Waffen und Rüstung eines Ritters des Hochmittelalters

Waffen und Rüstung eines Ritters des Hochmittelalters sieht man gut an Grabplatten, Statuen und Zeichnungen. Eine schriftliche Quelle ist die Ordensregel der Tempelritter. Da diese eine Auflistung der Rüstungsteile und der Waffen liefert habe ich mich in erster Linie an diese gehalten.

Gambeson / Kettenhemd / Helm / Schild / Schwert / Dolch / Lanze / Weitere Waffen und Rüstungen


Ritter und andere Bewaffnete aus dem Mainzer Evangeliar, ca. 1240
 

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Der Gambeson

Der Gambeson oder wattierte Waffenrock wurde unter dem Kettenhemd getragen.
Hierbei handelt es sich um ein gestepptes Kleidungsstück, das wie eine Tunika geschnitten ist und bis zu den Knien geht. Es ist mit Wolle bzw. Hanf oder Flachs gefüttert. Eine andere Variante wäre mehrere Schichten Leinenstoff übereinander, die dann abgesteppt sind. Eine zweite wären mehrere Wollstoffschichten, die von Leinen umgeben sind und ebenfalls abgesteppt werden.


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Das Kettenhemd

Die eigentliche Bezeichnung für das Kettenhemd ist Haubert oder Halsberc, es war ein knielanges Hemd bestehend aus ca. 30 - 46.000 Eisenringen. Diese Ringe waren im so genannten 4 in 1-Muster angeordnet, d.h. 1 Ring hält 4 andere Ringe zusammen.
Entweder waren alle Ringe vernietet, d.h. die Enden des Eisenringes wurden durch einen kleinen Eisenstift zusammengehalten oder jede Reihe von Ringen war abwechselnd vernietet oder verschweißt.

Das Gewicht eines solchen Kettenhemdes ohne Kettenhaube lag bei ungefähr 12 kg.
Im Gegensatz zu den Kettenhemden des 11. Jahrhunderts war es langarmig und hatte angesetzte Kettenfäustlinge. Diese Fäustlinge hatten Leder an der Handfläche. Im Bereich des Handballens war ein Schlitz, damit der Ritter in Kampfpausen die Hand herausnehmen konnte.

Die Kettenhaube, im mittelhochdeutschen auch hersenier genannt, befand sich meist fest an dem Kettenhemd, was man z.B. auf etlichen Grabplatten sehen kann.
Erst ab der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Kettenhaube separat vom Kettenhemd. Hierbei war der Kragen der Kettenhaube in Westeuropa rund, wohingegen er in Deutschland einen rechteckigen Brust- und Rückenlatz haben konnte. Diesen sieht man z.B. an der Statue des hl. Mauritius, die sich im Magdeburger Dom befindet oder auf obrigem Bild aus dem Mainzer Evangeliar.
Eine separate Kettenhaube mit rundem Kragen sieht man z.B. an dem Grabdenkmal von Robert de Vere, dem Earl of Oxford, das sich in der Kirche von Halfield Broad Oak (England) befindet.
Die Kettenhaube hatte meistens einen zu öffnenden Schutz des Kinns und der Mundpartie, das so genannte Ventail. Dieser Schutz war meist auf einer Seite geschlossen und konnte auf der anderen Seite mit einem Haken zugemacht werden.
Unter der Kettenhaube wurde eine Polsterhaube, auch batwât oder gupfe genannt, getragen.

Die Kettenbeinlinge waren ebenfalls aus Kettengeflecht bestehende Beinlinge mit einem Fußteil.
Das Kettengeflecht ging bis zur Mitte der Oberschenkels.
Darunter befand sich anscheinen keine weitere Polsterung, denn an den mir bekannten Abbildungen und Grabplastiken sieht es nicht so aus, als würde sich darunter noch eine Polsterung befinden. Natürlich könnten solche Darstellungen auch stilisiert sein.
Diese Kettenbeinlinge wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem separaten Gürtel festgebunden. Eine Befestigung an dem Brucheband halte ich wegen dem Gewicht von ca. 2,5 kg pro Hosenbein für unwahrscheinlich.
Da die Templerregel auch einen kleinen Gürtel erwähnt, der über dem Hemd getragen wurde, halte ich es für möglich, dass dieser dazu diente als Halterung für die Kettenbeinlinge zu dienen.
Wie Bildbelege zeigen, konnte das Kettengeflecht der Kettenbeinlinge zirkulär um das Bein gehen, es konnte aber auch hinten offen und mit Lederriemen zugebunden sein, wie es im 12. Jahrhundert üblich war.
 


