Hessischer Rundfunk: Sendung "Widerstand und Verdrängung", HR 2, 28.01.2003, 14 min, Autorin: Lisa Laurenz 


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Kurztext zum Buch "Widerstand und Verdrängung"

Abstract zum Buch "Widerstand und Verdrängung"

Inhaltsangabe des Buches "Widerstand und Verdrängung"

Die Technische Universität Berlin (TUB) hat zu dem Buch einen kurzweiligen Text geschrieben, den zu lesen sich lohnt. Klicken Sie hier, um zu der Seite auf dem TUB-Rechner zu kommen.
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Auch die Berliner Morgenpost verfaßte am 31. August 1997 einen sehr hübschen Zeitungsartikel dazu.

Einiges über Alfred Adler finden Sie unter dieser Internet-Adresse: http:/home.t-online.de/home/Mackenthun/ip/homepage.htm.

Alles über Sigmund Freud finden Sie in den sehr aufwendig gemachten Internetseiten des Freud-Museums Wien.


Kurztext

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Abstract:

Die Dissertation beschäftigt sich ausführlich mit zwei Schlüsselbegriffen der Tiefenpsychologie: Widerstand und Verdrängung. Es wird die These vertreten, daß Verdrängung vor allem Verdrängung von Wahrhaftigkeit und Offenheit ist gegenüber dem, was einen lebensgeschichtlich angeht. Widerstand ist Widerstand gegen das Gewahrwerden individueller wie überindividueller Wahrheiten. Offenheit und Wahrhaftigkeit werden nicht nur als anzustrebenden therapeutische Ziele, sondern auch als wesentliche Fähigkeiten des gesunden Menschen angesehen.

Nach einer Einleitung (1. Kapitel), die den Beitrag der Tiefenpsychologie zu den Themen Verdrängung und Wahrhaftigkeit anreißt und die Vergleichbarkeit tiefenpsychologischer Schulen bejaht, wird im 2. Kapitel die historische Entwicklung der Begriffe Widerstand und Verdrängung zunächst bei Sigmund Freud dargestellt. Die Begriffe werden im Rahmen der konzeptionellen Stufen der Entwicklung des Freudschen Gedankengebäudes verfolgt und auf ihre Plausibilität hin überprüft.

Mit der Individualpsychologie Alfred Adlers (Kapitel 3.1) und der Daseinsanalyse von Medard Boss (Kapitel 3.2) werden zwei Schulen herangezogen, die in der Lage sind, die bestehenden Einseitigkeiten des Freud-schen Theorems zu überwinden. Adler und Boss werden zunächst in ihrer Auseinandersetzung mit Freud betrachtet, dann mit ihren Konzepten zu Widerstand und Verdrängung vorgestellt. Eine kritische Diskussion der Befunde schließt sich an.

Im 4. Kapitel werden Widerstand und Verdrängung in ausgewählten Einzelaspekten unter Hinzuziehung neuerer Literatur erörtert. Es werden Antworten vorgeschlagen auf die Fragen: Inwieweit sind Widerstand und Verdrängung "krank" oder "gesund"? Was ist am Widerstand anthropologisch? Wie wird Widerstand in der Therapie heute aufgefaßt? Inwieweit ist Verdrängung ubiquitär? Was ist der Unterschied zwischen ver-gessen und verdrängen? In welchem Verhältnis steht Hemmung (Schultz-Hencke) zur Verdrängung? Ferner werden untersucht: Trauma und Konflikte in der Kindheit als Ursprünge der Verdrängung (unter Einbeziehung von Ergebnissen der neonatologischen Forschung); die Struktur der neurotischen Verdrängung (Motiv, Mechanismus, Inhalt); die Phänomenologie der Verdrängung (Selbstentfremdung, Angst, Verschlossenheit, Affektivität); die Frage nach Vorsätzlichkeit und Verantwortung in Widerstand und Verdrängung; der Unterschied zwischen Sublimierung und Verdrängung.

Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit den zwei "Kontrapunkten" von Widerstand und Verdrängung: Offenheit und Wahrhaftigkeit. Die Daseinsanalyse bietet mit dem Begriff der Offenheit einen Anhaltspunkt für seelische Gesundheit. Und mit der "Analytischen Grundregel" führte Freud die Wahrhaftigkeit als Voraussetzung für einen analytisch-therapeutischen Prozeß ein. Es werden die Möglichkeiten und Grenzen von Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit sowohl in der Therapie als auch im Alltag erörtert.

