131 km in 3 Tagen das klingt viel, sind es doch drei Marathontage. Aber als gemeinsames Lauferlebnis ohne Zeitnahme, als 6 handliche 20er verpackt und in einer interessanten Gegend so einen Lauf habe ich mir dann doch zugetraut. Als Rückversicherung war ja auch ein Bus dabei, so daß nach jeweils 10km abgebrochen werden konnte oder man sich eine Ruheetappe gönnen konnte.
Meine Ziele
laufend Spaß haben
hinter die grauen Autobahnkulissen des Ruhrgebietes schauen und dessen Wandel direkt
erkennen
Menschen aus dieser Gegend erleben und verstehen lernen
Der Plan
zu dieser Tour entstand, nachdem Christof (der den Weg bereits 99 mit mehreren
Freunden gelaufen war) sich mit Peter (der in der Laufakademie in Kaiserau viele Fäden
zieht) zusammen gesetzt hatte. Die gute Kombination von Lauferfahrung, Planungstalent und
Logistik hielt, was ich mir erhofft hatte.
Der Emscher Park Wanderweg
Entstand seit 1988 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA. Er führt durch die
kontrastreiche Emscherregion mit Arbeitersiedlungen, Industriedenkmälern, Berghalden und
Fürdertürmen, Baudenkmälern, Burgen und Schlössern entlang der Emscher, dem
Rhein-Herne-Kanal, der Ruhr und vieler Hafenbecken.
Nicht immer war es ganz einfach, die Markierung des Weges zu finden.
Wir waren schnell auf Umwege eingestellt, aber im Regen am Nachmittag wurde die Sucherei
schon mal lästig.
Es gab aber auch Leute, die durch Unachtsamkeit selbst die letzte Sonntagsetappe durch
Duisburg noch mal um etwa 10 Km verlängerten. Unser Mitläufer Andreas (dessen
Arbeitgeber, die Emschergenossenschaft, uns neue Laufhemden stiftete) sorgte für einige
Umleitungen, so daß wir oftmals auch direkt an der Emscher entlang laufen konnten.

Kaiserau
als Sportschule bietet nicht nur große Doppelzimmer sondern auch eine Küche, die
sportgerechte Ernährung gewohnt ist. Ferner eine Turnhalle fürs Streching am Abend
(Fr) und eine Schwimmbad für die entspannende Wassergymnastik (Sa); natürlich auch eine
Theke zum Fachsimpeln und für zusätzliche Vitaminaufnahme.
Der Bus
und sein netter Fahrer haben uns 3x an Start und Ziel gebracht und sind während der Tage
unser zu Hause gewesen. Stets gab es reichlich Tee, Kaffee, Wasser und Malzbier und eine
super Verpflegung: Bananen satt, Äpfel, Kuchen, Müsliriegel für die kurzen Stops sowie
Salat (leider einmal mit besonders hartnäckigen Paprikastücken), Brote und Milchreis am
Mittag.
Mittags wurde es schon mal etwas eng, wenn sich 20 nasse Läufer gleichzeitig
in trockene Sachen zwängen.
Am 3. Tag hatten wir aber auch das begriffen und trudelten nicht mehr alle gleichzeitig
ein.
Die Presse

Natürlich sind wir stolz darauf, in den WDR3- Abendnachrichten gewesen zu sein.
Und als am Samstag die ersten Zeitungsberichte erschienen, wurde der Kiosk gestürmt.
Wir haben uns aber auch so manches mal murrend die Laufhemden drüber gezogen für einen
Pressetermin.
Ich wußte vorher gar nicht, wie viele Zeitungen es im Ruhrgebiet gibt, und daß Reporter
kaltes Regenwetter so sehr mögen.
Insbesondere den zweiten Zieleinlauf der dritten Etappe in Herne Horsthausen nach dem
Essen:lauft doch noch mal über die Brücke werde ich nicht vergessen.
Die Strecke

Freitag 3.März 2000
Start im Regen am Bahnhof Hamm
Verpflegung 1 im Regen in Bergkamen
Mittag Lünen Süd genau im Regen, aber es gab auch trockene Sachen im Bus
Verpflegung 2 in Dortmund Eving, danach haben wir den Emscher Parkweg (XE) verlassen, um am Industriehafen vorbei endlich an die Emscher zu gelangen
Ziel Gut Altmengede an der Emscher
Samstag 4.März 2000
Start am Gut Altmengede
Verpflegung 1 Castrop Rauxel Herichenburg von der Sonne keine Spur, obwohl wir doch jetzt in den Tropen sind (CasTROP, BotTrop,..)
Mittag Herne Horsthausen Ruhrgebiet life und dann noch etwas Pfadfinden im Schneeschauer, an Schalke vorbei (ein Spiel lief gerade), an Kanalhäfen vorbei mal wieder im Sonnenschein
Verpflegung 2 in Herne Unser-Fritz:Ziel Essen Karnap (bis die letzten ankommen schneit es wieder, dabei ist doch noch gar nicht April)

Sonntag 5.März 2000

Start Essen Karnap
die Gruppe ist noch dicht beisammen
Vorbei an renovierten und noch nicht renovierten
Zechenhäusern in der Gartenstadt Welheim sehen wir schon den Tetraeder auf der Halde
Emscherblick. Zum Tetraeder rauf geht es; ganz rauf - hoffentlich nehmen die Beine mir das
heute Nachmittag nicht übel, denn selbst das Mittagsziel am Gasometer in Oberhausen ist
nur am Horizont zu erkennen.

Verpflegung 1 Stadtpark Bottrop
Mittag nach Passieren der Burg Vondern und dem Thyssen Gelände mit
Gasometer endlich Alt Oberhausen.
Zur Belohnung Milchreis und nur noch eine weitere Etappe. Das Wetter wird wärmer, das
Ziel kommt näher.
Schnell noch vorbei am Schloß Oberhausen und dem Landschaftspark Duisburg Nord, dessen
Hochöfen auch schon stillgelegt sind.
Verpflegung 2 wieder am Rhein-Herne-Kanal und dann durch
die Ruhrwiesen vom Land in die Stadt,
dann ist es auch schon vorbei und der Bahnhof ist erreicht.
Ziel Duisburg Hauptbahnhof
Das Ergebnismade by Sabine ®, im März 2000