
Torf
Einige Jahrhunderte alt ist
die Geschichte des Abbaus von Torf im Großen Bruch von
Ostenfelde.
In einer Urkunde des Grafen Arnold von Tecklenburg aus dem Jahre
1590 fand "auf Veranlassung der Eingesessenen der
Bauerschaft Ostenfelde, Markengenossen unseres Lienenschen
Holzgerichtes" die Teilung des Moores in Distrikte statt.
Der Graf bewilligte "wegen Abgang des Holzes ihren
Feuerbrand aus dem Moore zu nehmen." Bei der Zuteilung nach
Erbesklassen durfte jeder Vollerbe neun, jeder Halberbe sechs,
jeder Erbkötter vier und jeder Markkötter drei Fuder Torf im
Jahr stechen. Diese Bedingung galt zunächst für vier Jahre. Der
Vogt von Lienen hatte die Überwachung inne, damit alles
ordentlich zuging und das Moor nicht verdorben wurde. Auch der zu
zahlende "Canon" wurde festgesetzt. Ein Fuder war dabei
ca. eine Leiterwagenladung.
Das Kloster Iburg erhielt in einem Sonderprivileg vom 25. Oktober
1686 vom Grafen Johann Adolf von Tecklenburg als Holzgraf in der
Ostenfelder Mark bei der Verteilung des dortigen Torfmoors so
viel an Torfstich als einem vollem Erben zugelegt wurde - das
waren 9 Fuder Torf jährlich. Als Grund gibt der Graf an,
"wie der Herr Abt uns und unserer Grafschaft mit
sonderlicher Genegenheit jederzeit beigepflichtet gewesen uns
gute Dinge getan, er und seine Nachfolger noch ferner erweisen
können und wollen." Das Kloster zahlte nichts.
Das Torfmoor war immer wieder Streitpunkt zwischen den
Eingesessenen der drei umliegenden Kirchspiele Glandorf, Lienen
und Ostenfelde. Ein "eigentlicher Entwurff des
Streitigen Torff Mohrs zwischen denen glandorffischen und
ostenfeldern osnabrückischen Seiten und denen Lynischen
Teckelenburgischen Seiten, nebst der herumb liegenden Situation
Anno 1709 im August" zeigt
die strittigen Torfflächen. Die Karte umfaßt ein Gebiet von 43
km2 und eingezeichnet ist der Lienener und der Iburger
Torfabbau. Auch im Gemeindearchiv Lienen befindet sich eine Akte
mit "Streitigkeiten über das Torfmoor 1743 - 1798". In
einer alten von Generalmajor Le Loq 1805 herausgegebenen
Vermessungskarte ist das Torfgebiet als "bestochenen
Moor" eingezeichnet.

Historische Karte über streitige Torfgebiete,
August 1709
(Nieders. Staatsarchiv Osnabrück, K73 Nr. 103 H)
Um 1900 war das Gebiet ein sumpfiges Grünlandmoor. An einzelnen
Stellen wurde von Bauern noch nach Torf gegraben. Dieses Torf
hatte aber aufgrund seines jungen Alters nur eine geringe
Heizkraft.
Weitere Flachmoortorf-Vorkommen befanden sich nordwestlich des
Hofes "Große Hartlage" und am Siebenbach in
Glane-Visbeck. Diese Moorgebiete wurden von den Anwohnern
vollständig abgetorft.
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