Erziehung in anderen Ländern – Welche Rechte haben Kinder?

 

Erziehung gibt es in allen verschiedenen Formen, denn alle Eltern erziehen anders. So gibt es auch Unterschiede zwischen den Ländern.  Deutsche Mütter und Väter haben eine ganz andere Sichtweise auf ihre Kinder, als (zum Beispiel) Inder.

 

Der folgende Text wird ein paar Einblicke in die Erziehung der verschiedenen Staaten geben:

 

Inhalt:

  1. Schweden
  2. Norwegen
  3. Dänemark
  4. Österreich
  5. China
  6. Thailand
  7. Indien

 

 

  1. Schweden

 

"Das Kind hat ein Recht auf Fürsorge, Sicherheit und eine sorgfältige Erziehung. Ein Kind soll mit Achtung vor seiner Person und seiner Eigenart behandelt werden und darf keiner körperlichen Bestrafung oder einer sonstigen kränkenden Behandlung ausgesetzt werden."

(Kapitel 6 Paragraph 1 des Elterngesetzes)

In Schweden gibt es ein Gesetz, dass Kinder vor körperlicher und seelischer Gewalt schützt. Jeder Mensch muss mit Achtung behandelt werden und hier dürfen Eltern mit ihren Kindern nicht so umgehen, wie sie es wollen.

 

Im Allgemeinen wird in Schweden sehr viel Zeit und Geld in die Erziehung von Kindern investiert. Es gibt viele gute Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten. Die Probleme, die die Kinder haben, werden nicht mit Gewalt gelöst. Kinder und Jugendliche werden gefördert und es wird dafür gesorgt, dass sie unter sicheren und guten Bedingungen aufwachsen. Schulen kümmern sich um die Kinder, die Erwachsenen sind durch die Tagesstätten nicht so sehr belastet. So können sie sich liebevoll mit ihren Kindern beschäftigen, wenn sie wollen,  und gleichzeitig auch arbeiten gehen.

 

 

  1. Norwegen

"Das Kind darf weder Gewalt ausgesetzt werden noch in anderer Weise derart behandelt werden, dass die körperliche oder seelische Gesundheit einem Schaden oder einer Gefahr ausgesetzt wird."

(Paragraph 30 Abs. 3 des Kindergesetzes)

Auch in Norwegen wird sehr viel Wert auf die Betreuung von Kindern gelegt. Es wird weiterhin sichergestellt, dass behinderte Kinder eine gerechte Betreuung bekommen. Wie in dem Gesetz zu sehen ist, dürfen Kinder hier auch nicht geschlagen oder verletzt werden. Eltern haben die Pflicht ihre Kinder zu unterstützen und sie vor Gefahren zu schützen. Auch hier können Eltern ihre Kinder mit gutem Gewissen in Schulen zur Betreuung lassen, um arbeiten zu gehen. Wie auch in Schweden wird hier dafür gesorgt, dass die Kinder gut versorgt sind.

 

3.    Dänemark

"Die Personensorge bringt die Pflicht mit sich, das Kind gegen physische und psychische Gewalt und gegen sonstige kränkende Behandlung zu schützen."

(Paragraph 7 Abs. 2 des Mündigkeitsgesetzes)

Auch in Dänenmark wird richtige Erziehung ohne Gewalt groß geschrieben. Doch vielmals erzieht nicht die eigene Mutter, sondern die Tagesmutter – denn fast 90 Prozent der Mütter gehen arbeiten und geben ihre Kinder zu Tagesmüttern, damit sie das Geld verdienen können. Und das ist nicht schlecht, wie man vielleicht vermuten könnte. Die Kinder sind genauso offen und selbstbewusst wie Kinder, deren Mutter zu Hause ist. Diese Tagesmütter sind eine große Entlastung für Alleinerziehende Mütter und Väter, die Arbeit und Erziehung sonst nicht beides schaffen würden.

 

4.    Österreich

"Das minderjährige Kind hat die Anordnungen der Eltern zu befolgen. Die Eltern haben bei ihren Anordnungen und deren Durchsetzung auf Alter, Entwicklung und Persönlichkeit des Kindes Bedacht zu nehmen; die Anwendung von Gewalt und die Zufügung körperlichen oder seelischen Leides sind unzulässig."

(Paragraph 146 a ABGB)

In Österreich werden auch viele Tagesmütter gebraucht. Eltern gehen arbeiten, während das Kind bei der Tagesmutter ist. Weder Eltern noch Tagesmütter dürfen die Kinder schlagen, doch hier steht im Gesetz, dass das Kind den elterlichen Anordnungen Folge zu leisten hat. Es muss also die Werte und Normen der Eltern oder der Tagesmütter annehmen. Theoretisch muss dies aber nicht im Gesetz stehen, da Kinder es automatisch tun. Sie imitieren ihre Vorbilder und versuchen zu sein wie sie.