Kreuzfahrerbibel, ca. 1250

Zeichnung aus ca. 1250


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Der Helm

Im 13. Jahrhundert wurden Topfhelme verwand, die anfangs oben flach waren. Das Gesicht wurde hierbei durch eine Gesichtplatte geschützt. Das Aussehen eines solchen Helmes sieht man u.a. auf den Miniaturen von Matthew Paris, welche die beiden Templer auf einem Pferd zeigen. Diese Zeichnungen stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und stammen aus der Chronica majora bzw. der Historia Anglorum.


Miniatur von Matthew Paris, 13. Jh

Dieser Helmtyp war seitlich und hinten bereits geschlossen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts war dieser Helmtypus noch seitlich und hinten offen, so dass nur der obere Teil des Kopfes und das Gesicht geschützt waren.
Der Helm konnte entweder innen gepolstert sein oder es konnte sich ein Polsterring aus Leder direkt an der Kettenhaube befinden. Diese Variante sieht man z.B. auch an einer der Grabplatten in der Temple Church in London.


Zeichnung von Stothard:
Grabplatte in der Temple Church/London


Hier sei auch noch erwähnt, dass sich als zusätzlicher Schutz unter dem Topfhelm eine eiserne Hirnhaube, die in die Kettenhaube integriert war, befinden konnte.
So eine Hirnhaube sieht man z.B. an dem Grabdenkmal von William Marshal, dem 2. Earl of Pembroke, Sohn des berühmten William Marshal, die sich in der Temple Church in London befindet.


Zeichnung von Stothard: Grabplatte des William Marshal II.

Weitere Belege für Helme (und andere Ausrüstungsgegenstände) des Hochmittelalters.


Siegel von Graf Louis II. von Looz, 1216 (Stadtarchiv no. 13.714, Brüssel)

In den Fensterbildern der Kathedrale von Chartres in Frankreich, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert entstanden sind, sieht man schön die Rüstungen dieser Zeit.
Neben langarmigen Kettenhemden mit angesetzten Kettenhauben sowie mit oder auch ohne angesetzten Kettenfäustlingen.
Man sieht unterschiedliche Topfhelme aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Fensterbilder in der Kathedrale von Chartres, 13. Jahrhundert:

Steingravuren in der Katherale von Chartres, 13. Jahrhundert:

Auch in den Steinmetzarbeiten in der Kathedrale von Chartres findet man Belege für die Rüstungen des 13. Jahrhunderts. Die Ritter tragen alle langarmige Kettenhemden mit angestzten Hauben und angesetzten Kettenfäustlingen.
Darüber tragen sie ärmellose Waffenröcke, die über die Knie reichen.
In der Darstellung von St. Theodore sieht man einen kleineren dreieckigen Schild, der für das Jahr 1230 modern war.
 
Ein weiterer Helmtyp des 13. Jahrhunderts war der Eisenhut (chapeau de fer). Er wurde nicht nur von den Serjenten (Waffenknechten) getragen, sondern auch von den Rittern, wie aus der Templerregel hervorgeht, bzw. wie man auf den Fresken der Templerkirche von Perugia (Italien) sehen kann.


