Eine Biographie über John Ronald Reuel Tolkien
- Die Kinderjahre
03. Januar 1892, etwa ein Jahr nach der Heirat von Mabel Suffield und Arthur Reuel Tolkien, wurde John Ronald Reuel Tolkien in Bloemfontein, einer kleinen Stadt in Südafrika unter der Kolonialmacht Großbritanniens, geboren.
Noch vor seines Bruders Hilary Geburt, 1894, machte Ronald das Klima Südafrikas zu schaffen, weswegen Mabel, Ronald und Hilary 1895 zurück nach Großbritannien reisten und Arthur Reuel Tolkien folgen sollte.
Zurück in Birmingham zog Mabel mit ihren beiden Kindern zu ihren Eltern.
Im November des Jahres 1895 erkrankte Arthur an Rheumafieber und schied schließlich 1896 durch einen Blutsturz in aus der Welt und wenig drauf aus den Erinnerungen der Jungen.
Aufgrund des kleinen Hauses ihrer Eltern, zogen sie im Sommer 1896 in ein geeignetes Haus in Sarehole, welches sie sich trotz ihrer bescheidenen finanziellen Mitteln leisten konnte.
Die Umgebung Sareholes brachte Ronald zum erblühen, denn er liebte die Pflanzen und Bäume nicht als seine Zeichnungen. Um jene Zeit begann Mabel ihren älteren Sohn zu unterrichten und sie bemerkte bald seine außergewöhnliche Begabung für Sprachen.
Schon mit 7 Jahren schrieb Ronald, inspiriert durch seine Lieblingsgeschichte, seine erste eigene Geschichte, was jedoch für lange Zeit auch seine einzige bleiben sollte.
1899 misslang Ronald die erste Aufnahmeprüfung an der King-Edward-School, welche er jedoch im folgenden Jahr bestand.
Mit dem Eintritt Mabels in die katholische Kirche begannen schwere Zeiten, da jegliche finanzielle Unterstützung von Seiten der Suffields und auch Tolkiens eingestellt wurden.
Aufgrund der Entfernung zur Schule zogen sie nach Birmingham, was jedoch nicht lange gut ging, da das neue Haus einer Feuerwehrstation platz machen musste und so zogen sie ein weiteres mal um, was sich auch nicht als besser herausstellte.
1902 fand Mabel endlich die richtige Umgebung für sich selbst und ihre Kinder und so zogen sie in den Vorort Edgbaston, in das Gebiet von Pater Francis Xavier Morgan, welcher für das geistliche Wohl der Anwohner zuständig war.
In ihm fand die Familie jedoch nicht nur einen Geistlichen, sondern auch einen treuen Freund.
In der neuen Schule fand sich Ronald nicht allzu gut zurecht, da sein Wissensstand bald den der allgemeinen Schüler dieser Schule überflügelte, so entschloss sich seine Mutter, ihn wieder selbst zu unterrichten.
1903 kehrte Ronald zurück in die King-Edward-School, da sich sich als sehr viel geeigneter herausstellte.
Die folgenden Monate wurden schwer für die Familie, da kurz nach Mabels Erholung die Kinder erkrankten, was sie stark belastete. So kam sie April 1904 wegen Zucker ins Krankenhaus und die Kinder kamen zu ihrer Tante Jane Suffield.
Erst Ende Juni ging es ihrer Mutter wieder besser und auf Anraten Pater Francis zogen sie für die Sommerferien nach Rednal.
Im November verschlimmerte sich Mabels zustand wieder und sie fiel in diabetisches Koma.
Am 14. November verstarb Mabel Tolkien im Beisein ihrer Schwester May und Pater Francis.
Trotz Schwierigkeiten gelang es Pater Francis die Kinder bei ihrer Tante Beatrice Suffield unterzubringen, wo sie jedoch wenig Liebe und Verständnis fanden.
In ihrer Verzweiflung flohen die Jungen wann immer möglich in das Oratorium, wo sich Pater Francis aufhielt.
Im Herbst 1905 begann für Ronald die 5. Klasse, wo er sich mit Christopher Wiseman anfreundete. Hilary kam in die erste Klasse, nachdem er die Aufnahmeprüfung bestanden hat.
Die King-Edward-School erwies sich als Ronalds optimale Umgebung, denn hier wurde ihm nicht nur Latein und Griechisch beigebracht, sondern seine Liebe zu Sprachen gefördert.
Anfang 1908 vermittelte den beiden Jungen Pater Francis eine angenehmere Unterkunft bei Frau Faulkner und ihrem Mann, wo auch das Waisenkind Edith Bratt lebte.
Obwohl Edith 3 Jahre älter als Ronald war, verliebten sich die beiden.
Ende des Herbstsemesters 1909 kam Pater Francis die Liebschaft der Beiden zu Ohren, so das er die beiden trennte, um Ronalds Zukunft in Oxford nicht zu gefährden.
