Gunnar war schon im Mutterleib ein sehr unruhiges, aktives Wesen. Er spiele Fußball in meinem Bauch sagte ich zu seinem Vater. Auch seine Geburt verlief nicht ohne Komplikationen. Am 2.2.1956 um 23.00 Uhr kam ich ins DRK Krankenhaus in Lübeck, aber erst um 14.00 Uhr am nächsten Taqg kam  Gunnar auf die Welt. Es war eine Zangengeburt, die Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gewickelt, es drohte Erstickungsgefahr. Wir freuten uns sehr über einen gesunden, pummeligen Knaben, 8 Pfund schwer.
Er hatte eine kräftige Stimme und schrie viel, was sämtliche Hausbewohner in der Artlenburger Str. 28 nervte. 1957
Am 13. Mai 1956 wurde er von Pastor Bechthold in der St. Lorenzkirche zu Lübeck getauft. 
Sein Taufspruch steht Ruth 2,12. "Der Herr vergelte dir deine Tat und dein Lohn möge voll-
kommen sein bei dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, daß du unter sei-
nen Flügeln Zuflucht hättest."                                 
Als Baby schlief Gunnar erstaunlich wenig, mit einem Jahr begann er zu laufen, bald danach
auch zu sprechen. Am liebsten mochte er Lieder und sang sie auch bald mit.
Am 14. Januar 1959 bekam er dann einen Bruder, den Olaf. Somit mußte Gunnar bald sein
Kinderzimmer teilen, was ihm zunächst sehr mißfiel. Später lernten sie zusammen zu spielen
und hatten Freunde im Haus und in der Umgebung.
Seine Lieblingstiere waren Hühner auf Opas Hof in Scharbeutz, wo sein Vater uns ein Wochenend
häuschen auf Großmutters Grundstück baute. Viele Wochenenden und Ferien verbrachten wir dort.
Im Frühjahr 1962 wurde er in die Gotthardt-Kühl- Schule im Lübecker Stadtteil St. Lorenz eingeschult.
Er lernte von Anfang an sehr gut und mit innerer Freude. Mit Feuereifer machte er Hausaufgaben. 
Es schien ihm aber auch alles zu zu fliegen.                                                                                                                
1966 wurde er dann ins "Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium" aufgenommen. Lernen machte ihm nach wie vor Freude, alle Klassen schaffte er scheinbar leicht und mühelos, obwohl er für manche Lehrer sicher auch ein unbequemer, weil stets nachfragender Schüler war.  Er wurde zum Schlulsprecher gewählt.
Am liebsten hatte er wohl immer noch die Musik. Jedes Jahr sang und spielte er bei der Matthäuspassion, ausgeführt von seinem Gymnasium unter Leitung der Musiklehrerin Barbara Grusnik in der St. Jakobi Kirche zu Lübeck, mit.                    (Gunnar 1 Jahr alt)
Außerdem hatte er jahrelang Klarinettenunterricht - auf eigenen Wunsch.

Schwierigkeiten ergaben sich, als Gunnar zum Konfirmandenunterricht angemeldet werden sollte. Er wollte seine Konfirmation nicht als Selbstverständlichkeit betrachten, sondern statt dessen über den Sinn von Glaube und Kirche herzhaft streiten. Als Eltern schlugen wir vor, er möge den Unterricht besuchen und dann selbst eine Entscheidung treffen. So besuchte er den Konfirmandenunterricht und bald auch den Jugendkreis in St. Lorenz und war vor allem von den Freizeiten auf der BÄK in Ratzeburg begeistert. 1970 ließ er sich dann von Pastor Siemers konfirmieren, mit dem er bis zu seinem Tod in Verbindung stand.
Sein Konfirmationsspruch steht Sprüche 1,7: "Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis."
Der Grundstein für seine Berufswahl war gelegt. 1974 begann Gunnar mit dem Theologiestudium in Hamburg.

Ingrid Berndsen




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