Blumenwiese
Neuerdings ist der Wunsch nach einer Blumenwiese sehr aktuell
geworden. Wer sich jedoch eine solche Wiese anlegen will, hat
einige wesentliche Punkte zu berücksichtigen.
Zur
Wirkung kommt eine solche Anlage nur auf größeren Flächen,
denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Wildwiese im Hausgarten
nicht ganz so einfach ist. Außerdem ist die Frage nach Lage
und Standort von wesentlicher Bedeutung, da sich eine Blumenwiese
nur in voller Sonne entwickeln kann. Aber auch die Bodenverhältnisse
müssen die Voraussetzungen erfüllen, denn nur auf nährstoffärmeren
Böden können Wildblumen wachsen.
Wichtig zu wissen ist, dass eine Blumenwiese nur sehr vorsichtig
betreten werden darf, sie ist alles andere als ein Spielplatz
und daher auch kein Rasenersatz.
Vor dem Anlegen ist außerdem zu bedenken, dass der Samenflug
von einer Wildblumenwiese in andere Gartenbereichen zu höchst
unerfreulichen Nebenerscheinung, wie Verunkrautung führen
kann.
Um einen bestehenden Rasen zum Blühen zu bringen, ist zuerst
die Schnitthäufigkeit von Jahr zu Jahr zu verringern, bis
man nach einigen Jahren seine Wiese nur noch zwei- bis dreimal
im Jahr zu mähen hat.
Der Boden muss 'abmagern', denn wo jahrelang ein Rasen intensiv
gepflegt und gedüngt wurde, benötigt dieser Prozess
entsprechend Zeit. Nach und nach ändert sich dann auf natürlichem
Wege die Artenzusammensetzung, und es stellen sich standortgetreue
Pflanzen ein.
Für eine Neuanlage bereitet man einen möglichst mageren
Boden in üblicher Weise vor und sät eine geeignete Gras-Wildblumenmischung
aus. Bester Aussaattermin sind die Monate April und Mai. Es ist
aber auch eine Herbstaussaat möglich. Wichtig ist beim Aussäen,
den Samen anschließend nicht zu tief einzuharken -etwa 5
mm tief-, da es sich bei verschiedenen Gewächsen der Mischung
um Lichtkeimer handelt, die für den Keimvorgang viel Helligkeit
benötigen. Anschließend wird die Bodenoberfläche
leicht gewalzt und die ganze Fläche angefeuchtet. Dabei ist
darauf zu achten, dass die Bodenoberfläche nicht verschlämmt.
Vier bis sechs Wochen lang muss die Fläche immer gleichmäßig
feucht gehalten werden, damit die Gräser und insbesondere
die Kräuter problemlos keimen können.
Natürlich muss die Blumenwiese auch etwas gepflegt werden.
Gemäht wird im Jahr der Neuanlage überhaupt nicht, bei
Frühjahrssaat allenfalls im Herbst. Später reicht gewöhnlich
ein einmaliger Schnitt im Juli/August aus. Für diese Arbeit
reicht ein kräftiger Benzinrasenmäher völlig aus.
Zu der landläufigen Meinung, dass "eine Wiese nie ungemäht
in den Winter gehen soll", ist jedoch anzumerken, dass jeder
seine eigene Erfahrung sammeln muss.
Um die Blütenpracht zu verstärken, lassen sich in einer
Blumenwiese sehr gut zusätzlich Frühlingszwiebeln setzen.
Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, Wildblumen aus Samen
selbst heranzuziehen und später in die Blumenwiese zu integrieren.