Mein erster Marathon!
oder

aller Anfang ist leicht

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Startschwierigkeiten (tolle Organisation!)
Kurz vor dem Start
Das Rennen
Am Ende
Das Hinterher
Perönliche Daten (alles, was zählt)

Startschwierigkeiten (tolle Organisation!)

Nun denn, es sollte mein erster Marathon werden an jenem denkwürdigen Oktoberwochenende im Jahre 98, deshalb waren von meiner Seite alle nur erdenklichen Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Meine Anmeldung hatte ich am 8. August abgeschickt. Das war recht frühzeitig, dachte ich zumindest, denn Meldeschluß war ja schließlich erst der 30. September... Ich wartete also jeden Tag sehnsüchtig auf die versprochene Meldebestätigung per Post. Eine Woche vor dem Marathon war immer noch nichts im Briefkasten. Man macht sich so seine Gedanken... Also habe ich mal ein Fax hingeschickt, um zu erfahren, was denn nun mit meiner Anmeldung los sei. Die Antwort kam prompt. Die Meldebestätigung sei per "Infopost" verschickt worden, deshalb könnte es zu Verzögerungen kommen. Na prima. Dann bin ich halt freitag abends ohne diese tolle Schriftstück zur Startnummernausgabe gegangen. Fax vorgelegt und siehe da, es ging ohne Probleme, aber wahrscheinlich nur, weil ein Freund (Danke, Eric) meine Startnummer in der Sonderbeilage der FAZ nach stundenlangem Suchen gefunden hatte. Mittlerweile habe ich den Marathon hinter mich gebracht, und das sogar ohne Meldebestätigung...
Ich möchte mich hiermit recht herzlich bei den Organisatoren bedanken, habt Ihr echt toll gemacht!!!

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Kurz vor dem Start

Kurz vor dem Start
Gleich geht's los  (Achim, Gunter und Carsten)

Ich hatte ein nettes kleines Startschild (Passtschon98- Logo in Din A3) gebastelt, damit wir uns vor dem großen Rennen noch mal treffen können, denn wir waren leider in verschiedene Startblöcke eingeteilt. Da standen wir nun (Carsten, Achim und ich, kurz vor dem Start traf auch noch Eric ein!) mit dem Schild. Die Blicke auf unser Schild waren einfach sensationell. Manche kamen an und fragten, welche Zielzeit wir haben. Leider mußten wir sie dann enttäuschen, da das ja wirklich nur ein Zeichen für unseren Treffpunkt war. Ein Mädel wollte zwar mitlaufen, als wir ihr sagten, daß wir versuchen, um die 3:30 zu laufen, aber kurz nach dem Start war sie nicht mehr gesehen. Ich hoffe, es hat geklappt.

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Das Rennen

Punkt 10:00 Uhr fiel der Startschuß. Zwei Schritte laufen, dann ein kleiner Stau und das rieseige Feld setzt sich in Bewegung. Was ein Gefühl, mittendrin zu sein: Ich bin dabei!
Achim, Eric und ich wollten versuchen, zusammen zu laufen, wobei Achim sich ev. nach 10 Kilometern etwas zurückfallen lassen wollte, weil sein Ziel für den Marathon doch ein klein wenig anders war als meins. Wir liefen logger (ganz logger) an, man kann sich in so einer Menschenmenge eigentlich kaum frei bewegen, von daher war es manchmal schwierig, zusammenzubleiben.
Blaue Linie
Die sogenannte Blueline

Deshalb mußte ich so manchen kleinen Zwischenspurt einlegen, damit wir wieder beisammen waren. Ich hatte mit Eric ausgemacht, daß wir einen Kilometerschnitt von ca. 4:45 Minuten angehen wollten, um uns für den letzten Teil ein kleines Polster zu schaffen. Die erste bewußt wahrgenommene Zwischenzeit kam bei Kilometer 10: 47:58 min. Wir waren gut dabei, vor allem, wenn man bedenkt, daß man durch den Start sowieso am Anfang sehr schwer auf seine Zeit kommt. Aber dann ging es los. Wie ein Uhrwerk spulten wir einen Kilometer nach dem anderen ab. Was mich total überraschte, waren die Zeiten ohne Ausreißer, Ich hätte nie gedacht, daß man wirklich so konstant laufen kann, aber es hat funktioniert. Bis Kilometer 22.
"Spaß- Läufer"
So sehen "Spaß- Läufer" bei Km 21 aus (Eric und Gunter)

