aus: Ostpreussen - Was ist das ? (Hrsg.: Landsmannschaft Ostpreußen e.V., Abt. Kultur; Parkallee 86; 20144 Hamburg)
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[Gemälde der Ostseite der Marienburg, Postkarte um 1930] |
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Der Hof des Hochschlosses in den 40er Jahren. |
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Königsberg i.Pr. | |
[Postkarte n. coloriertem Foto, etwa 1900-1920] |
Das Königsberger Stadttheater, nördlich des Schlosses im Stadtteil Tragheim gelegen, ist im klassizistischen Stil von Friedrich Gilly entworfen und 1809 erbaut worden. Es ersetzte das 1797 abgebrannte Schauspielhaus, das 1755 errichtet worden war. Nach dem Brand hatten wohlhabende Königsberger Bürger einen Neubau geplant. Dazu gründeten sie 1804 eine Theater-Aktien-Gesellschaft und forderten zum Kauf von Aktien auf. 1805 schenkte der König den notwendigen Baugrund auf dem Platz, auf dem zuvor die Garnisonkirche [1] gestanden hatte. 1806 wurde der Grundstein gelegt. Für uns erstaunlich ist sicherlich, daß sogar während des napoleonischen Krieges der Theaterbau fortgeführt wurde. - Das bürgerliche Leben war zu dieser Zeit eben etwas anderes als ein staatsbürgerliches, was sich aber zur Befreiung 1813 ändern sollte. - Das Theater wurde als Panoramatheater nach den Plänen von Johann Valerian Theodor Müller gebaut, bot gut 1500 Plätze und wurde bereits 1808 mit Mozarts Titus eröffnet. Doch schon zwei Monate später brannte das Theater infolge einer Brandstiftung durch den Theatermaler J.A. Breysig ab. Breysig hatte dies vermutlich aus verletztem Ehrgeiz getan, wurde damals nicht als Verursacher erkannt und arbeitete danach in Danzig bis zu seinem seeligen Ende als Leiter der Kunstschule. 1809 war das Theater als Kulissentheater wieder aufgebaut. Der Elan, auch die Größe dieses Theaters, gemessen an der damaligen Einwohnerzahl von weniger als 60.000 Menschen, wie auch all die verschiedenen Theaterzeitungen und -zeitungsbeilagen zeigen welchen Stellenwert das Theater für die Königsberger Gesellschaft hatte, auch wenn dessen Unterhaltung einige Probleme bereitet hatte. Richard Wagner war im Stadttheater Dirigent und seit 1836 Musikdirektor. 1836 auch heiratete er die Königsberger Schauspielerin Minna Planer in der Tragheimer Kirche, mußte die Stadt aber wohl wegen "drückender Schulden" bald verlassen. In der Folgezeit wurde das Theater noch mindestens zwei Mal umgebaut, berühmte Schauspieler wie z.B. Arthur Kraußneck, 1912 Emil Jannings, spielten hier. Bemerkenswert ist auf jeden Fall, daß erst nach der Königsberger Aufführung von Bizets Carmen 1879 der Erfolg für die Oper begann. Zuvor hatte Paris die Aufführung abgelehnt, und die Wiener Aufführung war ohne Belang geblieben. [1] Die Garnisonkrichenbauruine, die wegen des feuchten Untergrundes 1736 nicht zu Ende gebaut worden war, wurde bis auf das Turmfundament abgerissen. Ein Exerzierhaus, das neben der Kirchenruine gestanden hatte, wurde ebenfalls abgerissen. Der gesamte Platz, der als Exerzierplatz genutzt worden war, wurde in dieser Zeit umgestaltet bzw. angelegt. |
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Das Polzeipräsidium des vorigen Bildes, einmal als Postkartenmotiv. |
Tilsit | |
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Das Stadttheater von Tilsit.
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