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Märkte?

Mittelaltermärkte sind meiner Meinung nach so ziemlich das schlechteste das dem Mittelalterhobby geschehen konnte. Als die ersten Mittelaltermärkte Anfang der 80er Jahre entstanden, waren das eine Art von Bauernmärkte, mit einigen Handwerkern dazu und einer Bühne, auf der so etwas wie ein groteskes mittelalterliches Bühnenspiel aufgeführt wurde. Wäre es dabei geblieben, wäre das nicht weiter schlimm geworden. Aber leider wurden diese Märkte größer und größer und vor allem immer zahlreicher. Heute geht ja schon nahezu jeder Flohmarkthändler dahin, eine Verkaufsschau auf einer Wiese zu veranstalten, dazu einen Zauberer "in Gewandung" einzuladen, ein paar Larpies mit etwas Flachstahlgedengele und nennt das Ganze dann Mittelaltermarkt. Oder aber das sind großflächige Events, bei denen auf ein, zwei Hektar Wiese so eine Art Ganzjahres-Weihnachtsmarkt stattfindet, garniert mit einigen "Reenactment"-Gruppen, die gelangweilt um ein Feuer herum sitzen, wenn sie nicht gerade irgendwas mit Schwertern machen oder Brettchenweben vorführen. Naja.

Ich finde das alles ganz grausam.

Was kann man denn verbessern? Eigentlich alles. Und dies auch ohne große Anstrengung. Es wäre schon viel getan, wenn diejenigen, denen ihr Mittelalterhobby wirklich wichtig ist, konsequent jeden dieser Märkte meiden würden. Weder als Teilnehmer noch als Besucher zu sowas hingehen. Es können doch mühelos bessere Alternativen geschaffen werden.

Für die Spaßfraktion: veranstaltet doch Treffen auf Burgen mit Restaurant und Übernachtungsmöglichkeit. Das gibt es von Jugendherbergsniveau bis zum Sternehotel in jeder Preisklasse. Dort könnt ihr eure Treffen schöner und ungestörter veranstalten.

Für die Zeltfreunde: anstatt auf Märkten, veranstaltet eure Zelttreffen doch lieber in landschaftlich reizvoller oder historisch interessanter Umgebung. Dort seid ihr dann unter euch und könnt einige Tage lang "wie im Mittelalter" leben.

Für die A-Fraktion: wenn ihr ernsthaft an historisch exakter Darstellung interessiert seid und dies es ist, was ihr wirklich macht oder machen wollt, dann setzt euch mit dem nächsten historischen oder archäologischen Museum in Verbindung und arbeitet dort ehrenamtlich mit. Bei entsprechenden Museumsprojekten und Vorführungen könnt ihr dann auch eure Ausrüstung in passendem Rahmen präsentieren.

Märkte braucht es nicht. Für den Mitelalterhobbyisten sind sie völlig überflüssig. Ich finde, es wäre für uns alle eine gute Idee, wenn wir diese Märkte den Händlern mit ihren keltischen Amuletten, ihrer Gothic-Mode und ihren Metständen und ihrer "Ritterwurst" komplett überlassen würden. Eine Verbesserung der Marktsituation halte ich für nicht möglich, es hilft nur noch ein konsequentes Ignorieren dieser Veranstaltungen und Anbieten von Alternativen, zB wie oben beschrieben.

Zeichnung: Ritter