10 Jahre Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg e.V.

von Albert Grebing

Um Heimatpflege ganz allgemein kümmern sich im Bereich Bad Iburgs bereits seit vielen Jahrzehnten Vereine wie der Heimatverein Glane, die Bergfreunde in Ostenfelde und der Wanderverein Teutoburg im Ortsteil Sentrup - ferner in Bad Iburg der einstige Kur- und Verkehrsverein. Auch überregional wird hervorragende Arbeit geleistet wie z.B. im Teutoburger Wald-Verein und im Heimatbund Osnabrücker Land. So mag sich mancher damals gefragt haben, warum denn ein weiterer Verein zu gründen ist.

Nun, der Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg wollte mehr als nur ein Heimat- oder ein Wanderverein sein - die Verantwortlichen haben schon damals erkannt, dass noch eine Lücke zu füllen ist!

Bereits 1987 wurde im Rathaus ein Lernstandort Bad Iburg gegründet. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, bekannt unter dem Stichwort ABM, wurden zwei Mitarbeiterinnen - zeitlich befristet - eingestellt: Frau Ulrike Hüggelmeyer, groß und blond, und Frau Christiane Richter-Meschede, klein und dunkel, wie sie sich selbst seinerzeit in der Monatsschrift "Bad Iburg" vorgestellt haben. Nach eigenen Worten waren sie im Zweiergespann nicht zu übersehen und unschlagbar. Betreut wurden sie vom damaligen Schulleiter Rektor Dölle von der Grundschule Bad Iburg. Als ehemaliger Mitarbeiter im Rathaus kann ich mich an diese Zeit noch sehr gut erinnern. Ziel war es, ein Iburger Dokumentationszentrum einzurichten. Es sollte Material zu Geschichte, Kultur, Natur und Gesundheit gesammelt werden. Gedacht war an eine Anlauf- und Arbeitsstelle für Schulklassen und interessierte Erwachsene. Doch bereits zwei Jahre später wurde deutlich, dass diese Arbeit schon aus finanziellen Gründen im Rathaus nicht erledigt werden konnte.

1989, also vor 16 Jahren, wurde ein Verein zur Förderung des regionalen Lernens gegründet, um den bereits 1987 im Rathaus gegründeten Lernstandort weiterzuführen. Dieser Verein ist Vorläufer unseres heutigen Vereins für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg e.V. und wurde am 24. August 1989 in das Vereinsregister eingetragen.

1989 wurden in den Vorstand des damaligen Vereins folgende Mitglieder gewählt:

1. Vorsitzender: Johannes Dölle,
2. Vorsitzende: Margareta Zumstrull,
Geschäftsführer: Albert Grebing,
1. Kassierer: Wilhelm Erdmann,
2. Kassierer: Raimund Bisping,
Beisitzer: Hermann Tovar, Wilhelm Simon, Peter Scheidt und Renate Schlotheuber.

Finanziell geholfen hat auch die damalige Sparkasse Osnabrück mit einem Startkapital in Höhe von 10.000 DM. Es gab damals sogar Überlegungen, bestimmte Räumlichkeiten für diesen Verein zu nutzen, nämlich im Hause Stapenhorst, einem ehemaligen Hotel. Doch das waren nur Wunschträume, die finanziell gar nicht realisierbar waren …

In der Folgezeit wurden viele Überlegungen angestellt, Kontakte geknüpft und Gespräche geführt. In mehr als 13 Seiten wird ein Konzept des Lernstandortes beschrieben. Die Kernfrage aber war, wie kann ein Verein erfolgreich geführt werden.

In einer Mitgliederversammlung am 01. März 1995 fasste der Verein zur Förderung des Regionalen Lernens einstimmig den so wichtigen Beschluss zu einer Namens- und Satzungsänderung. Die Geburtsstunde unseres Vereins ist damit der 01. März 1995. Diese Sitzung fand damals im Sitzungssaal des Rathauses statt. Der damalige Vorstand hat hervorragende Arbeit geleistet: nach nur einer Stunde und 17 Minuten hatte der Verein einen neuen Namen und eine neue Satzung.

Die Namensänderung in Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg wurde am 06.09.1995 laut Mitteilung des Amtsgerichtes Bad Iburg im Vereinsregister vermerkt bzw. eingetragen.