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Der Schild

Im 13. Jahrhundert waren Schilde in Dreieckform üblich.
Gut zu sehen ist diese Schildform auf der Miniatur von Matthew Paris aus der Chronica Majora der beiden Templer auf einem Pferd. Die obere Kante des Schildes ist flach und läuft dann nach unten leicht gewölbt spitz zu. Die Höhe des Schildes geht nur noch von der Schulter bis zur Hüfte. Auch sieht man auf den Fresken in der Templerkirche von Perugia (Italien) gut die Schildform. Die Seiten der hier gezeigten Form gehen bis zur Mitte des Schildes senkrecht nach unten und erst dann geht der Schild zur Spitze hin zu.


Dreieckschild aus der Kreuzfahrerbibel

Die beste Primärquelle für Ritterschilde des 13. Jahrhunderts sind natürlich die erhaltenen
Schilde im Universitätsmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Marburg.
So der Schild des Hochmeisters des Deutschen Ordens und ehemaligen Landgrafen von Thüringen, Konrad von Thüringen, von vor 1240 (Bild unten links). Dieser Schild ist oben flach. Die Seiten sind leicht konkav. Er ist 88 cm hoch und 72,5 cm breit. Wobei die Spitze beschädigt ist. Die ursprüngliche Schildhöhe könnte ca. 92 cm hoch gewesen sein.
Der Schild der Herren Nordeck zu Rabenau (Bild unten rechts) ist 82 cm hoch und 54 cm breit und der Schild der Grafen von Arnsberg hat eine Höhe von 94 cm und eine Breite von 60 cm.
 

Schild des Konrad von Thüringen

Schild der Herren Nordeck zu Rabenau

Ein weiterer Marburger Schild ist der der Vögte von Keseberg von ca. 1250. Er ist 86 cm hoch und am oberen Rand 68 cm breit.
Ein Schild mit unbekanntem Wappen, der sich ebenfalls in Marburg befindet ist 88 cm hoch und 67 cm breit, wobei das Schild nach oben hin abgerundet ist und an der oberen Kannte 65 cm breit ist.

Jedoch scheinen auch noch Schildformen gebräuchlich gewesen sein, wie man sie noch aus dem 12. Jahrhundert kennt. So sieht dieser Schild einer Grabplatte von ca. 1230 so aus, wie die Schilde in der Templerkirche von Cressac/Frankreich.


Grabplatte von 1230


Zeichnung aus dem
"Liber ad honorem Augusti sive de rebus Siculis" von 1196


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Das Schwert

Im 13. Jahrhundert wurde meistens den Scheibenknauf verwendet, wie man z.B. in Darstellungen der Maciejowski-Bibel oder auf Grabplatten sieht. Jedoch gab es auch andere Knaufformen, wie das rechte Bild zeigt. Die Parierstange konnte gerade, aber auch zu der Klinge hin gebogen sein. Beide Formen findet man ebenfalls in der Maciejowski-Bibel.



Hier weitere beispiele von Schwertern aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts:

Schwert von St. Maurice 1198-1215 (Kunsthistorisches Museum Wien):

Hier sieht man eine typische Form eines deutschen Schwertes des späten 12. und frühen 13. Jahrhunderts. Die Zeichnung zeigt das Schwert vereinfacht.

Schwert von Brunau ca. 1250:

Die Knaufform des Schwertes von Brunau war in der Mitte des 13. Jahrhunderts in Deutschland üblich.

Schwert ca. 1250-1300 (Zeughaus München):

Die Knaufform ist ähnlich der des Schwertes von Bruanu allerdings ist die Parierstange länger.

Zeremonienschwert des Heiligen Römischen Reiches ca. 1200-1220 (Kunsthistorisches Museum Wien):

Dieses Schwert wurde in Sizilien zur Zeit der Stauferherrschaft hergestellt.

Statue von Graf Dedo von Wettin ca. 1240 (Basilika Wechselburg/Sachsen)

An dieser Statue sieht man einen Schwertgriff, der vergleichbar ist mit Fundstücken der gleichen Zeit.

Auch an der Grabplatte von Heinrich dem Löwen und seiner Frau Mathilde im Braunschweiger Dom, aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sieht man gut das Aussehen eines Ritterschwertes dieser Zeit.