Der Autor vertritt die Auffassung, daß es unter anderem Aufgabe der Therapie ist, Realitätsverzerrungen und Verleugnungen aufzulösen oder rückgängig zu machen, den Analysanden zu größerer Weltoffenheit und Wahrhaftigkeit hinzuführen und ihn zu befähigen, Offenheit und Wahrhaftigkeit auszuhalten. In den beiden letztgenannten Verhaltensweisen zeigen sich wesentliche Seinsweisen der Person. Die Begriffe Offenheit und Wahrhaftigkeit weisen den Weg einer Entwicklung, den der Mensch im günstigen Falle einschlagen kann.

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Inhalt:

1. Einleitung 7

1.1 Problemstellung 7
1.2 Der Beitrag der Tiefenpsychologie zum Thema Verdrängung und Wahrhaftigkeit 9
1.3 Fragestellung und Aufbau der Arbeit 13
1.4 Zur Frage der Vergleichbarkeit tiefenpsychologischer Schulen 16

2. Freuds Konzept von Widerstand und Verdrängung 21

2.1 Historisches - Die ersten Erkenntnisse 21
2.2 Die Ausarbeitung der Verdrängungstheorie 29
2.2.1 Die Wendung von der Verführungs- zur Triebtheorie - Das Postulat der organischen Verdrängung 29
2.2.2 Frühkindliche Sexualentwicklung und Verdrängung 31
2.2.3 Urverdrängung, Nachdrängen und Wiederkehr des Verdrängten 37
2.2.4 Verdrängung im Kontext von Bewußt und Unbewußt 39
2.2.5 Abwehr und Verdrängung 43
2.3 Die Ausarbeitung der psychoanalytischen Theorie des Widerstandes 44
2.3.1 Innerpsychische Quellen des Widerstands 45
2.3.2 Außerpsychische Quellen für Widerstandsverhalten 49
2.4 Kultur als Verdrängungsmacht 52
2.5 Zusammenfassung: Inhalte der Widerstands- und Verdrängungstheorie Freuds 56
2.6 Überlegungen zu einigen Hauptpunkten des Freudschen Theorems 65
2.6.1 Lust, Unlust, Realität und Verdrängung 65
2.6.2 Mißglückte und geglückte Verdrängung 67
2.6.3 Die Korrektur der Verdrängung 69
2.6.4 Der Unterschied von schwacher und starker Verdrängung 71
2.6.5 Bewußte oder unbewußte Verdrängung? - Bewußter oder unbewußter Widerstand? 73
2.6.6 Die Inhalte der Verdrängung 76
2.6.7 Perversion als Freiheit von Verdrängung? 77
2.6.8 Zur charakter- und symptombildenden Kraft der Libidoentwicklung 78
2.6.9 Die Rolle des Kastrationskomplexes und seine Umformulierung 80
2.6.10 Zur Universalität und Neuinterpretation des Ödipus- Komplexes 81
2.6.11 Das Verhältnis von Heredität und Erziehung 83
2.6.12 Die Wahrhaftigkeitsregel 84
2.6.13 Grenzen der Freudschen Ansichten zu Widerstand und Verdrängung 85

3. Alternativen zum Widerstands- und Verdrängungskonzept Freuds 89

3.1 Widerstand und Verdrängung in der Individualpsychologie Alfred Adlers 89

3.1.1 Adlers Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse Freuds 89
3.1.2 Elemente des individualpsychologischen Menschenbildes 94
3.1.3 Die individualpsychologische Auffassung von Widerstand: Die Entwertungstendenz 101
3.1.4 Die "tendenziöse Apperzeption" als speziell individual- psychologische Verdrängungstheorie 106
3.1.5 Verdrängung als "Bewußtsein ohne Begriffe" 108
3.1.6 Erziehung und Verdrängung 110
3.1.7 Zusammenfassung 112
3.1.8 Bewertung und Diskussion 119
3.1.8.1 Zur Ubiquität des Minderwertigkeitsgefühls 123
3.1.8.2 Gemeinschaft und Anpassung 125
3.1.8.3 Die Inhalte der Verdrängung, speziell die Verdrängung des Weiblichen 127
3.1.8.4 Verdrängung und Kompensation 130
3.1.8.5 Wahrhaftigkeit in der individualpsychologischen Therapie 133
3.1.8.6 Tendenziöse Apperzeption und Verdrängung 135

