufsgespräch handelte von mir, wie alt ich war und von meinem Wunsch richtig zu fotografieren. Der Optiker verkaufte meinen Eltern etwas ganz Tolles nach dem neuesten Stand der Technik. Die Agfa Optima. Vollautomatische Belichtung, Entfernungseinstellung über drei Symbole: Portrait, Gruppe und Landschaft und sogar noch einen Nahbereich mit 1 Meter. Da konnte das Kind nichts falsch machen und bekam tolle Fotos. Nur - Zeit und Blendenkombinationen konnte ich damit nicht einstellen. Ich ließ mir meine Enttäuschung nicht anmerken und machte das Beste daraus. Besser als die Box war die Optima auf jeden Fall. Später dann kaufte ich mir eine Spiegelreflexkamera, nutze da aber schon die Zeit / Blendenautomatik. So richtig mit Belichtungsmesser und ohne jede Automatik habe ich eigentlich nie fotografiert.

Vor einiger Zeit sah ich bei ebay Balgenkameras, die dort angeboten wurden. Noch etwas anderes fand ich dort. Eine alte Agfa-Box oder genauer gesagt jede Menge davon. Und die wurden zu wahren Spottpreisen versteigert. Mir wurde bewusst, dass es alte Techniken gab, die ich beherrschte oder zumindest einmal beherrscht hatte. Techniken, die es bald nicht mehr geben wird. Allmählich reifte der Gedanke in mir diese alten Techniken noch einmal aufleben zu lassen. Mit alten Kameras fotografieren und dann, natürlich, die Schwarz-weiß Bilder selbst entwickeln. Daher benötigte ich ein kleines Schwarzweiß- Labor. Zumindest eine Entwicklerdose, die auch 120er Filme fassen konnte, ein paar Filmklammern, Schalen und natürlich auch die entsprechenden Chemikalien, sowie etwas Fotopapier. Also begann ich damit mir eine Entwicklerdose zu ersteigern und eine Agfa Box, denn die Box meiner Eltern war längst den Weg allen Irdischen gegangen. Die erste Box, die ich ersteigerte war in einem beklagenswerten Zustand. Der Transport war total ausgeleiert, daher ersteigerte ich eine Zweite, die auch einen recht ordentlichen Eindruck machte. Dann eine weitere Enttäuschung. Hier in Dortmund gab es keinen Händler mehr der Schwarzweiß-Chemikalien hatte. Also beschaffte ich mir diese über das Internet bei einem Händler in Mannheim. Ebenso das Fotopapier und 120er- Filme. Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftigte, umso mehr Dinge aus alten Tagen fielen mir wieder ein. Die Agfa-Optima besitze ich noch immer. Dann erinnerte ich mich an eine Zeiss- Ikon Box Tengor, die ich mir irgendwann einmal, als Antiquität gekauft hatte und die ich immer noch habe. Noch etwas fiel mir ein. Meine ersten fotografischen Gehversuche hatte ich mit einem Experimentierkasten von Kosmos gemacht: Der „Optikus und Fotomann“. Den hatte ich nicht mehr und er ließ sich auch nicht ganz so einfach und kostengünstig ersteigern. Dennoch bekam ich letztendlich doch einen. Von all diesen alten Techniken, Gerätschaften und Prozessen handelt dieser Artikel.

Viel Spaß beim Lesen und schauen!

Friedrich Lischeck


Home