In der 1. Mitgliederversammlung am 23.11.1995 wurde folgender neuer Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender: Wilhelm Simon,
2. Vorsitzender: Heinz Köhne,
Geschäftsführer: Albert Grebing,
1. Kassierer: Wilhelm Erdmann,
2. Kassierer: Gerhard Vollbrecht.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte der Verein weniger als 50 Mitglieder. Hinsichtlich künftiger Vereinsarbeit wurde in dieser Sitzung die Herausgabe eines Stadtführers und die Herausgabe einer Broschüre "Rundgang um den Schlossberg" angeregt. Auch das ist inzwischen Geschichte: Ehrenbürgermeister Tovar informierte seinerzeit über die Stiftung Averbeck.

Eine Auflistung aller Aktivitäten bis heute ist nicht möglich und würde auch den Rahmen dieses Vortrages sprengen. Auch wäre es falsch, sich auf Lorbeeren auszuruhen. Richtig ist, dass der Verein zum richtigen Zeitpunkt und mit Unterstützung vieler eine Marktlücke erkannt hat.

Beliebt und anerkannt wird das jährliche Veranstaltungsprogramm. Zum Teil vergriffen sind Veröffentlichungen des Vereins. Damit wird die Attraktivität dieser Literatur bewiesen. Autoren und Verein dürfen darauf stolz sein. … und endlich gibt es auch eine Prospektunterlage, die über den Verein ganz allgemein informiert und im Hause Schlossstrasse 5, dem Tee- und Kräuterladen von Karen Paul, einen attraktiven Schaukasten.

Im Jahr unseres Jubiläums können noch folgende Broschüren bezogen werden:

· Spaziergang rund um den Schloßberg Bad Iburg,
· Die Postverbindungen für die Friedensverhandlungen in Osnabrück (1643 - 1648),
· Bad Iburg - Kleiner Stadtführer,
· Iburg und die Hanse,
· Abbau und Nutzung von Bodenschätzen im Gebiet der heutigen Stadt Bad Iburg,
· Wenn Steine reden könnten ... Historische Grenzsteine im Iburger Nahraum,
· Kohlenbergbau im Feld "Hilterberg" bei Iburg im Teutoburger Wald,
· Wolfsangeln, Haus- und Hofmarken, Handwerkszeichen.

Autoren aller Herausgaben sind ausschließlich Mitglieder unseres Vereins.

Betreut und unterhalten wird ein kleines und feines Museum in einem Speicher auf dem Hof Averbeck, errichtet in Zusammenarbeit mit der Averbeck-Stiftung und dem Heimatverein Glane.

Auch im Jubiläumsjahr aktiv und neu gewählt wurde folgender Vorstand:

1. Vorsitzender: Volker Paul,
2. Vorsitzender: Horst Grebing,
Geschäftsführer: Albert Grebing,
1. Kassierer: Gerhard Vollbrecht,
2. Kassierer: Joachim Vogelpohl.

Die Arbeit eines Vorstandes ist abhängig von der Mitarbeit der Mitglieder. Viele wertvolle Anregungen konnten in den letzten Jahren verwirklicht werden. Die Zusammenarbeit insbesondere mit dem Heimatverein Glane und dem Heimatbund Osnabrück Land ist vorbildlich. Exkursionen, Wanderungen, Werksführungen, Vorträge, Ausstellungen, Veröffentlichungen und die Betreuung des Heimatmuseums fordern auch künftig unseren Verein.

Was wir uns wünschen? Natürlich, dass die Puste nicht ausgeht, sprich uns finanzielle Mittel erhalten bleiben. Mit einem Jahresbeitrag von nur 10 € können wir keine "großen Sprünge" machen. Unsere Veröffentlichungen finanzieren sich von selbst, dankenswerterweise!

Wichtig ist, dass wir alle uns einbringen. Unsere Ideen sind der Motor für unser Vereinsleben. Bitte, halten Sie uns auch weiterhin die Treue und machen Sie Werbung für unseren Verein. Was uns fehlt, sind Mitglieder im jugendlichen bzw. im jungen Alter. Dennoch, wir sollten optimistisch in die Zukunft sehen.

 

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