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Eine (unvernünftige?) Idee: An einem Tag mit dem Mountain-Bike von Playa Blanca zum Mirador del Rio und zurück |
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Zwei Wochen vor unserem geplanten „Familien-Pauschalurlaub“ in Playa Blanca kam ich auf diese zunächst unvernünftig oder fast unmöglich scheinende Idee, um unsere Lieblings-Insel mal vom Bike aus und nicht nur per Leihwagen, wie bei den beiden Aufenthalten zuvor, kennenzulernen. Mein Verstand sagte mir zwar:“Lass es bleiben“, aber mein (Biker-)Herz gleichzeitig:“Versuch´s, es wird klappen!“ Motiviert durch jahrelanges, umfangreiches Lauftraining und etwas Radfahren und informiert durch wertvolle Tipps von Gerd, auf den ich durch diese Internetseiten stieß, reifte die Idee und ein Streckenplan soweit heran, dass ich tatsächlich 2 Tage vor Abflug, unter leichtem Kopfschütteln von Frau und Tochter (aber trotzdem viel Verständnis und Unterstützung), Utensilien in den Koffer packte, die etwas untypisch für einen Badeurlaub waren: von Click-Pedalen und Radschuhen über Tacho, Flickzeug, Flaschenhalter, Trinkflaschen, Werkzeug bis zu den üblichen Radklamotten. |
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Primär das Werkzeug und andere ungewohnte Umrisse haben dann übrigens den Sicherheitsbeamten am Stuttgarter Airport veranlasst, genau diesen Koffer nach der Durchleuchtung selbst unter die Lupe zu nehmen, d.h. den brechend vollen Koffer aufmachen, teilweise ausräumen und möglichst vor Abflug wieder vernünftig zubringen. Ich kann aber jetzt schon verraten, dass dies das einzige negative Erlebnis bei meinem Vorhaben bleiben sollte! Bereits am ersten Urlaubstag in Playa Blanca (am südlichen Inselende) kam ich telefonisch mit Katrin in Kontakt, die ich wirklich weiterempfehlen kann. Sie betreibt zwischen Puerto del Carmen und PB den fliegenden Bike-Verleih SUNBIKE, (Tel. 678-008045 od. 639-931074), d.h. sie bringt die Räder direkt in´s Hotel. Außerdem stand sie meinem Vorhaben sehr hilfreich und aufgeschlossen gegenüber. Ab dem zweiten Tag hatte ich also für die restlichen zwölf Tage ein relativ neues, gutes Trek-Mountainbike, welches ich durch mein eigenes Zubehör „aufmotzte“. |
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Mehrere Tage lang bereitete ich mich dann mit 40-80 km-Touren im Insel-Süden vor. Bei diesen Touren kamen mir dann zeitweise auch Zweifel, ob das angepeilte Unternehmen zu schaffen sei, da der Wind, der ständig aus nördlicher Richtung blies, meine Kräfte doch mehr forderte, als ich erwartet hatte. Andererseits hat genau das meinen Ehrgeiz wahrscheinlich noch mehr angestachelt. In der zweiten Urlaubswoche war mein „Hinterteil“ dann soweit an den Sattel gewöhnt, dass ich es angehen konnte. Als Strecke hatte ich mir ausschließlich asphaltierte Straßen ausgesucht, da es anders zeitlich nicht an einem Tag zu schaffen gewesen wäre. Diese angepeilte Route fuhr ich am Tag zuvor mit einem Leihwagen in ca. 3,5 Stunden ab, um vor unliebsamen Überraschungen und unnötigen Umwegen geschützt zu sein. |
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Ab Teguise, also ca. ab 11 Uhr, kam dann der übliche starke Wind aus nördlicher Richtung auf und hat mir die härteste, da auch gleichzeitig bergigste Teilstrecke über Los Valles und Haria zum Mirador del Rio beschert. Dort war ich erst kurz nach 14 Uhr, was meinen Zeitplan doch ziemlich ins Wanken brachte, da ich dort eigentlich zwischen 12 und 13 Uhr sein wollte. Logischerweise und auch zu meinem Glück hatte ich auf dem Rückweg ab dem Mirador doch öfters Rückenwind, was das ganze Vorhaben dann doch noch gelingen ließ. Über Ye und Orzola, an Jameos del Aqua vorbei, gings dann die Küste entlang über Arrieta, Mala, Guatiza wieder etwas ins Insel-Innere nach Tahiche, vorbei an der Fundación César Manrique. Das folgende Teilstück nach San Bartolomé setzte mir wegen des sehr starken Seitenwindes nochmals gewaltig zu, aber ab dort ging es dann durch La Geria recht gut voran, abgesehen von der Straße, die einem, trotz Federgabel vorn, wirklich furchtbar durchschüttelt. |
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In Uga stand ich vor der Entscheidung, den kürzesten Weg nach Playa Blanca über die alte LZ30 zu wählen oder mich noch die letzte Auffahrt nach Femés „hochzuquälen“. Obwohl inzwischen ziemlich platt, entschied ich mich für letztere Variante, um die schöne und schnelle Abfahrt von Femés nach Playa Blanca noch mitzunehmen. Um 19.12 Uhr war ich dann, müde und ausgelaugt, aber zufrieden und glücklich wieder im RIU Playa Blanca. Von den 12h12min, die ich insgesamt unterwegs war, fuhr ich lt. Tacho genau 10h und hatte dabei 184 km zurückgelegt. Ein höherer als dieser 18,4er Schnitt war wegen des Windes, der Berge und des Mountainbikes einfach nicht drin. Nach einem halbstündigen Vollbad und einem Nickerchen in der Badewanne schmeckte sogar das Abendessen! Entgegen meinen anfänglichen Erwartungen saß ich übrigens am nächsten Tag schon wieder auf dem Bike und genoss zum wiederholten Mal den Ausblick von Femés hinunter nach Playa Blanca! |
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Bedanken möchte ich mich zum Schluß bei Gerd für seine Tipps im Vorbereitungsstadium und Katrin für ihre Hilfsbereitschaft vor Ort,bei meiner Frau und Tochter für ihr Verständnis und ihre Unterstützung und bei den „daheimgebliebenen“ Verwandten und Bekannten, die mich gedanklich unterstützt haben. Dies alles hat mir doch wesentlich geholfen und zum Gelingen dieser nur anfänglich „unvernünftigen Idee“ beigetragen.
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Verfasser: Klaus aus Rülzheim in Rheinland-Pfalz |
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Lieber Klaus, ganz herzlichen Dank für deinen Bericht und vor allem: Gratulation!
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