14. Shell- Marathon
Hamburg 1999
oder der Genuß (???) eines Marathons
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Inhaltsverzeichnis
Vorbereitungen
Startunterlagen
Einige Kritikpunkte
So kommt man ins Fernsehen!
Erlebnisse am Rande
Wasserträger und Hase (wie es richtig gemacht wird!)
Feiern wie die Sieger
Ergebnisse
Großes Dankeschön
The day after
Hamburg '99 sollte mein zweiter Maraton werden. Allerdings hatte ich
mir keine zeitliche Vorgabe wie für Frankfurt '98 gesetzt, also einfach laufen und Spaß
haben. Wobei Spaß haben bei Kilometer 40 eine ganz andere Bedeutung bekommt, aber dazu
später mehr.
Im Winter habe ich einige lange Läufe gemacht, ca. 4 oder 5 über 28 Km und zwei
über 30 Km, ansonsten kein spezielles Training. Drei Wochen vor Hamburg habe ich mir dann
eine Zerrung im rechten Oberschenkel zugezogen und ich sah meine Felle schon
davonschwimmen. Dann habe ich zwei Wochen ausgesetzt und eine Woche vor dem 25.4. einen
Test über 24 Km gemacht. Es ging! Allerdings war die Woche vor Hamburg nicht ganz
schmerzfrei, sodaß ich doch ein mulmiges Gefühl hatte. Ich habe mir dann gesagt, daß
ich es einfach mal probiere und ev. aussteige.
Donnerstag abend sind wir (Achim mit Gemahlin, Volker und ich) dann nach Hamburg
gefahren. Jede Menge Erwartungen im Gepäck...
Am Freitag um 13:00 Uhr haben wir uns dann mit Petra und Eric bei der Startnummernausgabe getroffen. Unterlagen abholen ist schon ein erhebendes Gefühl... Dann mußten Achim und Eric noch den Startblock ändern lassen, sodaß wir alle in A2 starten konnten. Denn bei 16000 Teilnehmern verliert man sich sonst aus den Augen. Danach sind wir noch über die Marathonmesse geschlendert, wo ich doch einige Mark für Schuhe und Klamotten gelassen habe. Aber es war eine tolle Atmosphäre, diese Aufregung vor einem so großen Erlebnis... Der Rest des Freitags und der Samstag stand im Zeichen der Kultur, Rundblick über Hamburg vom Fernsehturm aus, eine private Stadtrundfahrt und natürlich eine Hafenrundfahrt. Danke an unseren Hamburger Volker für Planung(en) und Realisation...
Und dann war er auch schon da, der Sonntagmorgen! Aufstehen um 5:30 Uhr, anschließend ausgiebiges Frühstück und den letzten Liter Flüssigkeit in sich reinschütten. Noch mal die Tasche kontrollieren, ob man wirklich nichts vergessen hat und dann nach Hamburg fahren. Gegen 8:10 Uhr waren wir dann am Treffpunkt in der Halle. Leider gab es dann ein großes Gedränge bei der Kleiderbeutelabgabe, naja, 16000 Teilnehmer sind halt schon eine Großveranstaltung... Da die Zeit durch das lange Warten leider etwas knapp wurde, blieb uns keine Zeit zum Warmlaufen. Also rein in den Startblock und noch ein bißchen Dehnen.
Pünktlich um 9:00 fiel dann der Startschuß und gaaanz langsam setzte sich das Feld in Bewegung. Irgendwann wurde dann aus dem Gehen ein langsames Traben und nach einigen Minuten ein Laufen. Wir wollten alle Fünf zusammen laufen und hatten uns eine Zeit so um die 3:30 Stunden vorgenommen. Volker und ich wollten die Hasen machen. Aber durch diese riesige Menschenmasse war leider ein zügiger Lauf nicht so einfach zu realisieren. Nach zehn Kilometern waren schon knapp 53 Minuten vorbei. Aber ich war eigentlich nur froh, daß ich keine Probleme mit meinem Oberschenkel hatte. Dann kam der eine oder andere schnelle Kilometer, aber wir pendelten uns bei einem Km- Schnitt von ca. 5:10 min./Km ein. Viel zu langsam für die angepeilte Zeit.

Noch alle zusammen bei Km 13...
Nach ungefähr der Hälfte der Strecke hat sich unsere Gruppe dann ein wenig
auseinandergezogen. Volker wollte halt doch noch die angepeilte Zeit schaffen und hat sich
dann nach vorne abgesetzt. Bei Achim begannen die Magenprobleme (leider schon wieder), es
half auch kein Zureden von Eric, er fiel immer mehr ab... Wir waren noch zu dritt. An
irgendwelche Zeiten zu denken, war schon lange vorbei, also nur noch laufen und die tolle
Atmosphäre geniessen. Und die war einfach riesig. Über 500.000 Zuschauer an der Strecke
und kaum ein Abschnitt, an dem man mal seine Ruhe hat (Danke Hamburg!).
Wir Drei blieben dann bis ca. Km 33 zusammen, dann kam ein kleiner Einbruch bei Eric,
der langsam, aber stetig zurückfiel. Noch neun Kilometer bis ins Ziel. Ich war froh über
jedes Km- Schild, daß mich dem Ziel näherbrachte. Schmerzen in den Beinen, aber nie so
schlimm, daß ich aufhören wollte. Und schließlich haben wir es alle geschafft,
irgendwie...

