Ein Tribut an Tokio Hotel. Jetzt 12% mehr Inhalt! |
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Folge 14 (Bill ist abergläubisch und hat uns eine 13. Folge verboten) Was bisher geschah: Die Autoren hatten Urlaub. Heute: An einem Sonntag im April. Bill und Tom klingelten bei Georg. Ihre Mutter hatte sie rausgeschickt zum Spielen. Sicher hatten sie wieder was ausgefressen. Geschirr zerdeppert. Das Haus angezündet. Musik gemacht. Bill meinte, ihre Mutter hätte ihnen gesagt, sie sollten sich mal wie richtige Jungs benehmen, draußen herumtollen und sich einmal so richtig die Knie aufschürfen. Bill wollte drüber hinwegtäuschen, dass eigentlich Benjamin Blümchen das in einer Hörspielfolge empfohlen hatte. Georg kannte sie zufällig, war aber zu stolz, das zuzugeben und seine von der Plattenfirma verordneten Freunde damit aufzuziehen. Draußen regnete es, und Georg hatte keine Lust, rauszukommen. Er erinnerte sich an eine andere Benjamin Blümchen-Folge, in der Benjamin sagte, zuhause sei es doch am schönsten. Jetzt waren die beiden schon mal da, also ließ er sie herein. Natürlich putzten sie sich ihre Schuhe nicht ab. Georgs Mutter freute sich außerordentlich. Tom freute sich auch: "Guck mal, wir haben einen toten Vogel gefunden." Schon lag er auf dem Küchentisch. Den Vogel hatte er noch in der Hand. "Was legst Du Dich hier hin?", fragte Bill seinen Bruder, "wir spielen heute nicht Doktor! Und nimm endlich das Viech aus der Hand! Jetzt bin ICH dran!" Tom sträubte sich vehement. "Nein, Georg gehört mir!" Georg war entsetzt: "Ihr habt den Vogel nach mir benannt!?" Am Abend büchsten Bill und Tom aus, doch damit nicht genug, entgegen der mütterlichen Anweisung überquerten sie auch noch ohne das Beisein eines Erwachsenen die Straße: "Erst links, dann rechts, dann wieder links... Da kommt ein Auto. Hat das was zu bedeuten?", stockte Tom. "Nee, Hauptsache, ‚links, rechts, links’." Entspannt liefen sie auf die andere Straßenseite und entgingen nur knapp dem Unfalltod. "Die Straße ist nämlich gefährlich, sagt der Lehrer", erklärte Bill dem toten Vogel, den sie immer noch bei sich trugen, und den ER jetzt in der Hand haben durfte. Ihr Weg führte sie an eine kleine Lichtung im nahegelegenen Wäldchen. "Hier ist ein guter Ort, ihn zu begraben", meinte Tom, der aber nur nicht noch weiter gehen wollte, weil sich schon genug Zecken in seinen Haaren verfangen hatten. Also begannen sie eine feierliche Zeremonie, so feierlich, wie sie bei Bill und Tom eben sein könnte. Gustav war gerade auf dem Nachhauseweg von einem Kindergeburtstag und nahm mit seinem Puky-Fahrrad die Abkürzung durch den Wald. Plötzlich hörte er Stimmen durch das Gehölz. Er hielt an, lehnte sein Fahrrad an einen Baum, kettete es ordnungsmäßig an ihm fest, und folgte den Stimmen. Jetzt machte es sich bezahlt, dass er als einziger in der Band immer Ohrenstöpsel trug. Nun war er fast da, wo die Stimmen herkamen. Er wollte sich nicht zu erkennen geben, blieb auf Distanz, als er zu seiner Überraschung Bill sprechen hörte: "Auch wenn Georg jetzt nicht mehr unter uns ist, werden wir ihn doch immer als unseren stillen Freund in unserem Herzen tragen." "Wo hast Du denn DAS aufgeschnappt?", fragte ihn Tom. "Das? Bianca - Wege zum Glück. Und jetzt zerstöre nicht die bedächtige Stimmung, Du Arschloch! Wir wollen hier schließlich unseren Freund verschachern!" "Okay okay, also Georg", fing Tom nun auch an zu sülzen, "in