Kurz darauf folgte die Aufnahmeprüfung für ein Stipendium an der Oxford-Universität, welche Ronald jedoch nicht bestand.
So kehrte er zurück um es nochmals im nächsten Jahr zu versuchen.
Edith und Ronald trafen sich weiterhin heimlich, was jedoch nicht lange geheimgehalten werden konnte, woraufhin Pater Francis Ronald jeglichen Kontakt mit Edith verbot, bis er 21 Jahre alt sei.
Edith bekam ein Angebot von einem Rechtsanwalt und seiner Frau, in Cheltenham zu leben, was sie dankbar annahm.
Aus Zufall traf Ronald Edith noch einige Male auf der Straße, und dies wurde beobachtet, woraufhin Pater Francis mit Konsequenzen drohte.
Nach recht langen Vorbereitungen auf die Aufnahmeprüfung für das Oxford-Stipendium war es endlich soweit und Anfang Dezember 1910 bestand er die Aufnahmeprüfung. Doch auch die letzten Monate in der King-Edwards-School waren nicht streßfrei, da er nun Schulpräfekt, Sekretär des Debattierklubs und Sekretär für Rugby wurde.
1911 gründeten die Freunde Ronald, Christopher Wiseman, R. Q. Gilson und noch einige andere den Tee-Club, ein Club von Jugendlichen, welche sich mit Literatur auseinandersetzten, aus diesem Club entstand zunächst die Barrovian Society, nach einem Kaufhaus, wo die Jungen gerne ihren Tee tranken. Schließlich wurde aus diesen drei Mitgliedern der T.C.B.S gegründet, welcher sich mit Literatur und später auch mit Dichtungen beschäftigte.
Nun war es schließlich soweit, das Exeter College begann und die King-Edward-School war abgeschlossen, wenn auch nicht ohne bedauern. Doch bald sollte Oxford sein neues, geliebtes Zuhause sein. Er gründete den Club "The Apolausticks", wo Aufsätze vorgelesen, Diskussionen und Debatten abgehalten und besondere Abendessen zugenommen wurden.
Für einige Sprachen verlor er das Interesse, doch die Vergleichende Philologie unter Joseph Wright zog ihn in seinen Bann und wurde von ihm gefördert.
In den Universitätsferien fuhr er zurück nach Birmingham um den Kontakt mit dem T.C.B.S. aufrecht zu erhalten und bei einer Aufführung mitzuwirken, wobei auch die Freundschaft mit G. B. Smith begann.
In Oxford zurück lernte er die finnische Sprache kennen, wenn auch nicht vollendet, doch war ihr Einfluss bei Tolkien stark zu merken, wie die Sprache "Quenya" heute zeigt.
Mit seinem 21. Geburtstag schrieb Ronald einen Brief an Edith Bratt indem er seine Liebe bekräftigte, obwohl sie verlobt war trafen sie sich erneut und auch Edith gestand ihre Liebe zu ihm.
In einem Brief an Pater Francis berichtete er von seiner Absicht der Heirat, welche der Pater duldete.
Nach der Prüfung in Oxford 1913, welche er nicht sonderlich gut bestand, wurde Ronald nahegelegt zur English School zu wechseln, da er sich für das Alt- und Mittelenglisch interessierte, dem stimmte er zu und wurde von da an von Kenneth Sisam unterrichtet.
Der katholische Glaube Ronalds war stark und so überredete er Edith auch diesem Glaube beizutreten und für sie begann somit eine schwere Zeit, da dies von ihren Verwandten und auch Freunden nicht geduldet wurde.
Es war auch jenes Jahr, da Ronald mit einigen Jungen nach Frankreich fuhr, wo er seine Vorurteile als bestätigt fand.
Im Herbst 1913 bekam sein alter Freund G. B. Smith ein Stipendium in Oxford, während die anderen beiden Mitglieder des T.C.B.S. in der Cambridge Universität aufgenommen wurden.
Anfangs gefiel Edith die katholische Kirche, wurde dessen jedoch bald überdrüssig. Doch auch bei Ronald fand sie wenig Hilfe, da er nur von seiner schönen Zeit in Oxford zu berichten wusste und auch großspuriger wurde.
Nachdem er im Frühjahr 1914 den Skeat-Preis für englisch verliehen bekam, leistete er sich von dem Preisgeld Werke von William Morris, welche ihn tief beeindruckten, da er einige seiner eigenen Sehnsüchte in ihnen wiederfand.
Der Spätsommer 1914 könnte als Entstehungsgeschichte seiner eigenen Mythologie erklärt werden, da er sein erstes Gedicht verfasste, welches in seiner Kosmologie spielen könnte. Doch ürsprünglich stammt die Geschichte aus Crist des Cynewulf.