Die beiden Siegel der de Rumigny Familie sind sich sehr ähnlich (Bilder unten). Ungewöhnlich ist, dass beide Ritter keine Handschuhe an den langarmigen Kettenhemden haben. Nicola V. trägt ein für Mitte des 13. Jahrhunderts altmodisches Schwert mit Nussförmigen Knauf. Jacques de Rumigny hat ein Schwert mit rundem Knauf.


Siegel von Nicola V. de Rumigny ca. 1244

Siegel von Jacques de Rumigny ca. 1270

Wer sich intensiver mit mittelalterlichen Schwertern beschäftigen will, kommt an dem Buch "Records Of The Medieval Sword" von Oakeshott nicht vorbei. Auf ihn gehen die Einteilungen der Schwerter in verschiedene Gruppen zurück. Diese Einteilung möchte ich hier kurz wiedergeben.

Einteilung der Schwerter nach Oakeshott:

X-Typ

Zeit: Wikingerzeit bis ins 12. Jahrhundert (In Deutschland auch noch im 13. Jahrhundert)

Aussehen:
Breit, mittlere Klingenlänge (durchschnitt: 80cm). Breite Hohlkehle (auch Blutrinne genannt) über ganze Länge der Klinge, läuft erst ca. 5 cm vor der Spitze aus. Die Klingenspitze kann spitz sein, war aber normalerweise abgerundet.

Xa-Untertyp

Zeit: 1000 bis 1300

Aussehen:
Die Klinge ist etwas länger als beim X-Typ. Die Hohlkehle ist etwas schmaler.

XI-Typ

Zeit: 1100 bis 1175

Aussehen:
Länger und schmaler als beim X-Typ aber die Hohlkehle ist schmaler. Die Klingenspitze ist oftmals spitz.

XIa-Untertyp

Aussehen:
Breitere und kürzere Klinge, die Hohlkehle ist aber weiterhin schmal.

XII-Typ

Zeit: Benutzt während der ganzen Zeit des Hochmittelalters.

Aussehen:
Breit, flach und etwas spitz zulaufende Klinge.
Um es von anderen ähnlichen Schwertern zu unterscheiden:
1.bemerkbar spitz zulaufend, der Griff ist kurz (kein Anderthalbhänder).
2.Die Hohlkehle ist nicht länger als 2/3 der Klinge.

XIIa-Untertyp

Ist die typische Großschwert (Kriegsschwert)-Variation von Typ XII. Der Griff kann mit beiden Händen gefaßt werden. 1,5 bis 2kg.

Zeit: 13.und 14. Jahrhundert.

Neben dem Einhandschwert gab es aber auch schon vereinzelt sogenannte Eineinhalbhänder. So nennt Lehnart für ein Schwert um 1240 folgende Maße: Gesamtlänge 1,16 m, Klingenlänge 94,7 cm , Klingenbreite 5,3 cm, Gewicht 1,35 kg. Es handelt sich um das Schwert des Landgrafen Konrad von Thüringen, das sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin befindet.

Der Schwertgurt
Viele Bildquellen zeigen, dass der Schwertgurt im Hochmittelalter gebunden wurde. Jedoch gibt es auch Belege für Schnallen an Schwertgurten.
 


Schwertgurt mit Schnalle, Grabplatte, Sachsen, ca. 1230

Schwertgurt mit Schnalle aus der Kreuzfahrerbibel


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Der Dolch

Bei dem Dolch dürfte es sich um einen zweischneidigen Dolch mit spitz zulaufender Klinge oder um ein einschneidiges Dolchmesser gehandelt haben.
Die Klingenlänge war hierbei ca. 30 cm.
Der zweischneidige Dolch hatte eine längere Klinge, von ca. 42 cm.
So ein Dolch konnte eine kurze Parierstange haben, wie man in der Maciejowski-Bibel sehen kann. Auch konnte er einen Knauf, ähnlich dem eines Schwertes haben.
So sieht man an einem Fundstück auch einen Scheibenknauf.
 
