Gewänder Handelshof
Die Bruche, Brouche, Bruech

Im Mittelalter trug der Mann nur selten Hosen, statt dessen hatte er Beinlinge, die an einer Bruche angenestelt wurden.

Die Bruche war eine übergrosse halblange Hose aus Leinen, die als eine Art Unterhose getragen und in der Taille durch einen Wickelbund, oft mit eingerolltem Gürtel oder Seil, gehalten wurde. Die Hosenbeine waren ziemlich weit und nicht vernäht, sondern wurden eng um die Beine gewickelt, damit sie unter den Beinlingen keine störenden Falten warfen.

Auf einigen Darstellungen aus dem Mittelalter sieht man Männer bei der Arbeit, meistens Bauern, die nur mit ihrer Bruche bekleidet sind. Dabei wurden die Enden der Hosenbeine an den Schnüren für die Beinlinge befestigt, damit sie nicht störten.

Für Frauen gab es übrigens keine Bruche und auch sonst keine Unterwäsche, weil man sie als ein "unsauberes" Geschlecht erachtete, bei dem der Wind oben und unten durch die Kleider fahren müsse, um die Dämpfe zu vertreiben. Diese Meinung hielt sich bis spät in die Renaissance.

 

Eine Bruche ist einfach herzustellen: Ein rechteckiges Tuch, in der Breite ca. 2,5 mal Bauchumfang und 100 - 150 Zentimeter hoch, wird zweimal bis zur halben Höhe eingeschnitten.

Anschließend werden die Seiten eingeschlagen und mit dem eingeschnittenen Teil vernäht. Zusätzlich werden noch zwei Schnüre zum Befestigen der Beinlinge am Bund angebracht.

 


Bauer mit Dreschflegel



Schnittmuster


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