Sand / kiesiger Sand

Das nordische Inlandeis der vorletzten, der Saale-Eiszeit, hat vor ca. 200.000 Jahren auch Sande im Iburger Gebiet abgelagert. Diese Sande sind an den verschiedensten Stellen abgebaut worden:
Im Hakentempel bestanden seit ca. 1905 verschiedene Sandgruben, aus denen örtliche Landwirte je nach Bedarf Sand abgebaut haben. Zu nennen sind die Eigentümer Hölscher, Mindrup, Niekerke, Vogelsang, Vornholt und Waltermann. Verwendet wurden die Sande je nach Qualität für Beton, Maurerzwecke und Straßenbau. Die unterschiedliche Qualität zeigte sich auch dadurch, daß der Sand teilweise gesiebt werden mußte, teilweise ungesiebt weiterverarbeitet werden konnte. Die Iburger Firma Pokörn baute von 1974 bis zum 30.04.1977 auf einer Fläche von 2.000 m2 dortige Sande ab. In dem Bruch waren auch stationäre Siebanlagen vorhanden.
Ein weiteres größeres Sand-Abbaugebiet war die Voßegge: seit ca. 1917 wurde ein hellbrauner fein- bis mittelkörniger Sand an der südwestlichen Voßegge, dem sog. Hellberg, abgebaut. Die Grube gehörte ursprünglich Elberding / Schulte, später Bastwöste, der hier für Bauzwecke Sande förderte. Es handelte sich um eine recht große Grube, in der eine Feldbahn für den Abtransport des Abraums vorhanden war. Der Sand wurde u.a. für die militärischen Bauten auf dem Dörenberg verwandt. Später ging die Grube in den Besitz von Niemann - Wacker über. Inmitten der Voßegge betrieb Dreesmann, seit 1951 im westlichen Bereich die Firma Pokörn, eine Sandgrube. Östlich davon begann am 01.09.1964 die
Fa. Sundermann Bau GmbH aus Ledde einen Füllsand für den Straßenbau und für Hausanschüttungen und Kanalisationsarbeiten abzubauen. 1983 betrug die Grubengröße 69.367 m2 und hatte im Mittel eine Tiefe von 18 m. 1984 übernahm Pokörn auch diesen Abbau. Es fand ein Trockenabbau mit stationären Siebanlagen statt. Zur Zeit unterhält der Landkreis Osnabrück in dem ehemaligen Bruch einen Grünabfallsammelplatz.
Auch 500 m östlich des Hofes Tönniges wurden vom Besitzer bedarfsmäßig Sande abgebaut.

Sandgrube Sundermann
Sandgrube Sundermann, August 1981


Auch am Rott war einst ein Schwerpunkt des Sandabbaus:
Pokörn betrieb in der Verlängerung der Rottstraße ab 1960 eine kleine Sandgrube, nachdem er am 17.09.1959 vom damaligen Eigentümer Bitter das Ausbeutungsrecht für 30 Jahre erhalten hatte. In der Zeit vom 10.07.1975 - 15.10.1975 baute er zudem den in Lagen vorhandenen Kies ab, der für den Bau der Iburger Kurklinik benötigt wurde.
Weitere kleine Gruben waren in Besitz von Bruns, Pohlmann und Stapenhorst - Abbaubeginn war 1954/55. Der Fuhrunternehmer Eberhard Pohlmann setzte sogar Loren für den Abtransport der Sande ein - Abbauende war um 1975.
In Glane-Visbeck baute die Fa. Pokörn ab 1966 im Trockenbau "Auf dem Gehrenbrink" am Visbecker Ring einen Sand von mittlerer Qualität ab, der als Füllmaterial verwendet wurde. 1976, also nach 10 Jahren, waren bereits 6.000 m3 Sand abgebaut. Die Abbaugenehmigung wurde bis zum 31.12.1986 erteilt. Heute ist das Gelände vollständig rekultiviert.
In Nähe des Visbecker Rings befand sich zudem eine kleine Grube für den örtlichen Bedarf des Bauern A. Gehrmeyer aus Visbeck. Zur Wegeausbesserung für den eigenen Bedarf der Forstverwaltung hatte das Forstamt Iburg im Staatsforst Ostenfelde, 1½ km südlich von Iburg, eine bereits 1943 stillgelegte und bewachsene Sand- und Kiesgrube. Die einstige Sandgrube an der heutigen B 51 südlich des Hofes Landwehr dient derzeit als Bauhof der Stadt Bad Iburg. Zwischen 1980 und 1981 wurde auf einer Fläche von 40 - 50 m2 "Auf der großen Heide" ungenehmigt Sand für den eigenen Bedarf der Anwohner abgebaut. Auch aus der "Fillekuhle" an der Bielefelder Straße, dort, wo heute der Fahrradstand des Schulzentrums steht, wurden einst Sande abgebaut. Die Grube wurde beim Bau des Schulzentrums zugeschüttet.
Im südlichsten Teil Iburgs, an der Grenze zu Glandorf, baute in Nähe des Hofes Massmann die Firma WA-MÜ Transporte aus Münster kurzzeitig Sande ab. Noch heute existiert an dortiger Stelle ein Abbau: die Fa. Pokörn begann 1990 einen Abbau einzurichten und baut nun hier seit 1992 in Naßförderung Sande ab, die in drei Korngrößen verkauft werden.

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