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Kirn (Kreis Bad Kreuznach)

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Der am Schnittpunkt wichtiger alter Handelsstraßen ge-legene Ort hat sich aus einer bereits vorgeschichtlichen Sied-lung entwickelt. Auch aus der röm. und fränkischen Zeit liegen flußabwärts, am Hellberg, Gräberfunde vor. Um 820-920 soll unterhalb einer Befestigung auf dem Bergrücken zwischen Nahe und einmündendem Hahnenbach eine Sied-lung gelegen haben. Die Kloster Fulda und St. Maximin vor Trier waren hier begütert. Im 10. Jh. setzten die Saläre als Grafen im Nahegau die Emichonen als ihre Untergrafen ein (aus diesem Geschlecht stammt auch die Linie Veldenz);
diese waren Beamte, die die Gerichtsbarkeit ausübten, den Heerbann anführten, die Polizeigewalt besaßen und die kgl. Besitzungen verwalteten.Nach einer auf dem Kyrberg errichteten Burg nannte sich der Hauptzweig dieses Ge-schlechtes nach seiner Aufsplitterung in den Jahren nach 1100 Wildgrafen (lat. comes silvester) von Kyrburg.
Von hier aus verwalteten sie ihre ausgedehnten Besitzungen im Raum zwischen Mosel und Pfrimm. Nach dem Aussterben der Wild-grafen ging die Grafschaft Kirn mit den Burgen-Dhaun und Grum-bach 1350 und mit Kyrburg, Schmidtburg 1408/09 an die Rhein-grafen über (Bad Münster am Stein), die sich seitdem Wild- u. Rhein-grafen nannten. Die Wildgrafschafften und K. waren immer ein Lehen der Kurfürsten. v.d. Pfalz an diese Geschlechter. Der Wild- u. Rhein-graf Johann V. erheiratete 1459 die halbe Grafschaft Obersalm in den Vogesen, Johann VI. 1478 die Herrschaften Mörs, Saarwerden, Vienstingen, Diemeringen und Eigenweiler (Lothringen). Die folgenden Generationen teilten die Gesamtbesitzungen mehrfach auf, meist in die erwähnten Teilherrschaften unter deren Namen, darunter auch die Grafschaft. Kirburg über K. direkte Nachkommen des Geschlechtes waren die im 18. Jh. zu Reichsfürsten erhobenen Linien Salm-Salm, Salm- Leuze-Kyrburg, Hoogstraten und Salm-Horstmar (auf Coesfeld/ Westfalen seit 1817 ansässig). Alle übrigen Zweige der Familie sind vor 1800 bereits ausgestorben. - Kirn besaß kein ausdrückliches Stadtrechtsprivileg. Eine kleine Siedlung unterhalb der Kirburg wurde vom 14. Jahrhundert an wiederholt mit Civitas, Stadt, oppidum be-zeichnet, von etwa 1650 mit Altstadt, wo heute Lederfabriken und Wohnhäuser stehen. Von den alten Befestigungen sind nur ge-ringe Reste erhalten. Eine Stadtmauer hat Kirn nie besessen. Größere Schäden erlitt die Stadt im 30j. Krieg und in den Eroberungs-kriegen Ludwigs XIV. 1734 zerstörten frz. Truppen die Kyrburg.
Das sog. Wachthaus aus dem 16. Jh. und ein Wohnhaus aus dem 18. Jh. blieben bis heute erhalten. - Aus dem Mittelalter stammt die seit 1561 evg. Pfarrkirche, eine Hallenkirche mit spät-gotischem Chor und rom. Turm; sie besitzt mehrere gut erhaltene Grabdenkmäler von Wild- und Rheingrafen. - Zwischen 1780--1790 erbaute Fürst Friedrich III. v. Salm-Kyrburg an der Hahnenbachmündung in die Nahe ein Lustschloß Amaliens-Lust. wpe3.jpg (16816 Byte)

Die Anlage umfaßte ein Theater, mehrere Pavillons, Park-anlagen und Wohngebäude. Theater, und Pavillons sind erhalten, aber heute völlig verbaut (Teichweg 7, 11, 12. Bereits im 16. Jh. führte eine steinerne Brücke über die Nahe, die nach einer Sprengung (1945) in anderer Form neu errichtet wurde, so daß die alten Brückenköpfe gut sichtbar sind. Der Marktort und Verkehrsknotenpunkt Kirn hatte schon im Mittelalter unter seinen Hand-werkern und Gewerbetreibenden viele Rotgerber und Wollweber. 1786 bestanden noch 11 Rotgerber- und 4 Wollweberbetriebe bei 166 Handwerksbetrieben in 198 eingesessene Familien.Bergrücken zwischen Nahe und einmündendem Hahnenbach eine Sied-lung gelegen haben. Die Kloster Fulda und St. Maximin vor Trier waren hier begütert. Im 10. Jh. setzten die Saläre als Grafen im Nahegau die Emichonen als ihre Untergrafen ein (aus diesem Geschlecht stammt auch die Linie Veldenz); diese waren Beamte, die die Gerichtsbarkeit ausübten, den Heerbann anführten, die Polizeigewalt besaßen und die kgl. Besitzungen verwalteten. Nach einer auf dem Kyrberg er-richteten Burg nannte sich der Hauptzweig dieses Ge-schlechtes nach seiner Aufsplitterung in den Jahren nach 1100 Wildgrafen (lat. comes silvester) von Kyrburg.

