| Waldeckische Landeszeitung vom 26. Juli 2004: 21. Waldecker Edersee-Triathlon: Erst ein wenig Verwirrung, dann feiern Prins und Pyrlik Die Arolser Trianhas träumen vom Aufstieg WALDECK (mn). Gerrit Riemers hatte sich schon als Sieger feiern lassen. Der 36-jährige Rüsselsheimer schien mit einer Zeit von knapp über zwei Stunden den 21. Waldecker Edersee-Kurztriathlon für sich entschieden zu haben. Doch was die Zeitnahme im Zieleinlauf angezeigt hatte, widerlegte die Ergebnisauswertung der Chips, die alle Starter bei sich trugen: Aus dem Dreikampf mit seinen alles in allem mehr als 600 Aktiven ging am Samstag der 31 Jahre alte Marc-Philipp Prins aus Limburg als Gewinner hervor. Fabian LamotteRiemers war zwar als erster Kurztriathlet im Alten Hof in der Waldecker Stadtmitte eingetroffen. Er war freilich auch mit der ersten Gruppe, der 1. Hessenliga, ins Wasser gegangen. Erst 20 Minuten später nahmen die Athleten, die für die offene Wertung gemeldet hatten, die drei Disziplinen (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) in Angriff. Unter ihnen befand sich der spätere Sieger. Groß war die Konfusion auch unter den Triathletinnen. Die Erste im Ziel, Doris Freise (Kronberg), hatte an einen Gesamterfolg noch selbst nicht glauben wollen. "Beim Schwimmen bin ich eigentlich zu schlecht", sagte sie. Dann aber verweigerte Marion Pyrlik (Bayer Uerdingen) die Bitte um das Siegerinterview mit dem Hinweis, nicht sie, sondern Thurid Faßbender (Bonn) sei die Erste. Dabei waren beide in derselben Gruppe gestartet. Die Auswertung aber ergab das genau umgekehrte Ergebnis: Marion Pyrlik - nach Rang fünf bei der Altersklassen-WM auf Madeira in der AK 35 als Favoritin gehandelt - wurde mit einer Zeit von 2:23:41,3 Stunden mehr als drei Minuten eher gestoppt als die jüngere Faßbender. Diese hatte nach ihrer ersten Vorstellung am Edersee noch gesagt: "Ich komme gerne wieder." Thurid Faßbender bestreitet Wettkämpfe in der 2. Bundesliga. Marc-Philipp Prins startet für seinen Verein Triflow Bad Endbach in der 1. Bundesliga. Er ist kein Nobody. Bei den "Deutschen" vor vier Wochen in Potsdam belegte er Platz 54. Am Samstag in Waldeck war er der Schnellste auf der verkürzten Radstrecke. Seine Gesamtzeit betrug 2:04:05,4 Stunden. Damit besaß er fast drei Minuten Vorsprung auf den Rangdritten Riemers (2:06:54,2). Dazwischen lag mit 2:05:21,3 Stunden noch Chris Ensinger vom VfL Michelstadt als Starter der 2. Hessenliga. Der Dann-doch-nicht-Sieger hatte sich so gefreut. Zwei Wochen nach seinem stolzen 17. Platz beim Ironman in Frankfurt bestritt Riemers, Ingenieur bei Opel, den Kurztriathlon in Waldeck nur deshalb, weil ein Teamkollege seines Clubs TG Rüsselsheim krank geworden war. "Ich habe zwei Wochen lang die Beine hochgelegt", erzählte er. Immerhin hat Riemers seinen vierten oder fünften Start in Waldeck - genau wusste er es nicht mehr - genossen: "Landschaftlich ein schöner Triathlon, er hat mir gut gefallen." Dagegen machte Peter Schneider keine gute Miene zur allseits gelobten Veranstaltung, bei der den Athleten ein wenig die durch den heftigen Regenguss am Vorabend aufgeweichte Laufstrecke zu schaffen machte. Er sei seit sechs Wochen mehr oder weniger verletzt, sagte der Dodenauer. Trotzdem hatte er sich etwas ausgerechnet. Grund: "Die Besetzung war in den letzten Jahren immer deutlich stärker als heute." Sein Körper will offenbar nicht so, wie der Ehrgeiz es fordert. Hinterher war er in 2:15:11,5 Stunden Achter des Ligawettkampfs. "Normal ist das zu wenig", meinte er. Schneider war wieder für die Trianhas des VfL Bad Arolsen in der 1. Hessenliga geschwommen, geradelt und gelaufen. Er erzielte die beste Platzierung der Arolser, die eine geschlossene Teamleistung zeigten. Hermann Klaus belegte Rang 13 der Hessenliga-Wertung (2:17:26,1), Oliver Klausen wurde 17. (2:19:03,5), Stephan Bunse 36. (2:24:03,2), Paul Theil 38. (2:24:29,4). Die Aufsteiger aus der Badestadt belegten damit wie schon zum Auftakt in Lampertheim Platz drei und schafften damit den vorzeitigen Klassenerhalt. "Das war das Minimum", sagte Klausen. Nun ist für die Trianhas bei ein wenig Glück zum Abschluss am Twistesee (22. August) sogar noch der Aufstieg in die 2. Liga machbar. Die zweite Garnitur der VfL-Trianhas rangierte in der 2. Hessenliga auf dem 17. Platz. Ihr stärkster Teilnehmer war am Samstag Volker Ashauer mit der Zeit von 2:24:37,0 Stunden. In der Gesamtwertung befindet sich die "Zweite" hart am Rande der Abstiegszone. In der Einzelwertung des offenen Triathlons ging ein Klassensieg nach Korbach: Manfred Heide gewann in 2:45:50,5 Stunden die M55. sportredaktion@wlz-fz.de |