Karten und ihre Zeichen Wie Berge in der Karte dargestellt werden
Der Maßstab Geschichte der Landkarte

Karten und ihre Zeichen

Eine Landkarte ist eine wirklich tolle Sache - allerdings nur, wenn du die Zeichen darauf richtig lesen und verstehen kannst.
Es gibt verschiedene Arten von Landkarten, wir wollen uns mit den topographischen Karten befassen. Das Wort "Topographie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Ortsbestimmung".
Eine topographische Landkarte zeigt meist nur ein kleines Gebiet, dafür aber mit vielen Einzelheiten. Diese vielen Einzelheiten sind nicht naturgetreu abgebildet sondern mit Symbolen, also Zeichen dargestellt.
Einige dieser Zeichen, die wichtigsten, will ich dir jetzt einmal zeigen.

Kartensymbole1

Diese verschiedenen Linien bedeuten unterschiedliche Arten von Straßen, je dicker die Linien auf der Karte, desto größer ist die Straße in der Wirklichkeit.

 

Was ist denn ein unterhaltener Feldweg? Hier kannst du meist mit dem Auto fahren, mit dem Fahrrad kommst du hier supergut voran und zu Fuß kannst du bequem marschieren.
Ein Feld- und Waldweg ist mit dem Fahrrad meist gut zu befahren, als Fußgänger hast du hier auch keinerlei Schwierigkeiten.

Diese Linie bedeutet: hier verläuft eine Eisenbahnstrecke. Es können auch mehrere solcher Linien nebeneinander sein, dann ist die Bahnstrecke mehrgleisig.

Hier triffst du auf einen Kanal oder Fluss - du musst also auf der Karte nach einer Brücke suchen um das Gewässer überqueren zu können.
Roter Punkt - Ortschaft. Je größer der Punkt, desto mehr Einwohner hat der Ort oder die Stadt.
Dieses Zeichen erklärt sich von selbst, es ist das Zeichen für eine Kirche.
Nadel-, Laubwald oder aber auch Mischwald, je nachdem, welches Zeichen du auf der Karte siehst.
So ein Zeichen musst du finden, um den obigen Kanal oder Fluss überqueren zu können.
Mit einem Klick kannst du dir einmal eine topografische Karte genauer ansehen, am linken Rand der Karte siehst du die sogenannte Legende, hier werden die in der Karte verwendeten Zeichen genau erklärt.
Hier siehst du noch einige andere Symbole, die du auf Landkarten finden kannst. Kartensymbole2
trennlinie
 

Der Maßstab

Eine Landkarte ist ein verkleinertes Abbild der Wirklichkeit. Um zu wissen, wie stark verkleinert die Karte ist, gibt es den Maßstab. Er gibt an, wie die wirklichen Maße auf der Karte verkleinert wurden.
So lesen wir beispielsweise auf einer Landkarte: Maßstab 1 : 100 000 (lies: eins zu hunderttausend). Das bedeutet, daß ein Zentimeter auf der Landkarte in der Wirklichkeit einer Strecke von 100 000 Zentimetern = 1000 Metern ode 1 Kilometer entspricht. Wenn die Orte A und B auf der Karte 2 Zentimeter voneinander entfernt sind, beträgt die Entfernung in Wirklichkeit 2 Kilometer.
Verschiedene Maßstäbe und Karten: Je kleiner der Maßstab, desto größer ist die Karte oder aber desto kleiner ist der Ausschnitt, den die Karte zu zeigen vermag. Für eine Weltkarte muss man einen viel größeren Maßstab nehmen als etwa für einen Stadtplan.

 

Wie Berge in der Karte dargestellt werden

Ja, wirst du jetzt vielleicht sagen, die Erde ist aber doch nicht flach wie ein Pfannkuchen, es gibt Hügel, Berge, ja ganze Gebirgsketten wie beispielsweise die Alpen. Wie kann denn da eine Landkarte ein Abbild der Wirklichkeit sein? Auch für dieses Problem gibt es eine Lösung, wie ich finde, sogar eine sehr gute und einfache - man benutzt die sogenannten Höhenlinien. Höhenlinien sind braune Linien in der Karte, die dir die Höhe des Berges an verschiedenen Stellen angeben. Um zu begreifen, wie denn das nun genau funktioniert, kannst du einen kleinen Versuch ausprobieren:
Du brauchst dazu eine große Kartoffel, ein Stück Pappe und zwei Stricknadeln.
Jetzt schneidest du die Kartoffel in der Mitte durch und legst die eine Hälfte mit der Schnittfläche auf das Stück Pappe.
Du hast jetzt einen verkleinerten Berg vor dir liegen. Diesen kleinen Berg durchbohrst du nun mit den zwei Stricknadeln -so wie
Ein "Kartoffelber"auf diesem Bild und umfährst die Schnittfläche auf der Pappe mit einem Bleistift. Anschließend nimmst du die Nadeln heraus und zerschneidest die Kartoffel in mehrere Scheiben, die alle gleich dick sein müssen etwa 1 cm).Kartoffel in Scheiben schneiden.
Nun steckst du die Stricknadeln wieder in die selben Löcher durch die zerschnittene Kartoffel und in die Löcher in der Pappe, läßt dabei aber die unterste, größte Kartoffelscheibe weg. Den Umriß umfährst du wiederum mit einem Bleistift und hast somit die nächste "Höhenlinie" des "Berges" gezeichnet. Das machst du nun der Reihe nach mit allen weiteren Kartoffel(Berg-)scheiben.
Auf der Pappe siehst du jetzt eine Zeichnung deines Berges - alle "Höhenlininen".
Deine Höhenlinien sind fertig. Alle Punkte deines Kartoffelberges, die auf einer Höhenlinie liegen, haben die gleiche Höhe. Dort, wo die Höhenlinien eng beieinander liegen, ist der Berghang steil, wo sie einen weiten Abstand haben, ist er flach.



