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Aussichtsturm | |
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Wahrscheinlich
befand sich an dem Ort schon eine Siedlung keltischen Ursprungs. Die Siedlungskontinuität
wird durch röm. und fränkisch - karolingische Grabfunde belegt. Cochem wird urkundlich
866 anläßlich der Schenkung von Gütern an die Abtei Prüm durch die Grafen Irimfried
und Sigirich erwähnt; sie waren vielleicht die Ahnherren der späteren Pfalzgrafen
aus dem Haus der Ezzonen. Cochem war Reichsgut, mit dem die Pfalzgrafen belehnt
waren. Die Burg Cochen wurde wahrscheinlich um 1020 von dem Pfalzgrafen Ehrenfried
(= Ezzo, 1034) erbaut. Seine Tochter Richeza, vorm. Kgn. v. Polen (1063) soll
der pfalzgfl. Abtei Brauweiler bei Köln umfangreiche Güter im Moselgau geschenkt
haben (1051/56), darunter auch Cochem, während die Burg Cochem ihrem Vetter, dem
Pfalzgrafen Heinrich (d. Tollen) unter der Bedingung als freies Eigentum überlassen
worden sei, daß er als Vogt der Abtei Brauweiler diese Güter erhalte; wenn auch
diese Urkunde vermutlich gefälscht sind, wird doch an der Tatsache der Güterschenkungen
nicht zu zweifeln sein. |
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Nach dem Tode Heinrichs des Tollen 1066, der seine Gemahlin auf der Burg Cochem
im Wahnsinn ermordet hatte (1061), blieb Cochem mit der Pfalzgrafschaft verbunden
bis auf den Pfalzgrafen Hermann von Stahleck, dem in Zusammenhang mit der Ermordung
Ottos des jüngeren von Rheineck, seines Mitbewerbers um den Besitz der pfalzgräflichen
Herrschaft. (erdrosselt 1149 auf der Burg Schönburg), das umfangreiche Pfalzgrafengut um Cochen durch
König Konrad III. 1151 endgültig entzogen wurde. Dieser nunmehr von Bggff. verwaltete
Reichsgutbesitz, zu dem neben Cochen noch etwa 50 Orte der späteren kurtr. Ämter
Cochen, Kaisersesch und Mayen gehörten, wurde 1294 durch König Adolf von Nassau
dem Erzbischhof Boemund von Trier verpfändet; als nicht mehr einlösbares Pfand
mußten die späteren Kaiser und Könige dein Erzstift Trier die vollen Besitz- und
Eigentumsrechte bestätigen. Unter kurtrierischer Landeshoheit wurde Cochem Sitz
eines Amtes, vielleicht schon unter Kurfürst Balduin befestigt, aber nicht zur
Stadt erklärt. Der 30 jährige Krieg brachte Cochem kaum größeren Schaden, doch
wurden Burg und Ort im pfälzischen Erbfolgekrieg fast vollständig durch die Franzosen
zerstört (1689). Nur langsam erholte sich der Ort, während die Burg in Trümmern
liegen blieb. In der frz. Verwaltungsperiode (1794 -1815) Domänenbesitz, ging
die Burg mit dem Übergang der Rheinländer an Preussen in dessen Besitz über; 1868
kaufte sie der Berliner Geh. Kommerzienrat G. Ravene vom pr. Domänenfiskus und
ließ sie nach Plänen der Architekten Ende und Raschdorff 1871-77 wieder aufbauen.
- Am gleichen Tag, da die alte Burg wiedererstanden war, wurde auch
das neue Bauwerk, der 4,5 km lange Kaiser-Wilhelm-Tunnel durch den »Cochemer Krampen«
zwischen Eller und Cochem fertiggestellt, der die Stadt Cochem, die seit 1816
Verwaltungssitz des neugeschaffenen Kreis Cochem ist, durch die aus strategischen
Gründen erbaute Eisenbahnlinie Berlin-Metz (sogen. »Kanonenbahn«) dem Verkehr
erschloß. - Das Kapuzinerkloster wurde 1623 mit Unterstützung des kurtr. Erbmarschalls
Joh. Jak. v. Eltz gegründet, 1689 ebenfalls nieder- gebrannt, 1692 wieder hergestellt
und 1802 durch die Franzosen aufgehoben. Dort wirkte gleichzeitig der religiöse
Volksschriftsteller Dionysizs v. Luxenburg, Guardian des Kl. bis 1705, Vorläufer
des berühmten Martin v. Cochem (Martin Linius 1634 bis 1712), dessen Schriften
etwa 70 Bände umfassen. |
| Innenansicht Rittersaal
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