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Eisenbahnfreunde Murgtal






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Post: Eisenbahnfreunde Murgtal / Postfach 17 / D-76599 Weisenbach. E-Mail:efm@gmx.de





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Unser historischer Wagen



Seit dem 1. Juli 1985 sind wir in Besitz eines gedeckten Güterwagen der Bauart G10 mit Bremserhaus , den wir von der Fa. Holtzmann Papier, Weisenbach in Form einer Schenkung erhielten. Damals, als die Deutsche Bundesbahn noch nicht von ihrem Rückbauwahnsinn befallen war, wurde der Wagen auf einem der südlichen Stumpfgleise abgestellt. Es wurde sogleich mit der Renovierung des Fahrzeuges begonnen, wobei der Wagen auch wieder sein Bremserhaus erhielt. Wann dieses Bremserhaus entfernt wurde, läßt sich leider nicht mehr exakt ermitteln. Die Bühne, die Mechanik und einige Halterungen waren noch in funktionsfähigem Zustand vorhanden. Anhand mehrerer alter Fotografien und Unterlagen wurde Maß genommen, und ein originalgetreues Bremserhaus wurde nachgebaut.

Der Wagen erhielt innen einen Teppichboden, elektrische Beleuchtung sowie ein kleines Lichtfenster an der Stirnseite. Nach Abschluß dieser Arbeiten wurde unsere Modellbahnanlage, die eine originalgetreue Nachbildung des Murgtalbahn-Teilstückes Langenbrand - Forbach in der Baugröße "Z" darstellt, in den Wagen eingebracht, um sie fortan in diesem Fahrzeug auszustellen. Einige Ausstellungen wurden hier in Weisenbach durchgeführt.
Diese Modellbahnanlage, die eine Länge von rund 7 Metern hat und "modular" aufgebaut ist, wurde von uns zur 90-jährigen Jubiläumsfeier der Murgtalbahn im Mai 1994 fertiggsetellt.

Mittlerweile wurde das Gelände, auf dem sich unser Abstellgleis befindet, mit dem Ziel an die Gemeinde Weisenbach verkauft, dort ein Einkaufszentrum zu bauen. Kurzerhand trennte man die Gleisverbindung ohne weitere Rücksprachen irgendwann in der Urlaubszeit ab, und unser Wagen stand nun einige Jahre ohne Gleisverbindung. Die Gemeinde zeigte ebenfalls kein Interesse am Erhalt des Fahrzeuges, und so wurde uns letztendlich mit der Zwangsräumung des Grundstückes gedroht.

Abtransport. Am 25. August 1992 wurde der Wagen mittels Autokran auf einen Tieflade-LKW verladen, und ins rund vier Kilometer entfernte Langenbrand gebracht. Dort kam endlich wieder ein angeschlossenes Gleis unter seine Räder, er wurde auf einem Bahnhofsgleis im Bahnhof Langenbrand-Bermersbach -dieser Bahnhof befindet sich in Miniatur sogar als Modell auf der Anlage im Wagen- abgestellt.


Beim Aufgleisen im Bf Langenbrand

Nach Gernsbach zur Ausstellung - und ein vorgesehener neuer Standort. In Langenbrand wurde während seiner knapp einjährigen Standzeit keine Ausstellung durchgeführt. Zwischenzeitlich ergaben einige Verhandlungen, daß wir als neuen Standort ein Abstellgleis der Fa. Kast in Gernsbach bekommen sollten - es schien soweit alles klar. In Gernsbach sollte im Mai 1993 zum Fahrplanwechsel und zur Einführung der Interregio-Leistung ins Murgtal ein kleines Bahnhofsfest veranstaltet werden - und unser Wagen/Modellbahn ausgestellt. Nach einer Lauffähigkeitsuntersuchung wurde unser Wagen am Morgen des 19. Mai 1993 von einer Lok der Baureihe 218 (die neurote 218 294-7) in Langenbrand abgeholt und nach Gernsbach zum Ausstellungsstandort, ein Abstellgleis neben dem Bahnhofsgebäude gezogen. Nach der Ausstellung war vorgesehen, den Wagen an seinen neuen Standort, den besagten Privat-Gleisanschluß zu bringen. Doch die Fa. Kast/Seeber, eigentümer des Anschlusses, hatte plötzlich Bedenken wegen der schlechten Zugänglichkeit des Abstellgleises - und nahm Abstand von ihrem Angebot. So kam es, daß der Wagen noch heute in Gernsbach neben dem Bahnhofsgebäude steht und Standgeld dafür bezahlt werden muß. Noch heute suchen wir nach einer geeigneten Abstellmöglichkeit.