Und hier Karte mit Höhenlinien kannst du dir ansehen, wie so eine Karte mit Höhenlinien in Wirklichkeit aussieht. Die Zahlen neben den Höhenlinien zeigen dir die Höhe des Berges an.

 

Geschichte der Landkarte

Die ersten noch erhaltenen Karten wurden von den Babyloniern um das Jahr 2300 v. Chr. hergestellt. Sie waren sehr einfach und wurden auf Tontafeln geritzt.
Umfangreichere, auf Seide gemalte Karten aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden in China gefunden. Einer der tollsten frühen Kartentypen ist die Stockkarte, die von Bewohnern der Marshall-Inseln im Südpazifik erstellt wurde. Diese Karte wurde aus einem Gitter aus Rohrstockfasern gebaut, die so angeordnet sind, dass sie die Lage der einzelnen Inseln zeigen. Die Kunst der Kartenherstellung war sowohl in der Maya- als auch in der Inka-Zivilisation sehr weit fortgeschritten. Die Inka fertigten schon im 12. Jahrhundert n. Chr. Karten der von ihnen eroberten Länder an.
Die ältesten Strassenkarten stammen von den Römern. Hier
kannst du dir die sogenannte "Peutingersche Tafel", eine sehr alte, römische Straßenkarte ansehen. Die alten Römer waren praktische Leute. sie kümmerten sich vor allem um Landkarten, auf denen Wege und Entfernungen eingezeichnet waren, um innerhalt des römischen Reiches schnelle Verkehrsverbindungen zu schaffen. Sie bauten sehr viele Strassen, daher kommt auch der Spruch:"Alle Wege führen nach Rom."
Ein Stück einer solchen Straßenkarte ist die oben abgebildete Peutingersche Tafel. Sie war 6,82 m lang, dafür aber nur 34 cm breit, so dass man sie auf der Reise zusammengerollt leicht bei sich tragen konnte.
Auf einer Karte von so seltsamen Format hatten die verschiedenen Länder natürlich nicht die richten Größenverhältnisse. Das war den Römern gleichgültig, wichtig war nur, dass die Straßen (in roter Farbe) und die Entfernungen stimmten.

Nach dem Untergang des römischen Reiches gab es lange Zeit hindurch keinen so mächtigen Staat mehr, der imstande gewesen wäre, weite Eroberungszüge in ferne Länder zu unternehmen. Das Reisen wurde schwierig und gefährlich, denn die Strassen wurden nicht mehr instand gehalten und überall trieben Strassenräuber ihr Unwesen. Kein Kaufmann wagte es mehr, sich weit von seinem Heimatort zu entfernen, um Waren einzukaufen oder zu verkaufen. Daher war es auch kein Wunder, daß die geographischen Erkenntnisse und das Wissen des Altertums über das Aussehen der Länder und der Kontinente allmählich in Vergessenheit gerieten. Aus diesem Grund glichen im Mittelalter die Landkarten eher Bilderbüchern als wirklichkeitsgetreuen Aufzeichnungen von Ländern und Meeren. Man spricht auch von den Bilderkarten des Mittelalters
Auf den Karten wurden auch die Ereignisse aus der griechischen Sagenwelt, Heiligenlegenden, Städte und Burgen abgebildet und die Meere waren mit phantastischen Fabelwesen und Ungeheuern bevölkert.

Aus der Zeit um 1300 n. Chr. sind uns die ersten Seekarten überliefert. Wahrscheinlich aber waren sie schon früher in Gebrauch. Man nannte sie Seekarten, weil sie vor allem für die Schiffahrt bestimmt waren. Mit der Zeit hatten die Kaufleute ihre Handelsreisen immer weiter ausgedehnt; sie kannten nicht nur das Mittelmeer, sondern auch die Häfen entfernterer Küsten. Allerdings sind auf diesen Karten nur die die Küstenstädte eingezeichnet.

Im Jahr 1413 fand man die lange Zeit verschollenen Karten des Ptolemäus (er war der größte Geograph des Altertums und lebte von 90 - 168 n.Chr. in Alexandria in Ägypten) wieder. Sie wurden in Konstantinopel entdeckt und nach Westeuropa gebracht. Als dann einige Jahrzehnte später, um die Mitte des 15. Jahrhunderts, Johann Gutenberg die Buchdruckerkunst erfand, konnten die Karten viel genauer als früher verfielfältigt werden. So wurden sie auch weithin verbreitet.
Aber in all diesen Karten gab es einen Fehler - früher hielt man die Erde für viel kleiner, als sie wirklich war. Daher glaubte man, man könnte von Europa aus nach Westen segeln und käme so nach Asien, genauer gesagt nach Indien. Als nun Kolumbus von Spanien aus aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu finden, glaubte er, wenn er immer nach Westen fahre, müsse er zuerst auf Indien oder China treffen. Denn auf keiner der Karten, die ihm zur Verfügung standen, war genügend Platz für einen Erdteil Amerika.

Nun war es also ziemlich sicher - die Erde ist eine Kugel. Den letzen Beweis hierfür erbrachte Fernao de Magellan - er umsegelte als erster die Welt. Für die Kartenzeichner wurde es jetzt allerdings schwierig, denn wie sollte man die Erde, die ja eine Kugel war, auf einer Landkarte richtig darstellen. Nur auf einem Globus ist es möglich, ein genaues Abbild der Erde zu gestalten. Sie probierten immer wieder etwas Neues aus. Heutzutage zeichnet man Weltkarten mit der sogenannten Mercator-Projektion, diese wurde von einem flämischen Geographen Namens Mercator entwickelt.