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Von hier aus verwalteten sie ihre ausgedehnten Besitzungen im Raum zwischen Mosel und Pfrimm. Nach dem Aussterben der Wild-grafen ging die Grafschaft Kirn mit den Burgen-Dhaun und Grum-bach 1350 und mit Kyrburg, Schmidtburg 1408/09 an die Rhein-grafen über (Bad Münster am Stein), die sich seitdem Wild- u. Rhein-grafen nannten. Die Wildgrafschafften und K. waren immer ein Lehen der Kurfürsten. v.d. Pfalz an diese Geschlechter. Der Wild- u. Rhein-graf Johann V. erheiratete 1459 die halbe Grafschaft Obersalm in den Vogesen, Johann VI. 1478 die Herrschaften Mörs, Saarwerden, Vienstingen, Diemeringen und Eigenweiler (Lothringen).
Die folgenden Generationen teilten die Gesamtbesitzungen mehrfach auf, meist in die erwähnten Teilherrschaften unter deren Namen, darunter auch die Grafschaft. Kirburg über K. direkte Nachkommen des Geschlechtes waren die im 18. Jh. zu Reichsfürsten erhobenen Linien Salm-Salm, Salm- Leuze-Kyrburg, Hoogstraten und Salm-Horstmar (auf Coesfeld/ Westfalen seit 1817 ansässig). Alle übrigen Zweige der Familie sind vor 1800 bereits ausgestorben. - Kirn besaß kein ausdrückliches Stadtrechtsprivileg.
Eine kleine Siedlung unterhalb der Kirburg wurde vom 14. Jahrhundert an wiederholt mit Civitas, Stadt, oppidum be-zeichnet, von etwa 1650 mit Altstadt, wo heute Lederfabriken und Wohnhäuser stehen. Von den alten Befestigungen sind nur ge-ringe Reste erhalten. Eine Stadtmauer hat Kirn nie besessen. Größere Schäden erlitt die Stadt im 30j. Krieg und in den Eroberungs-kriegen Ludwigs XIV. 1734 zerstörten frz. Truppen die Kyrburg. Das sog. Wachthaus aus dem 16. Jh. und ein Wohnhaus aus dem 18. Jh. blieben bis heute erhalten. - Aus dem Mittelalter stammt die seit 1561 evg. Pfarrkirche, eine Hallenkirche mit spät-gotischem Chor und rom. Turm; sie besitzt mehrere gut erhaltene Grabdenkmäler von Wild- und Rheingrafen. - Zwischen 1780--1790 erbaute Fürst Friedrich III. v. Salm-Kyrburg an der Hahnenbachmündung in die Nahe ein Lustschloß Amaliens-Lust. Die Anlage umfaßte ein Theater, mehrere Pavillons, Park-anlagen und Wohngebäude.Theater, und Pavillons sind erhalten, aber heute völlig verbaut (Teichweg 7, 11, 12. Bereits im 16. Jh. führte eine steinerne Brücke über die Nahe, die nach einer Sprengung (1945) in anderer Form neu errichtet wurde, so daß die alten Brückenköpfe gut sichtbar sind. Der Marktort und Verkehrsknotenpunkt Kirn hatte schon im Mittelalter unter seinen Hand-werkern und Gewerbetreibenden viele Rotgerber und Wollweber. 1786 bestanden noch 11 Rotgerber- und 4 Wollweberbetriebe bei 166 Handwerksbetrieben in 198 eingesessene Familien.

Kyrburg.

Ehemals Hauptburg der Wildgrafen. 1128 erstmalig ernannt, im späten Mittelalter mehrfach umgebaut und erweitert 1734 durch die Franzosen zerstört. Umfang-reiche Anlagen von etwa 120*80m im Grundriß. Erhalten in der Vorburg ein im 18 Jh. wahrscheinlich für den Kommandanten der Garnison errichteter Wohnbau und die Ruine eines Renaissancebaues mit Doppelfenstern. In der höher gelegenen Hauptburg Futtermauern, Kellergewölbe und Reste von Rundtürmen.

 


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