Die Fahrt nach Gernsbach

Historischer Werdegang des Fahrzeuges. Ein Betriebsbuch, wie bei einer Lokomotive vorgeschrieben, wird für einen Güterwagen nicht geführt. Deshalb gestaltet sich die Rekonstruktion des Verbleibes etwas schwierig. Sicher ist, denn im Aw Karlsruhe existierte noch eine "Bestandskarte" aus dem Jahr 1948, daß der Wagen 1917 bei der Fa. Gottfried LINDNER in Ammendorf gebaut wurde. Ammendorf ist heute ein Stadtteil von Halle/Saale, und die Fa. Lindner ist die heutige DWA.
Fabrikschilder waren an dem Wagen nicht mehr vorhanden, sodaß die genaue Fabriknummer nicht mehr ermittelt werden kann. Einige Rückfragen bei der Fa. DWA brachten jedoch eine interessante Geschichte zutage, die zumindest noch mit einigen Lücken viel über den Verbleib unseres Wagens aussagt. Besonderer Dank gilt auch noch einmal den DWA-Mitarbeitern, die teilweise selbst in ihrer Freizeit in diesem Zusammenhang recherchierten. Besonders Herrn Bläß sei an dieser Stelle noch einmal für seine Bemühungen gedankt.
Unser Wagen, ein gedeckter Güterwagen des Typs G10 mit Bremserhaus, wurde im Jahr 1917 fertiggestellt. Er gehörte zu einer Lieferserie einer Bestellung der Eisenbahn Serbiens, die im Jahre 1914 insgesamt 350 Stück bestellten. Aufgrund der Ereignisse des ersten Weltkrieges wurde Serbien zum Feindstaat, und die OHL (Oberste Heeresleitung) beschlagnahmte die Lieferserie. Die beschlagnahmten Fahrzeuge, zu denen auch unser Wagen gehörte (der wahrscheinlich sogar mit kyrillischer Anschrift abgeliefert wurde), wurden dann der Militärdirektion Bukarest zugeteilt. Nach Beendigung des Krieges dürfte der Wagen dann in Rumänien eingesetzt gewesen sein.
In den dreißiger Jahren kamen viele Eisenbahnwagen aus Ost- und Südosteuropa zu Privat- oder Werksbahnen nach Deutschland zurück. Ab 1933 findet sich auch die Spur unseres Wagens wieder, denn in der Bestandskarte, die im zuständigen Unterhaltungs-Aw Karlsruhe noch vorhanden ist, befindet sich ein Vermerk "Eingestellt mit Verfügung ... vom 02.02.33". Seit diesem Datum wurde er bei der Deutschen Reichsbahn als Privatwagen eingestellt. Als Heimatbahnhof war Weisenbach, als Einsteller und Eigentümer "E. Holtzmann & Cie AG Weisenbach Fabrik (Murgtal)" angegeben. Die amtliche Bezeichnung hieß "gedeckter Güterwagen", Bauart Nr. 300, Ladegut "Papier, Zellulose, Zement". Als Farbton des Wagenanstrichs wird grau angegeben.
An diesen Daten hat sich bis zur offiziellen Ausmusterung, vermutlich am 05.09.80, nichts geändert. Die letzte Haupt- oder Zwischenbremsuntersuchung (Br 2) ist mit Datum 24.10.66 in der Bestandskarte angegeben, am Längsträger ist die Br 2 mit der Kennummer 504 (=Aw Karlsruhe) auf 21.10.66 datiert.
Die Reichsbahn-Nummer lautete 600 490 P, die alte Bundesbahn-Nummer DB 546 197 P - und sogar eine EDV-gerechte DB-Nummer wurde dem Wagen noch zugeteilt: 20 80 0100501-5

Technische Daten:
- LüP: ............... 9,65 m
- Gewicht: ....... 11,10 to
- Achsstand: ..... 4,50 m
- Ladegew.:...... 15,00 to

Der Wagen hat eine (voll funktionsfähige) Knorr Kkg Druckluftbremse, Handbremse, verstärkte Zugvorrichtung und -Haken, Gleitlager (in Bestzustand!) aus Rg10/WM10 und Hülsenpuffer. Die Ladefläche beträgt 21,3 m²

Wir haben den Wagen 1985 in Reichsbahn-braun angestrichen, und eine Reichsbahn-Beschriftung als Privatwagen angebracht. Leider steht der Wagen im Moment an einem nicht ganz zerstörungssicherem Platz abgestellt.

Momentaner Standort Bf Gernsbach



Auf Anfrage sind wir gerne zu einer kleinen, privaten Vorführung des Wagens und der sich im Wagen befindlichen Modelleisenbahn bereit. Der Wagen ist derzeit im Bahnhof Gernsbach (an der Murgtalbahn, KBS 716 (Karlsruhe-) Rastatt-Freudenstadt) neben dem Empfangsgebäude abgestellt. Bei Interesse bitte Nachricht an die Eisenbahnfreunde Murgtal.

- Zu einer Beschreibung der besagten Z-Anlage "Murgtalbahn" gelangen Sie hier.



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© Zuletzt aktualisiert am 13. April 1997 durch O. Krieg.