Nicht mehr ganz frisch...
Daß Marathonläufer einen leichten Hang zur Verrücktheit haben, ist
eigentlich nichts Neues. Deshalb haben sich Eric und ich die Skiurlaub- erprobten
Perücken aufgesetzt. Das hat zum einen den Vorteil, daß man sich nach den Wasserstellen
leichter wiederfindet und zum anderen den positiven Effekt, daß man ins Fernsehen kommt
:-) Ja, wir sind ganz deutlich zu erkennen, und daß in einem so großen Starterfeld...
Andere lustige (richtige) Verkleidungen kann man sich auf der Homepage des Shell-
Marathons ansehen, dort gibt es auch Bilder von Eric, Petra und mir...

Petra, Eric, Volker, Gunter und Achim sind bereit, es zu tun...
Es ist schon erstaunlich, was so eine Perücke ausmacht! Angefangen bei kleinen Kindern, die sich mächtig über die ungewohnte Haarpracht freuen über grinsende Zuschauer bis hin zu tollen Anfeuerungen.
Wasserträger und Hase (wie es richtig gemacht wird!)
In Hamburg gewann ja überraschenderweise der Hase, was für Carsten Eich eine ziemliche Sauerei war. Bei Passtschon98 hält man sich an solche "Verabredungen". Wie schon erwähnt, war ich mit Petra auf den letzten Kilometern allein unterwegs und wie es sich gehört, habe ich sie dann vorgelassen beim Überqueren der Ziellinie. Sie hat mich um zwei Sekunden geschlagen !!!

ca. 12:45 Uhr mitten in Hamburg
Aber Hasen können auch Wasserträger sein. Die Erklärung für diesen Begriff ist
mir ganz bewußt bei Kilometer 37,5 klar gemacht worden. Ich frage Petra, ob sie etwas
trinken will und sie sagt "nein". Da ich auch keinen Durst hatte, liefen wir
weiter. Am Ende der Verpfegungsstelle bekommt Petra urplötzlich (!!!) doch Durst... Also
ca. 10 Meter zurücklaufen, zwei Becher schnappen und wieder vor zu Petra. Wenn man dann
so mit den Bechern in der Hand läuft, dann weiß man genau, was ein Wasserträger ist :-)

Nur Gewinner: Achim, Eric, Gunter, Petra, Volker und Peter (Fastmitglied)
Und das Bier schmeckt schon wieder, kann also nicht so schlimm gewesen
sein...
Nach dem Zieleinlauf war ich erst mal einfach froh, es geschafft zu haben. Dann kam der große Durst und hier begann der zweite Kritikpunkt. Die Strecke vom Ziel zu den Verpfegungsständen war einfach zu lang. Dort angekommen stellte ich mich gleich beim ersten Stand an. Mir war eigentlich egal, was es für ein Getränk war... Ich stand dort mit Petra und wartete. In der Schlange tat sich nichts !!! Es war ein Stand vom THW (Technisches Hilfswerk oder im Volksmund "Trottel helfen weiter") Dann auf einmal hat das THW angefangen, den Getränkestand abzubauen! Das muß man sich mal vorstellen, ungefähr vergleichbar mit einer Fata Morgana in der Wüste!!! Naja, irgendwann habe ich dann doch noch einen Becher Wasser ergattert... Dann habe ich mich umgezogen und bin zum Treffpunkt unserer Gruppe gegangen. Hinsetzen und Ausruhen. Anschließend haben wir uns dann draußen in die Sonne gesetzt und noch das eine oder andere Bier getrunken. Den späten Nachmittag haben wir dann bei Volkers Mutter mit Füße hochlegen, Duschen, Erzählen und Weizenbiertrinken verbracht. Ein schöner Ausklang war dann noch das Abendessen beim Griechen gegenüber. Es war zwar ziemlich ungesund, aber hat geschmeckt, hmmmm...
Ja, eine Zeit bin ich auch gelaufen, oder besser gesagt mehrere:
Brutto: 3:46:18
Netto: 3:44:45
1. Hälfte: 1:48:46
2. Hälfte: 1:55:58
Die Details findet man bei www.championchip.de
Mein allgemeiner Dank geht an das tolle Hamburger Publikum, daß im
Vergleich zu Frankfurt auch eine Medaille verdient hätte.
Der besondere Dank geht an Gabi und Rainer für die Gastfreundlichkeit und die
Übernachtung. Außerdem an Elke für den Support vor dem Start, an der Strecke und nach
dem Lauf und die Fotos. Last but not least an Ilona und Katja für Support und Pics.

unsere drei Streckenposten: Ilona, Katja und Elke
Ja, der Tag danach ist meistens schlimmer als der Marathon selbst. Schmerzen in den Oberschenkeln ohne Ende. Trotzdem habe ich mich dann abends noch aufgerafft, eine kleine Runde zum Auslaufen zu drehen. 4,8 Km ganz gemütlich und in einer Zeit, die knapp unter meiner 10 Km- Betszeit liegt :-))) Aber heute, zwei Tage nach dem Marathon klingen die Schmerzen langsam wieder ab. Ich freue mich jetzt schon wieder auf den nächsten!!!
made by Gunter Scheurich ®, im April 1999