Garantiert ohne Schnee und Eis - Marathon im Januar

Ab nach Hause...

Ein Wintermarathon in 17 m Tiefe mit 150 Hähenmetern...

 

Ende Januar 2001 fand im Hamburger alten Elbtunnel der 2. Marathon auf 48,5 Runden statt, bei denen je zweimal an den Aufzügen Kurven von 180 Grad bewältigt werden mußten. Die Asphaltstrecke senkt sich zur Mitte hin, was insgesamt 150 Höhenmeter ausmacht. Ein hoher Anspruch an die Kletterfähigkeit der Läufer, hier zahlte sich mein letztjähriges Training zum Jungfraumarathon aus.

Zu den 150 Teilnehmern gehörten Gäste aus Dänemark, Großbritannien, Polen, Belgien und der Schweiz und ein Läufer von Passtschon98 (ich). Nachdem es im vorigen Jahr Probleme mit der Zählung der Runden gab, wurde diesmal der Champion-Chip eingesetzt. Während Langsamere bis zu 20 mal überrundet wurden, hatten auch die Schnelleren Schwierigkeiten, ganze Gruppen vor sich zu überrunden. Den Sieg holte sich nach 2:46:53 Michael Schürig aus Arloff-Kirspenich vor dem Vorjahrssieger Eberhard Bergner, bei den Frauen siegte wieder Ricarda Botzon aus Amelinghausen, die diese Strecke in 2:53:49 absolvierte.

Überholt wurde ich auch, aber ganz so schlimm war es für mich nicht, in "guten" (?) vier Stunden kam ich ins Ziel. Begleitet wurde ich von Mitläufern aus meinem Hamburger Lauf-Treff ALSTERTAL. Gerade auf den letzten Runden hatte ich meinen persönlichen Coach und Mitläufer (Gell, Dieter P.).

Der Marathon zeigte mir besonders im zweiten Streckenabschnitt ab km 21 durch die vielen Kacheln und Reliefe im Tunnel sein wahres Gesicht. Grimmig dreinblickende Fische verweilten immer länger bei den Läufern! Guckten die Fische nun länger oder liefen wir langsamer. War die Kachel auf der letzten Runde auch schon kaputt? Habe ich 34 oder 35 Runden? Überholen die mich schon wieder? Hat der vor mir Pause gemacht oder überhole ich den jetzt schon wieder?

Kritik gab es nur wenig. Die Strecke war zwar nur wenig gekennzeichnet, aber kein Läufer verirrte sich z.B. so wie in Hamburg 2000 kurz vor dem Ziel. Lediglich die Km-Angaben fehlten, wurden jedoch durch lautes Brüllen ca. alle 900 m ausgeglichen. Die Verpflegung: einmalig! Wasser, Elektrolyt und Eigenverpflegung auf jedem Km. Frankfurter Läufer hätten jedoch im Zielbereich auf das fehlende Kohlenhydrat-Getränk aufmerksam gemacht. Unglaublich auch die Beteiligung der Bevölkerung: ein nie endender Zuschauerstrom, ich lief bestimmt an Tausenden von Schaulustigen vorbei. Ok, einige kamen von der Arbeit vom Hafen, aber die anderen guckten zu oder waren Touristen. Egal!

Auch die Sanitär-Frage war vorbildlich gelöst. Wo findet man beim Marathon schon jeden km ausreichend Dixis? Nur im Elbtunnel! Bis zum letzten Zieleinlauf mußten die Helfer dann aber noch fast 3 Stunden warten, bis der alte Elbtunnel wieder seiner eigentlichen Bestimmung übergeben werden konnte. Ich war nach dem Lauf wie immer platt, hatte aber meinen Wintermarathon ohne Regen, Schnee, Eis und Wind hinter mich gebracht. Für nächstes Jahr weiß ich aber, dass auch ich in kurzen Tights laufen werde. Elbtunnel, zieh dich warm an! Und ihr Fische auf den Kacheln: ich komme wieder!

Im Tunnel ist's halt dunkel...

made by Knut Dumke ®, im März 2001