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Der Halbmond des Demarkai

Demarkai lebte vor einigen Jahrhunderten und trieb sich meist auf der Suche nach Lebensunterhalt in den Wüstenreichen herum. Auch versuchte er sich oft als Wegelagerer und Dieb, mußte jedoch feststellen, daß er nicht der Stärkste war. Nach mehreren drakonischen Strafen in den einzelnen Reichen, gelang ihm mit einigen Mitstreitern ein größerer Coup. Doch die kleine Gruppe hatte sich zu früh gefreut, ihre Häscher waren nicht weit. Sie überraschten die Gruppe beim Vorbereiten des Nachtlagers und metzelten sie gnadenlos nieder. Nur Demarkai hatte Glück, er war gerade Feuerholz sammeln. Von weitem schon sah er, was geschah und versteckte sich, darauf hoffend, daß die Verfolger nicht allzu genaue Informationen hatten. Sicher, wer sie da verfolgte, wußte er nicht so genau. Jedoch hatte Demarkai´s Gruppe, Verfolger ahnend, ihren Schatz versteckt. Nun war Demarkai der einzige, der von dem Versteck wußte. Sich des Risikos bewußt, hierher wieder zurückzukehren, floh er und kam erst nach Jahren wieder. Während dieser Zeit besann er sich jedoch auf seine große Stärke: der schnellen Flucht. Als er dann das Gold und die zahlreichen Edelsteine barg, machte er sich auf zu dem Magier Glarboth, den er in seiner Zeit als Flüchtling kennengelernt hatte und ließ sich von einem Teil des Schatzes ein Kurzschwert anfertigen, in dem ein Teleportationszauber eingewoben werden sollte. Der Magier ließ sich nicht lumpen und schaffte aus dem krummen, orientalisch anmutenden Kurzschwert ein wahres Meisterstück. Außer der magischen Aufwertung zu einem +2-Schwert, verwob er den Teleportationszauber mit den Fäden am Ende des Schwertknaufs. Demarkai war begeistert von diesem Meisterwerk, aber benutzte es nur selten, da er sich mit dem restlichen Geld ein schönes Leben machte. Angeblich soll er eine Diebesgilde gegründet haben, doch sein Name verliert sich, genauso wie sein Schwert, in den Annalen der Geschichte.
Da das Schwert speziell für Demarkai gefertigt war, ist es auch nur für andere Diebe mit voller Wirkung zu benutzen. Alle anderen können das Schwert als +1-Schwert benutzen, nur Spitzbuben (also auch Barden) profitieren von der zusätzlichen Teleportationswirkung. Von den Fransen am Schwertknauf hängen noch 84 von ehemals 100. Ein weiterer Grund, warum noch so viele Fransen hängen, ist der, daß diese Zusatzwirkung nur schwer erkannt wird. Regeltechnisch haben erst Magier der 13. Stufe eine Chance diese Wirkung mit Hilfe des Zaubers „Identifizieren“ festzustellen. Die Formel zur Erkennungswahrscheinlichkeit der Teleportationswirkung lautet: (Stufe des Magiers - 12) * 10 = Wahrscheinlichkeit in %. Die Zauberwirkung entfaltet sich, wenn der Faden den Boden berührt, was üblicherweise eine Runde dauert. Die Initative für die Folgerunde beträgt W10+3; sollte der Träger zu diesem Zeitpunkt schon tot sein, wird die Teleportation nicht ausgeführt. Eine weitere Voraussetzung ist, daß man sich einen Zielort vorstellt und dort auch schon gewesen sein muß. Eine mordsmäßige Verwirrung gibt es, wenn durch „Zufall“  ein Faden entfernt wird und der Held plötzlich völlig unerwartet verschwindet, sobald er an einen bestimmten Ort denkt. (Stichwort: „Heimweh“)

Ingo Schulze