Beim ersten Hahnenschrei
Wenn‘s nicht anders geht, dann soll mir eben der Teufel
helfen, meinte ein armer Tagelöhner aus dem oberer Glantal. Er war arm wie
eine Kirchenmaus, und was er aus seinen paar Äckerchen erwirtschaftete und
als Tagelohn nach Hause brachte, reichte kaum für das tägliche Brot, geschweige
denn für ein bescheidenes eigenes Häuschen. Und gerade daran hing sein Herz.
Das wusste der Teufel. Er besuchte den Tagelöhner, als er wieder einmal
recht niedergeschlagen dem Dorf anstrebte. ,,Gib mir deine Seele, und ich
verspreche dir, dass bis zum ersten Hahnenschrei dein neues Haus draußen
am Ortseingang auf deiner Wiese stehen wird!" "Was geschieht aber”, meinte
der Tagelöhner, ,,wenn das Haus bis zum festgesetzten Termin nicht fertig
ist?" Dann ist unser Vertrag nichtig, und du kannst den Bau fertig stellen."
Als der Tagelöhner einschlug, blitzte der Schalk aus seinen Augen. Sofort
ging der Teufel ans Werk. Es war eine Wonne zuzuschauen, wie die Mauern
wuchsen. Ziegel reihte sich neben Ziegel. Der neue Tag kündigte sich an,
als der Teufel vom Dache rief: ,,Ich schaffe es; noch bevor der erste Hahn
kräht, wird das fertige Haus dir gehören!” Der Tagelöhner sah, dass nur
noch drei Reihen Ziegeln zu legen waren, da fing er an zu krähen, so laut
er konnte, sind alle Hähne in der näheren Umgebung fielen ein. Der Teufel
sah sich betrogen. Er stieß einen fürchterlichen Fluch aus und verschwand
in einer dichten Schwefelwolke.
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