Danach gingen die Durchgangszeiten langsam zurück und pendelten sich so bei 5:00 min. ein. Aber das war immer noch in Ordnung für mein großes Ziel, die 42,195 Km unter 3:30 Std. zu laufen. Ab Km 28 hatte ich die ersten komischen Gefühle in meiner rechten Wade, leichte Schmerzen, die aber relativ leicht zu ertragen waren, alles kein Problem! Bei Km 32 bemerkt ich, daß mein Mitläufer eine kleine Schwächeperiode hatte. Aber er bedeutete mir mit einer Handbewegung, daß ich mein Tempo weiterlaufen solle. Es war wirklich sehr schade, denn bis hierher liefen wir als perfektes Team (war echt geil, Eric). Also versuchte ich mich alleine durchzuschlagen. Im Nachhinein ist mir klar geworden, daß es zu zweit oder in einer Gruppe wesentlich einfacher ist, so eine Strecke zu bewältigen. Beim nächsten werden wir zusammenbleiben oder es zumindest wieder versuchen.
Leider konnte ich auch mein Durchschnittstempo nicht mehr so konstant halten, die Zeiten bröckelten regelrecht ab! Nun begann die Zeit, in der ich auf den Hammer wartete. Schon soviel darüber gehört. Ich erreichte Klilomter 40 und meine Uhr zeigte mir an, daß ich noch gut elf Minuten Zeit für die letzten 2,195 Km hatte. Also gab ich meinem Gehirn den Befehl, meine Beine zu beschleunigen... Aber genau in diesem Moment wollten meine Beine eigentlich stehenbleiben. Ich merkte sofort, daß der Hammer kam. Er war zwar sehr spät dran, aber er erwischte mich ohne Erbarmen. Ich habe mir dann nur noch vorgenommen, einfach auszulaufen, die Zeit war sowieso schon ad acta gelegt. Aber auch das Auslaufen fiel mir dermaßen schwer. Ich hatte es nicht für möglich gehalten, was ich in so vielen Erzählungen gehört hatte. Sogar kurz vor der Ziellinie wollten meine Beine immer wieder nur eins: STEHENBLEIBEN ! Dennoch habe ich es geschafft, o h n e   anzuhalten oder zu gehen. In diesen letzen Kilometern hatte ich das Gefühl, daß Tausende an mir vorbeilaufen... Dann war es aber doch geschafft. Ziel! Stehenbleiben! kurze Enttäuschung wegen der nicht geschafften Zeit, aber dann doch froh, es einfach geschafft zu haben, meinen ersten Marathon.

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Am Ende

geschafft...
Geschafft: Im Ziel und wir können noch stehen...
Volker und Gunter (schönen Gruß an Deine Mutter)

Nach dem Zieleinlauf taten mir die Oberschenkel und die Waden weh, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal solche Schmerzen nach einer sportlichen Betätigung hatte. Dann überreichte mir eine junge Frau die Medaille... Leider hatte es irgendwie absolut nichts Feierliches. Aber ich war sowiesoo noch nicht in der Lage, irgendwelche Gefühle zu bemerken. Einfach nur diese Erleichterung, nicht mehr laufen zu müssen! Ich wartete noch ein paar Minuten am Zieleinlauf, um Eric in Empfang zu nehmen, aber mir wurde dann dermaßen kalt, daß ich mich umziehen ging. Muß toll ausgesehen haben, wie ich mich die Stufen hinauf in den ersten Rang der Festhalle gequält habe, wo meine warmen Klamotten auf mich warteten. Die totale Erschöpfung ging über in einen leichten Schüttelfrost. Ich versuchte mich durch hinlegen und hinsetzen etwas zu erholen, aber es half alles nichts. Dann habe ich mir zwei Cola (Treppe runter, Treppe rauf; hoffentlich hat mich keiner gesehen) geholt und auf den Rest der Truppe gewartet.

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Das Hinterher

Als wir dann alle (oder besser gesagt fast alle) zusammen in der Festhalle gesessen haben, war der ganze Schmerz zwar nicht vorbei, aber er wurde verdrängt. Und so ein Weizenbier ist einfach ein prima Getränk!!! Dann wurden noch die verschiedenen Erlebnisse auf der Laufstrecke ausgetauscht und gefachsimpelt, das es eine helle Freude war. Der gemütliche Ausklang bei Achim mit Pizza und noch einigen Weizen war ein gelungener Abschluß für einen solchen Tag...

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Perönliche Daten (alles, was zählt)

Das Ding hat in meiner Wohnung einen Ehrenpatz!
Meine Startnummer

Und zu guter letzt noch meine Daten (Zeiten) rund um den Lauf. Auch nachzulesen bei Championchip.de

Brutto  3:33:25 10Km  0:47:58 10-20Km   0:48:11
Netto 3:32:29 20Km  1:36:09 20-30Km 0:49:51
1. Hälfte  1:41:21 30Km  2:26:00 30-40Km   0:52:13
2. Hälfte  1:51:08 40Km  3:18:13 40-42,195Km  0:14:16

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made by Gunter Scheurich ®, im Okt. 1998