unserer schnelllebigen Zeit ist kein Platz mehr für Dich, und das wird mir erst bewusst, wo Du nicht mehr am Leben bist." "Oh Gott", dachte Gustav. Ihm stockte der Atem. Georg, sein einziger richtiger Freund in der Band... Tot? Sicher hatten die beiden ihn umgebracht, und nun wollten sie die Leiche entsorgen. Ihm kam plötzlich ein noch fürchterlicherer Gedanke: Morgen kommt Georg sicher aus dem Wald zurück! Untot. Er hatte das mal in einem Film gesehen. Freunde hatten ihm immer von einem Buch erzählt, ‚Friedhof der Plüschtiere’ oder so, aber Gustav zog es vor, sich die Filmfassung anzusehen, denn Bücher dauern ihm immer zu lange. Wenn man etwas in 1,5 Stunden nicht erzählen kann, ist es nicht wert, erzählt zu werden. Jedenfalls hat da ein Typ seinen kleinen Sohn auf einem alten Indianerfriedhof begraben und am nächsten Tag kam er als aggressive Ausgeburt der Hölle zurück. Ob Bill und Tom das wussten? Im Moment wusste Gustav jedenfalls nur eins. Er wollte schnell weg von hier. Fast hätte er gekotzt. Er hielt sich die Hand vor den Mund und würgte; mit der anderen pfriemelte er am Zahlenschloss seines Fahrrads herum. Keine drei Minuten später fuhr er nach Hause. Schlafen konnte er natürlich nicht. Am nächsten Morgen suchte Gustav Georgs Haus auf. In einem robusten Baum auf der gegenüberliegenden Straßenseite (SEINE Mutter war da eher locker!) legte er sich in kogni... in cockni... also unauffällig auf die Lauer und wartete auf die Rückkehr des untoten Georgs. Gelegentlich kamen Fußgänger vorbei und guckten zu ihm hoch. Ob das an seinem Eichhörnchen-Kostüm lag (das hielt er für eine gute Tarnung: Baum -> Eichhörnchen, Ihr versteht?), oder am Knistern beim Auspacken seiner "Nimm 2"-Bonbons (Stärkung muss sein), bleibt uns verschlossen. Auf einmal sah er Georg. Er war schon daheim! Gustav wurde ganz käsig. Okay, das war er sonst auch, aber wäre er sonst ein Emmentaler, so war er nun Mozzarella. Georg! Verblüffend vital sah er aus. Machte einen angenervten Eindruck, mit den zwei Müllbeuteln bepackt, die er zur Tonne rausbrachte, aber doch sehr vital. "Mensch, da haben die Indianer aber ’nen guten Job geleistet." Kaum dachte er das, da tschilpte neben ihm ein Vogel laut in sein ungeschütztes Ohr. Ziemlich zerrüttet sah er aus – der Vogel auch, das Gefieder voller Erde. Er tschilpte noch mal, lauter als zuvor, als wollte er Gustav wie ein tollwütiges Kaninchen gleich auffressen. Er bekam es mit der Angst zu tun, angewidert von dieser Pestzecke. Er fuchtelte mit den Armen und schleuderte das Tierchen auf die Straße, wo es leblos liegen blieb. Nämlich deswegen, weil es prompt von einem Auto auf der Straße fixiert wurde. Nun war es geplättet. Genau wie Bill und Tom, die hinten im Wagen saßen und den Vorfall mitgekriegt hatten. Er wunderte sich zwar kurz, warum er offenbar zurück durch die Zeit gereist war, weil sein kleiner Piepmatz offenbar wieder am Leben gewesen war, aber schon rüttelte Bill voller Wut auf seine Mutter, die ihn und seinen Bruder doch nur zu Georg fahren wollte und das Vögelchen nicht gesehen hatte, wild am Türgriff. Er wollte zu seinem toten Vogelfreund. Die Kindersicherung gab die Tür nicht frei. Doch endlich machte seine Mama von außen auf. "Georg!", schrie er. Georg antwortete: "Jaa, bin ja gleich da, ich muss nur noch eben den Müll rausbringen." (to be continued...) [zurück zur Homepage] |
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