Fahr mal hin Aussichtsturm

Frauenburg (Kreis Birkenfeld)

Die Frauenburg, (Gemeinde  Frauenberg, Kreis Birkenfeld). Die Frauenburg mit ihren 2 mächtigen Rundtürmen liegt versteckt in einem engen Seitental der Nahe. Der Fußweg von 10 Minuten vom Parkplatz zur Burg führt durch einen Tannenwald. Die ganze Anlage liegt sehr romantisch und lädt ein zum Tagträumen, man sollte sich aber schönes Wetter mitbringen (Vorsicht Matsch). Regelmäßig rechteckige Anlage (29x9 m) mit ehemals vier runden Ecktürmen und einem Rundturm in der Mitte der Nordseite. Eindrucksvoll die guterhaltene Ostpartie; zwei unterschiedlich starke und hohe Rundtürme mit Schlitzfenstern, verbunden durch eine kurze Schildmauer. Ihr Name  weist auf die mutmaßliche Erbauerin, Gräfin Loretta v. Sponheim, Gemahlin Graf Heinrichs 11. aus der Hintersponheim Linie, die nach dem Tode ihres Gatten (etwa 1324) die Regentschaft führte. Wegen Birkenfeld geriet sie in eine Auseinandersetzung mit Erzbischof Balduin v. Trier, der bestrebt war, den Kurstaat zu vergrößern. Als Balduin 1328 während eines Waffenstillstandes durch Gräfin Loretta v. Sponheim Leute bei der Starkenburg b. Trarbach (Kreis Zell) Gefangengenommen worden war, kaufte er sich durch einen Sühnevertrag wieder frei; darin gab er Birkenfeld endgültig auf und zahlte Lösegeld, von dem Gräfin Loretta v. Sponheim die Frauenburg, ihren späteren Witwensitz, erbauen ließ. Der Ort Tal-Frauenberg, der sich am Fuße der Frauenburg entwickelte und 1332 zusammen mit Birkenfeld von Kaiser Ludwig dem Bayern Stadtrecht erhalten hatte, ging 1761 durch ein Hochwasser der Nahe unter. Die Bewohner gründeten in der Nähe die neuen Dörfer Frauenberg und Sonnenberg.

Erzbischof Balduin v. Trier auch Balduin von Luxemburg (1307-1354)Erzbischof und Kurfürst von Trier, war zweifellos eine der bedeutendsten Persönlichkeiten nicht nur zu seiner Zeit, sondern des ganzen Mittelalters. Unter dem führenden Einfluss Balduins wurden allein drei Könige gewählt: Sein Bruder Heinrich VII der Wittelsbacher, Ludwig der Bayer und sein Großneffe Karl IV .Maßgeblich beteiligt am Rhenser Kurverein, der in mancher Hinsicht die spätere Reichsverfassung, die Goldene Bulle von 1356 vorwegnahm. Die zahlreichen Burgen in Rheinland Pfalz, Luxemburg und selbst in Hessen und Bayern zeugen von seiner ebenso konsequenten wie auch klugen Territorialpolitik, zumal er mit 46 Regierungsjahren weit über den durchschnittlichen Jahren an der macht war, selbst für heutige Verhältnisse.


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