Ein weiteres Beispiel für einen Dolch des 13. Jahrhunderts sieht man an der Statue des hl. Mauritius im Dom von Magdeburg (Bild unten links). Der Dolch der Statue hat einen sechseckigen Knauf, sowie eine Parierstange und sieht damit so aus, wie der Griff des Schwertes, den man auch an der Statue sehen kann.
Auf den Fresken in der Templerkirche von Perugia (Italien) sieht man einen Templer, der mit einer Klinge von oben nach unten zu sticht (Bild unten rechts). Hierbei könnte es sich um einen sogenannten "Schweizerdolch" handeln, wie ihn Lehnart beschreibt. Parierstange und Knaufbalken bilden ein Doppel-T. Der Griff eines „Schweizerdolches“ war aus Holz, der mit Eisenstreifen verstärkt war.


Dolch an der Statue des hl. Mauritius in Magdeburg

"Schweizer-Dolch" aus der Maciejowski-Bibel

Hier weitere Beispiele aus der Maciejowski-Bibel

 

 

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Die Lanze

Die Lanze war die Hauptangriffswaffe eines Ritters. Sie war ca. 3 Meter lang und war aus Eschen oder Eibenholz. Auf ihr war eine zweischneidige Spitze von ca. 5 cm Breite und ca. 15 cm Länge.
Wie man auf Darstellungen des 12. und 13. Jahrhundert sehen kann befand sich an diesen Lanzen kein Handschutz.


aus der Maciejowski-Bibel: Lanze mit Wimpel, Topfhelm, Schild


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Weitere Waffen und Rüstungen

Der "türkische" Streitkolben
Dieser Streitkolben hatte sechs radial angesetzte, trapezförmige oder dreieckige eiserne Schlagblätter. Ein Originalfund eines solchen Schlagkopfes ist ca. 14 cm hoch und ca. 11,5 cm breit. Das Gewicht lag zwischen 4 und 6 Pfund.


Ein anderer Streitkolben aus der Maciejowski-Bibel.

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts dürften auch andere zusätzliche Rüstungsteile getragen worden sein. So z.B. ein Plattenrock. Bei dem Plattenrock waren Eisenplatten auf festen Stoff oder Leder aufgenietet worden. Dies wurde dann über dem Kettenhemd und unter dem Waffenrock getragen, bzw. konnten sie auch in den Waffenrock eingearbeitet gewesen sein, wie man an der Statue des hl. Mauritius im Magdeburger Dom sehen kann. Das Gewicht eines solchen platen lag bei ungefähr 5 kg.
Das Aussehen eines Plattenrocks erkennt man gut auf zwei zeitgenössischen Darstellungen. Zum einen auf einer bemalten Figur aus der Zeit von 1250 – 1300 und auf der Statue des hl. Mauritius im Dom von Magdeburg.


Statue des hl. Mauritius, ca. 1240-1250

Dass so ein Plattenrock unter dem Waffenrock getragen wurde, sieht man auch gut an der Grabplatte eines unbekannten Ritters, die sich in der Abteikirche von Pershore (England) befindet. An dieser Grabfigur sieht man seitlich die Schnallen der Zusatzrüstung. Denkbar wäre allerdings, dass es nur eine zusätzliche Lederrüstung und kein Plattenrock ist.


Grabplatte eines Ritters in der Abtei von Pershore/England

An den Beinen wurde im 13. Jahrhundert über den Kettenbeinlingen als zusätzlicher Schutz Leder getragen, das über die Knie und sehr wahrscheinlich auch über die Oberschenkel ging.
Diesen Lederschutz sieht man z.B. an der Grabplatte von William Marshall, dem Jüngeren, in der Temple Church (London).

Weiterhin wurden Dichlinge benutzt. Diese Polsterung wurde wohl wie die Kettenbeinlinge an einem separaten Gürtel fest gebunden und wurde über den Kettenbeinlingen getragen.


Dichlinge aus der Maciejowski-Bibel 1250
 

Dichlinge mit Kniekacheln
aus dem Mainzer Evangeliar, ca. 1240

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