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Die kath. Pfarre St. Odilia in GohrD ie erste Erwähnung der Pfarrei Gohr findet man im "Liber valoris", dem Visitationsbuch von etwa 1308; Gohr steht dort als letzter Eintrag im Dekanat Neuss. Namensgebend für unsere Kirche war die Herzogstochter Odilie, Tochter des Herzogs Eticho, der in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts im Elsass herrschte. Nach der Legende war Odilie blind geboren und von ihrem Vater verstoßen worden. Als sie durch die Taufe das Augenlicht erlangte, gründete Eticho ein Frauenkloster für sie auf seiner Festung Hohenburg, die sich auf dem Mont Ste-Odilie befand.D ieser Glaube gelangte auch nach Gohr und wurde auf die Gohrer Kirche übertragen, die bis zum heutigen Tage Ziel einer Wallfahrtsoktav am zweiten Sonntag nach Dreifaltigkeit ist, deren Ursprünge bis 1497 zurückreichen. Die Pfarrkirche ist hervorgegangen aus einer Kapelle (Eigenkirche) des an die Kirche angrenzenden Gohrer Hofes, der seit 1247 nachgewiesen werden kann und ursprünglich im Besitz des Kölner Domdechanten war. 1270 wird die Kapelle noch als "Hofkapelle" erwähnt, Anfang 1300 findet sie als Pfarrkirche Erwähnung.D ie Vogteirechte über den Hofesverband lagen im 13. Jahrhundert bei den Grafen von Kessel in Grevenbroich und wechselten nach deren Aussterben 1305 zu den Grafen von Jülich. Die Vogteirechte bedingten dann auch die Patronatsrechte über die Kirche. Bis Ende des Mittelalters präsentierte allein der Kölner Domdechant den Pfarrer, in Folge wechselten er und der Herzog von Jülich sich in diesem Recht ab. Ab dem 17. Jahrhundert erfolgte die Kollation allein durch den Landesherrn.D ie Gohrer Kirche als Bauwerk ist eine der ältesten im Rhein-Kreis Neuss, sie datiert in das 12. Jahrhundert. Die Seitenschiffe wurden nach dem 30jährigen Krieg neu errichtet, der Kirchenturm mit dem Vorbau wurden von 1891-93 angefügt. Der um die Kirche herum befindliche Friedhof wurde 1883 aufgegeben.Letzte Änderung 31.01.2004 |