3.2 Widerstand und Verdrängung aus daseinsanalytischer Sicht (Medard Boss) 139

3.2.1 Die daseinsanalytische Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse 140
3.2.2 Die daseinsanalytische Phänomenologie der menschlichen Existenz: Offenheit und Gesundheit 142
3.2.3 Das Phänomen des Widerstehens 146
3.2.4 Verdrängung in daseinsanalytischer Sicht 154
3.2.5 Zusammenfassung 158
3.2.6 Bewertung und Diskussion 161
3.2.6.1 Reduktionismus in der Daseinsanalyse 162
3.2.6.2 Konservatismus, kulturanalytisches Defizit und Werte-Indifferenz 163
3.2.6.3 Zum Problem des Welterkennens und der Wahrheit in der Daseinsanalyse 164
3.2.6.4 Philosophische Ignoranz der Daseinsanalyse 166
3.2.6.5 Inhalte des Verdrängten und die Grenze der Offenheit 167

4. Widerstand und Verdrängung in ausgewählten Einzelaspekten 169

4.1 Widerstand und Verdrängung zwischen Krankheit und Gesundheit 170
4.2 Zur Anthropologie des Widerstandes - Seidmanns "Resistologie" 176
4.3 Widerstand in der Therapie 181
4.3.1 Vom Therapeuten induzierter Widerstand 183
4.3.2 Phänomenologie des Widerstandes 188
4.3.3 Über das Wesen des neurotischen Widerstandes 190
4.3.4 Auflösung des Widerstandes 192
4.4 Zur Anthropologie der Verdrängung 195
4.5 Vergessen und Verdrängen - Versuch einer Abgrenzung 202
4.5.1 Das Vergessen 202
4.5.2 Das Unbemerkte 204
4.5.3 Das Vorbewußte 205
4.5.4 Assoziation 205
4.5.5 Fehlleistungen 206
4.5.6 Freuds dynamisches Unbewußte 206
4.5.7 Bildbewußtsein (Heiss) 208
4.5.8 Willkürliches Gedächtnis - das Bewußtsein 208
4.6 Harald Schultz-Hencke: "Der gehemmte Mensch" 211
4.7 Ursprünge der Verdrängung: Trauma und Konflikt in der Kindheit und die Rolle der Erziehung 216
4.7.1 Tiefenpsychologie und Erziehung 216
4.7.2 Ergebnisse der neonatologischen Forschung und ihre Bedeutung für die Tiefenpsychologie 222
4.7.3 Die Bedeutung der Säuglingsforschung auf das Widerstands- und Verdrängungsthema 228
4.7.4 Trauma und Konflikt 232
4.8 Die Struktur der neurotischen Verdrängung 248
4.8.1 Motiv, Anlaß, Auslöser, Bedingung 248
4.8.2 Mechanismus, Vorgang, Prozeß 253
4.8.3 Inhalt, Objekt 255
4.9 Effekt, Folgen, Wirkung: Zur Phänomenologie der Verdrängung 263
4.9.1 Selbsttäuschung und Selbstentfremdung 265
4.9.2 Angst 270
4.9.3 Verschlossenheit, Starrheit und Stagnation 274
4.9.4 Affektivität 277
4.9.5 Gottähnlichkeitsstreben 281
4.10 Können, wollen, tun - Vorsätzlichkeit und Verantwortung in Widerstand und Verdrängung 284
4.10.1 Trennlinie bewußt/unbewußt 285
4.10.2 Verantwortung 287
4.10.3 Wille und Willensfreiheit 290
4.10.4 Wissen und Bildung 293
4.11 Sublimierung contra Verdrängung 300

5. Offenheit und Wahrhaftigkeit als zentrale Probleme in Therapie und Alltag 304

5.1 Tiefenpsychologie und Ethik 306
5.1.1 Anthropologische und erkenntnistheoretische Prämissen der Tiefenpsychologie 310
5.1.2 Ethische und weltanschauliche Positionen der Tiefenpsychologie 318
5.1.3 Gesundheitskonzepte und Therapieziele 324
5.2 Psychoanalyse als "Erziehung zur Wahrheit" 328
5.2.1 Exkurs: Die Analytische Grundregel 330
5.3 Verdrängung der Wahrheit 334
5.4 Wahrheit und Realität 338
5.4.1 Annäherung an Wahrheit in Form anthropologischer Grundforderungen 344
5.5 Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit 347
5.6 Die Grenzen der Wahrhaftigkeit 353
5.7 Resümee und Ausblick 366

6. Literaturverzeichnis 369

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Stand: 1.11.1997, ergänzt 24.09.06

an den Autor Gerald Mackenthun