 

5.    China

In China ist die Erziehung der Kinder und Jugendlichen sehr wichtig.  Der Staat hat die Vorstellung, dass man das Land China nur gut und zum Wohl aller regieren kann, wenn der armen Bevölkerung bestimmte Verhaltensnormen beigebracht werden. Würde dies nicht geschehen, dann, so sind sie der Meinung, wäre es schwieriger einen Staat von dieser Größe unter Kontrolle zu halten. So wird den Kindern früh Disziplin beigebracht, aber die Kinder dürfen auch spielen und sich austoben wie die Kinder hier in Deutschland.  

Eine ganz andere Seite der Medaille zeigt aber ein aktuelles Beispiel einer jungen Studentin aus China, die Selbstmord beging, weil sie dem Leistungsdruck nicht gewachsen war:

 „Ich schreibe einen Zettel: auf die linke Seite schreibe ich die Gründe, weiterzuleben, auf die rechte die Gründe, diese Welt zu verlassen. Rechts steht sehr viel, aber links kaum etwas.”

Wenn chinesische Kinder erwachsen werden und studieren können, dann wird der Druck immer größer. Die umsorgte Kindheit wird vergessen und die Familien verstehen sich immer weniger, weil die Eltern nur darauf achten, dass ihr Kind einen guten Abschluss hat(Arbeitsplatzsituation!) und weniger darauf achten, was das Kind fühlt. So können Missverständnisse in Familien zu großen Problemen führen.

 

  1. Thailand

Der Grossteil der Bevölkerung Thailands ist arm, so ist demnach die Erziehung. Kinder lernen früh, dass sie sich nichts leisten können. Ihnen wird beigebracht, dass sie hart arbeiten müssen. Dennoch werden Kinder in Thailand nicht geschlagen. Liebe wird aber gleichzeitig auch nicht viel gezeigt, wenn die Kinder älter sind. Sie haben dann gelernt, dass es sich nicht gehört, wenn man laut ist, wenn man Liebe zeigt oder weint. Man darf anderen Leuten nicht seine Gefühle zeigen. Deswegen dauert es auch sehr lange, bis Thailänder „auftauen“, wenn sie in ein anderes Land kommen. Ihnen wurde anerzogen sich richtig zu verhalten.

Ihre Kindheit verläuft sehr geborgen, sie werden von allen Menschen bemuttert und fühlen sich sicher, bis sie 4 sind. Dann werden Mädchen und Jungen getrennt und sie dürfen nicht mehr zusammen spielen, was vorher der Fall war. Jungen spielen dann meist imaginäre Drachenkämpfe sowie sonstige Heldentaten, während junge Mädchen in die Mutterrolle fallen, mit Puppen spielen und ihre Mutter imitieren. Dann werden die Kinder langsam an die Arbeit herangeführt, während sie die Dorfschule besuchen und dann, wenn sie 15 oder 16 sind, gehen sie arbeiten und sie gelten als vollwertige Arbeiter. Den Kindern wird also anerzogen, dass sie gut arbeiten können, dass sie gehorchen und züchtig sind. (Viele Thailändische Mädchen trauen sich zum Beispiel nicht in ein Zimmer, in dem ein Junge wohnt, selbst, wenn dieser nicht da ist.)

 

7. Indien

Die Erziehung in Indien ist sehr liebevoll, aber auch streng. Bis zu ihrem 5. Lebensjahr gelten Kinder als rein. Danach wird geprüft, ob sie „gute oder böse“ Kinder sind. Indischen Kindern wird viel Disziplin beigebracht und sehr viel wert wird darauf gelegt, dass die Kinder Respekt vor den Älteren haben. Daran merken die Eltern dann, ob sie ein gutes oder ein böses Kind haben.  Jeder Mensch, der älter ist, muss gesiezt werden. Jeder Ältere ist gleichzeitig höher gestellt, seien es nun fremde Menschen oder Familienangehörige.

Dennoch gehen alle Leute in einer Familie liebevoll miteinander um. Sie zeigen sich ihre Liebe, indem sie den Anderen Waren geben, die sie selbst kaum haben. In den meisten Fällen ist dies Nahrung, die die Mutter kocht, die für alle Inder hauptsächlich Mangelware ist. Daran sieht man, dass sie aufopfernd sind und ihren Kindern auf anderen Wegen die Liebe zeigen, die sie empfinden.

                                                                                         Katharina Rohde